5. Dezember 2009

GPF: Kurzprogramm Herren

Startnummer 1 hatte Tomas Verner. Und er legte gut los mit einer bombastischen 4fach Toeloop-3fach Toeloop-Kombi. Doch schade, schade – danach war anscheinend der Faden gerissen. Flip und Axel landete der Tscheche als Einfachsprünge, so dass das schöne Sirtaki-Programm am Ende recht traurig wirkte. Hoffentlich kommt Verner bald wieder richtig in Form.

70,71 Punkte.

Startnummer 2: Johnny Weir, „I love you, I hate you“. Sauberes Programm.

84,60 Punkte.

Startnummer 3: Daisuke Takahashi, „Eye“. Neues Kostüm. Je öfter ich das Programm sehe, desto besser gefällt es mir. So gut wie hier hat der Japaner es diese Saison noch nie im Wettkampf gezeigt.

Neue Personal Best-Marke: 89,95 Punkte.

Jeremy Abbott: Beatles, „A Day in the Life“. Bis auf den Sturz beim Lutz ein soldies Programm mit schöner Choreographie.

76,65 Punkte.

Evan Lysacek: Stravinski, „Feuervogel“. Sehr künstlerisches Programm, sehr gute Pirouetten.

89,85 Punkte.

Letzter Läufer: Nobunari Oda, „Totentanz“. Konnte in den Pirouetten nicht ganz so hoch leveln wie Takahashi und Lysacek, zeigte aber ebenfalls ein klasse Programm und einen wunderbar weichen Laufstil.

87,65 Punkte.

Fazit: Kaum Vierfache im Kurzprogramm, dafür aber insgesamt eine sehr hohe Leistungsdichte bei den Herren.

Hier das Ergebnis mit Programmkomponenten.

5. Dezember 2009

Grand Prix Finale: Kurzprogramm Paare

Als erste mussten die Chinesen Zhang/Zhang aufs Eis. Musik: Stücke aus dem Musical Fosse. Sie liefen etwas lockerer als bei Skate America, aber das richtige swing feeling kommt für mich in dem Programm noch nicht rüber, viel Konzentration scheint in die einzelnen Elemente zu gehen.

Dafür gab es 66,24 Punkte.

Als nächstes starteten die Russen Kavaguti/Smirnov. Musik: Camille Saint-Saens Schwan; einige Fehler im Programm.

62,30 Punkte.

Aliona Savchenko/Robin Szolkowy: „Send in the Clowns“. Winziger Wackler beim Einzelsprung. Tolles, souveränes Programm.

73,14 Punkte.

Mukhortova/Trankov: „Appassionata von Secret Garden“. Stimmige Romanze in Rosa.

69,78 Punkte.

Pang/Tong: Bizets „Perlenfischer“. Stimmige Romanze in Blau.

68,04 Punkte.

Shen/Zhao: „Who wants to live forever“. Mal wieder Spitze, obwohl ich ihren Ausdruck beim Cup of China überzeugender fand. Lag vielleicht am heimischen Publikum.

75,36 Punkte.

Hier das Ergebnis mit Programmkomponenten.

4. Dezember 2009

Grand Prix Finale

In Tokyo treten an diesem Wochenende die sechs besten Läufer/ Paare der diesjährigen Grand Prix-Serie gegeneinander an, um die Finalsieger auszumachen. Die Veranstaltung gibt schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf Olympia. Leider überträgt das deutsche Fernsehen das Grand Prix-Finale ebensowenig wie die Grand Prix-Einzelwettkämpfe. Deshalb stelle ich in den folgenden Beiträgen einfach einmal die Videos zusammen, die auf youtube zu finden sind, und zwar in der Startreihenfolge der LäuferInnen.

Soviel vorweg: Nach dem Kurzprogramm der Herren führt Daisuke Takahashi (89,95 Punkte) hauchdünn vor Evan Lysacek (89,85 Punkte), auf Platz 3 liegt Nobunari Oda (87,65 Punkte). Brian Joubert hat seine Finalteilnahme abgesagt, nachdem er sich im Training bei der Landung eines 3fach-Lutzes mit seiner Kufe das Bein verletzt hat. Knochen und Bänder sind zum Glück heil geblieben, aber der Schnitt ging so tief, dass Joubert den Wettkampf absagen musste. Für den Franzosen ist der Tscheche Tomas Verner ins Finale nachgerückt, der seine Chance im Kurzprogramm allerdings nicht nutzen konnte.

Nach dem Kurzprogramm der Damen führt – Überraschung! – nicht Yu-Na Kim, sondern Miki Ando (66,20 Punkte). Die Koreanerin verpatzte ein Sprungelement und liegt momentan auf Platz 2 (65,64 Punkte) vor Alena Leonova (61,60 Punkte).

Im Paarlaufen führen nach dem Kurzprogramm die chinesischen Altmeister Shen/Zhao (75,36 Punkte) vor Savchenko/Szolkowy (73,16 Punkte) und den Russen Mukhortova/ Trankov (69,78 Punkte). Ob die Deutschen mit ihrer neuen Superkür das Ruder noch einmal herumreißen können?

Im Eistanzen sind bereits alle Wettbewerbsteile abgeschlossen. Gold haben sich die Amerikaner Davis/White geholt (169,44 Punkte), Silber ging an die Kanadier Virtue/Moir (168,22 Punkte), Bronze an die Franzosen Pechalat/Bourzat.

Im Junioren Grand Prix-Finale, das parallel zum Senioren-Finale stattfindet, stehen ebenfalls bereits einige Ergebnisse fest. Bei den Herren gewann der Japaner Yuzuru Hanyu vor dem Chinesen Nan Song und dem Amerikaner Ross Miner. Bei den Paaren kamen gleich drei asiatische Teams aufs Podium: Gold ging an die Chinesen Sui/Han, Silber an die Japaner Takahashi/Tran, Bronze an die Chinesen Zhan/Wang.

Hier alle Ergebnisse bis dato.

3. Dezember 2009

Neuer Wettkampf für Hobbyläufer

Gute Nachrichten für Hobbyläufer: Die Zahl der Erwachsenenwettbewerbe wächst! Im kommenden Frühjahr findet in Canazei im italienischen Trentino erstmals die „Dolomiti Ice Skating Trophy“ statt, ein Wettbewerb für erwachsene Hobbyläufer nach dem Reglement und den Kategorien der ISU-Hobby-Weltmeisterschaft in Oberstdorf.

Termin ist der 3./4. April 2010. Mehr Infos und die Ausschreibung gibt es hier.

23. November 2009

Grand Prix VI: Skate Canada

Im kanadischen Kitchener ging am Wochenende mit Skate Canada die Serie der sechs ISU Grand Prix-Wettkämpfe zu Ende – zumindest fast: in knapp zwei Wochen treffen sich die sechs Besten jeder Kunstlaufdisziplin zum Finale in Tokyo.

Mit im Finale sind Aliona Savchenko und Robin Szolkowy, die bei Skate Canada den Paarlaufwettkampf mit 206,71 Punkten gewannen und damit einen neuen „Weltrekord“ aufstellten. Nach der verpatzten Kür bei der Trophée Eric Bompard sind die beiden in Kanada mit einer ganz neuen Kür zu „Jenseits von Afrika“ angetreten. Wunderschönes Programm! Das fanden auch die Preisrichter: in den Programmkomponenten blitzte bei einem Preisrichter für Choreographie und Interpretation eine 9,75 auf, für die Performance sogar die Höchstnote 10,0. Das gab es seit Einführung des Neuen Wertungssystems meines Wissens noch nicht. Mehr zur rasanten Kürumstellung ist auf den Seiten der FAZ zu lesen. Und hier zum Genießen das neue Kürprogramm:

Zweite im Paarlaufen wurden die Russen Mukhortova/ Trankov mit 185,71 Punkten, dritte die Kanadier Dube/Davison mit 166,93 Punkten. Im Grand Prix-Finale in Tokyo werden Savchenko/Szolkowy gleich auf drei chinesische Paare treffen: Shen/Zhao, Pang/Tong und Zhang/Zhang, außerdem auf die Russen Kavaguti/Smirnov und Mukhortova/Trankov. Es gibt also schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf Vancouver.

Den Herrenwettkampf gewann der Amerikaner Jeremy Abbott mit zwei eindrucksvollen Programmen, einem bombastischen Vierfach-Toeloop und super Pirouetten in der Kür (insgesamt 232,99 Punkte), dicht gefolgt von Daisuke Takahashi (231,31 Punkte), der sich damit den Einzug ins Finale sichern konnte. Lachender Dritter wurde der Franzose Alban Preaubert. Nicht eben ein Haltungswunder, aber das macht er durch Ulk und Exzentrik in seinen Programmen wett, und „Clockwork Orange“ (das aktuelle Kurzprogramm) ist gar keine so schlechte Musikwahl für ihn. Der Tscheche Michal Brezina kam auf den vierten, Samuel Contesti auf den fünften Platz. Der Kanadier Patrick Chan, zweiter der Weltmeisterschaften des letzten Jahres und eigentlich Favorit des Wettkampfs, erreichte nur Platz 6. Im Kurzprogramm machte er einige technische Fehler, in der Kür stürzte er beim zweiten DreifachAxel ziemlich unglücklich und setzte die meisten der folgenden Sprungelemente in den Sand. Trotzdem zählte Chan zu den besten Läufern am Start und hat in der Olympiasaison schöne Programme im Gepäck. Vor allem seine „Phantom der Oper“ Kür ist sehenswert, thematisch zwar ein alter Hut, hier aber in einer musikalisch hörenswerten Version, und vor allem toll choreographiert und gelaufen (jetzt muss man sich nur noch die Stürze wegdenken…):

Im Grand Prix-Finale in Tokyo werden Nobunari Oda, Brian Joubert, Jeremy Abbott, Daisuke Takahashi, Evan Lysacek und Johnny Weir am Start sein.

Den Damenwettkampf gewann, sehr zur Freude des Publikums, die Kanadierin Joannie Rochette (182,90 Punkte) vor Alissa Czisny (163,53 Punkte) und Laura Lepistö (158,52). Vierte wurde Mirai Nagasu, fünfte Akiko Suzuki. Insgesamt gab es bei vielen Starterinnen etliche Patzer und eine Menge Doppelsprünge zu sehen. Ich nehme nicht an, dass das eine Solidaritätsbekundung mit Yu-Na Kim war, die sich bei Skate America in der Kür tatsächlich einmal von einer schwächeren Seite zeigte als gewohnt… Für Suzuki reichte auch der fünfte Platz noch, um sie ins Finale zu bringen. Dort wird sie auf Yu-Na Kim, Miki Ando, Joannie Rochette, Ashley Wagner und Alena Leonova treffen.

Im Eistanzen sicherten sich die Kanadier Virtue/Moir mit einem Sieg den Einzug ins Finale, zweite wurden die Franzosen Pechalat/Bourzat, dritte die Kanadier Weaver/Poje.

Alle Ergebnisse von Skate Canada sind hier zu finden.

14. November 2009

Skate America: Tag 1, und wehe den Vierfachen

Vorweg: Wenig Überraschung gibt es bei Skate America im Eistanz. Nach den Pflichttänzen führen Belbin/Agosto vor Khokhlova/ Novitski und Cappellini/Lanotte.

Wenig überraschend sind auch die Sieger der Kurzprogramme der Paare. Shen/Zhao führen nach einer sauberen Vorstellung wie schon beim Cup of China in der Paarlaufkonkurrenz, und zwar mit 74,36 Punkten. Die Chinesen konnten ihr Ergebnis vom Cup of China also um gute 2 Punkte verbessern. Ich freue mich immer noch mächtig, dass sie wieder dabei sind. Zweite nach dem Kurzprogramm sind die Ukrainer Volosozhar/Morozov (61,70 Punkte), dritte die Kanadier Duhamel/Buntin, die für ihre solide Vorstellung zu „Hotel California“ 59,64 Punkte erhielten. Auf dem vierten Platz finden sich die US-Amerikaner McLaughlin/Brubaker. Zhang/Zhang liegen nach einem Synchronitätspatzer in der Einzelpirouette und einem Fehler im Einzelsprung auf dem fünften Platz. Ihr Musicalprogramm „Fosse“ wirkte für die lässige Swingmusik noch reichlich ernst vorgetragen; aber vielleicht hat ihnen die Zeitverschiebung auch das Lachen vom Gesicht gewischt.

Im Kurzprogramm der Herren wurde vielen Läufern der Vierfach-Toeloop zum Verhängnis. In Führung liegt – ohne Vierfach-Toeloop – Evan Lysacek an, der für seine dramatisch-expressive und vor allem nahezu fehlerfreie „Feuervogel“-Darbietung (Sprungelemente: 3Axel, allerdings auf 2Axel downgegradet, 3Lutz-3Toeloop, 3Flip) 79,17 Punkte einheimsen konnte. Schöner Erfolg für den Amerikaner. An zweiter Position liegt mit 72,65 Punkten der Franzose Florent Amodio, der ein ganz klassisches und ebenfalls sehr sauberes Programm absolvierte („Munich“, John Williams), ebenfalls ohne Vierfachen. Dritter ist momentan Brandon Mroz mit 71,40 Punkten, der eine einigermaßen saubere 4Toeloop-3Toeloop-Kombi zeigte. Adrian Schultheiss gab sich im Kurzprogramm ungewohnt klassich (Musik: „My Way“ und „Christmas Fantasy“) und liegt nach einem ganz ordentlichen Programm auf Platz 4. Der Russe Andrei Lutai hat sich offenbar in der Luft vom Vierfachen zum Dreifach-Toeloop umentschieden und so einige Punkte verloren: Platz 6.

Und Tomas Verner? O weh: Sturz beim versuchten Vierfach-Toeloop, Axel nur doppelt, Lutz nur doppelt, keine Sprungkombi… da helfen auch schöne Pirouetten und super Schritte nichts mehr. Der Tscheche liegt nach dem Kurzprogramm mit 55,90 Punkten auf Platz 11. Jammerschade, dabei hüpft, springt und dreht er so ein erfrischendes Sirtaki-Programm (ein bisschen Humor auf dem Eis schadet nie, finde ich, zwischen all den ernsten Klassikern). Hoffentlich berappelt er sich in der Kür wieder, doch eine Finalteilnahme dürfte unwahrscheinlich werden.

Hier alle Ergebnisse bis dato.

13. November 2009

Grand Prix V: Skate America

2009 Skate America logoZum 30. Mal findet ab heute in Lake Placid, N.Y., der saisonerste internationale Wettkampf des US-amerikanischen Eislaufverbandes statt: Skate America. Seit Einführung des ISU-Grand Prix in der Saison 1995/96 ist Skate America Teil der Wettkampfserie.

Die Wettkämpfe erstrecken sich über drei Tage. Heute geht es los mit den Pflichttänzen (ab 15 Uhr Ortszeit, nach mitteleuropäischer Zeit also 21 Uhr) und dem Kurzprogramm der Paare und Herren (ab 19 Uhr respektive 1 Uhr). Morgen folgen der Originaltanz, die Kür der Paare und der Herren und das Kurzprogramm der Damen. Am Sonntag stehen die Küren im Eistanz und der Damen sowie das Schaulaufen auf dem Plan.

Weil es auf Grund der Zeitverschiebung heute noch nichts vom Wettkampf zu berichten gibt, hier zumindest schon mal ein Vorgucker auf die Teilnehmer. Im Feld der Herren werden Evan Lysacek und Tomas Verner versuchen, den Wettkampf für sich zu entscheiden und ins Grand Prix-Finale einzuziehen. Beide haben momentan 13 Punkte und liegen damit in guter Ausgangsposition fürs Finale. Außerdem am Start sind der US-Amerikaner Brandon Mroz, der flippige Schwede Adrian Schultheiss und der französische Junior Grand Prix-Sieger Florent Amodio.

Bei den Damen kommt ein interessantes Feld zusammen. Yu-Na Kim bestreitet ihr zweites Grand Prix-Event. Ob es ihr mit ähnlicher Perfektion gelingt wie bei der Trophée Eric Bompard? Ihre Konkurrentinnen sind Rachael Flatt, Susana Pöykiö (kleiner Exkurs: in den USA sind manche Leute momentan nicht gut auf die Finninen zu sprechen, nachdem beim Cup of China Kiira Korpi vor Flatt und Nagasu landete; gleich wurde die Schuld dem Neuen Wertungssystem zugeschrieben; freilich lässt sich diskutieren, doch Nagasus Sprünge waren besonders in der Kür selten auf rückwärts gelandet, und zwar sogar ohne Zeitlupe recht deutlich sichtbar, die Wertung ist also nicht ganz aus der Luft gegriffen; mal sehen, auf welche Platzierungen Flatt und Pöykiö kommen). Außerdem am Start bei den Damen: Julia Sebestyen, die beim Rostelecom Cup so unterschiedliche Leistungen zeigte; Emily Hughes als Ersatzdame für Sasha Cohen. Cohen verkündete am vergangenen Montag ihren Rücktritt auch vom zweiten geplanten Grand Prix-Wettbewerb. Als Grund nannte sie eine Sehnenentzündung in der rechten Wade. Ob das mit dem Comeback noch etwas wird? Für Deutschland ist bei Skate America übrigens Sarah Hecken am Start.

Bei den Paaren absolvieren Shen/Zhao ihren zweiten Grand Prix und treffen auf ihre Landsleute Zhang/Zhang, die Ukrainer Volosozhar/Morozov und die Amerikaner McLaughlin/Brubaker. Pang/Tong haben sich bereits fürs Finale qualifiziert, auch die anderen beiden chinesischen Paare sind auf dem besten Weg dorthin, nachdem Shen/Zhao den Cup of China gewannen und Zhang/Zhang in Peking Silber holten. Im Eistanzen sind Belbin/Agosto, Khokhlova/ Novitski und Cappellini/ Lanotte am Start. Eiskunstlauffans haben also wieder ein spannendes Wochenende vor sich!

Unter diesem Link gibt es nochmal einen ziemlich ausführlichen Preview auf Skate America von CBC.

9. November 2009

11. Christmas Cup Bremerhaven

Am Samstag fand nicht nur die Kür der NHK-Trophy statt, sondern auch – zugegeben, ein kleineres Event -, der Christmas Cup in Bremerhaven. Auch vier Hobbyläuferinnen in den Kategorien A und C waren am Start, hier die Ergebnisse.

Da ich selbst nicht vor Ort war, kann ich leider nichts von dem Wettkampf berichten. Aber vielleicht mag ja jemand, der mehr weiß als ich, per Kommentar etwas zum Christmas Cup und zur Hobbyläufer-Beteiligung schreiben?

7. November 2009

NHK Trophy: Und hier die Kür

Kaum hat der Wettkampf angefangen, ist er auch schon wieder vorbei, mit Ausnahme für die Eistänzer, die morgen noch ihre Kür zeigen müssen. Doch ansonsten stehen die Sieger fest: Brian Joubert, Miki Ando und Pang/Tong.

Das chinesische Paar zeigte eine fehlerlose Vorstellung zum „Man of La Mancha“, erhielt 132,35 Punkt für die Kür und insgesamt 199,65 Punkte. In der Grand Prix-Wertung haben sie nach zwei Wettkämpfen nun 30 Punkte eingesammelt und stehen damit sicher im Finale. Kavaguti/Smirnov, die Führenden nach dem Kurzprogramm, wagten in ihrer Walzerkür (Tschaikovskis „Valse Sentimentale“, gefolgt von einer recht voluminösen Version von „An der schönen blauen Donau“) das, was bei den Olympischen Spielen 2006 das chinesische Paar Zhang/Zhang versuchte: den vierfachen Wurfsalchow. Das Resultat war leider sehr ähnlich wie damals bei Zhang/Zhang: ein schwerer Sturz von Yuko Kavaguti, die Kür konnte erst nach einer Unterbrechung (offenbar war die Schulter ausgerenkt?) wieder aufgenommen werden – und zwar so, als wäre gar nichts gewesen. Zäh, die Frau, obwohl sie auf mich immer etwas kindlich wirkt. Ich frage mich sowieso, wo sie eigentlich die Kraft hernimmt, allzuviele Muskeln kann ich bei ihr nicht erkennen… Am Ende reichte es für die Russen noch für den zweiten Platz und insgesamt 193,05 Punkte. Auf den dritten Platz konnten sich die Amerikaner Inoue/Baldwin vorschieben. Sie versuchten einen dreifachen Wurfaxel, der aber mit einem Sturz von Rena Inoue endete. Sie erhielten insgesamt 158,78 Punkte.

Brian Joubert blieb in seiner „Ancient Land“-Kür (die so sehr an Yagudins Show-Programm aus der Saison 2001/2002 erinnert) nicht ganz fehlerfrei – ein Patzer beim Dreifachaxel, zweimal falsche Kanten beim Flip-Absprung -, konnte die Kür aber mit 147,35 Punkten gewinnen (insgesamt: 232,70 Punkte). In der Grand Prix-Wertung hat er jetzt insgesamt 24 Punkte und muss sich noch zwei Wochen gedulden, um zu sehen, ob er ins Finale kommt. Joubert stand als einziger den Vierfach-Toeloop; Takahashi und Abbott versuchten den Sprung, allerdings ohne saubere Landung… Nur knapp hinter Joubert lag Tomas Verners Landsmann Michal Brezina mit 146,68 Punkten (insgesamt: 217,48 Punkte), der sich als lässig-vergnügter „American in Paris“ insgesamt auf den dritten Platz hochkämpfen konnte. Hauchdünn zweiter der Gesamtwertung und dritter in der Kürwertung wurde Johnny Weir (insgesamt: 217,70 Punkte), der als gefallener Engel über das Eis tanzte (zum Glück, ohne tatsächlich zu fallen). Takahashi blieb mit einigen Fehlern bei den Sprüngen mit seiner „La Strada“-Kür auf dem vierten Platz aus dem Kurzprogramm (214,29 Punkte). Fünfter wurde Adam Rippon, sechster Jeremy Abbott.

Die Kür der Damen gewann die äußerst gut gelaunte Alena Leonova mit einer flotten „Chicago“-Kür. Sie konnte sich damit insgesamt auf den zweiten Platz vorschieben (160,85 Punkt). Miki Ando erhielt mit einigen Fehlern bei den Sprüngen die zweitbeste Kürwertung, was zum Gesamtsieg ausreichte (162,55 Punkte). Damit steht die Japanerin schon mal im Finale. Ashley Wagner hatte ebenfalls mit ihren Sprüngen zu kämpfen und kam auf den dritten Platz (155,99 Punkte). Vierte wurde Yukari Nakano. Sarah Meier zog ihren Start zurück (Achillessehnenentzündung). Anette Dytrt kam auf den 8. Platz, verfehlte aber mit insgesamt 126,01 Punkten knapp die Olympianorm von 128 Punkten. Kurze Randbemerkung: Peter Liebers und Stefan Lindemann haben inzwischen beide ihre Olympiasollpunkte eingefahren. Jetzt müssen sich die zwei um den einen Startplatz streiten.

Hier, zum Mitfreuen, die fröhliche Alena Leonova. Ihr großes Vorbild ist übrigens, wen wundert’s, Irina Slutskaya.

Und hier alle Ergebnisse des zweiten Wettkampftages.

6. November 2009

Grand Prix IV: NHK Trophy, Kurzprogramm

obj_header_01Und da ist er wieder: Auch Brian Joubert scheint endlich fit für die Olympiasaison zu sein. Vielleicht hat er ja den Ansporn durch die gute Vorstellung seines Leib- und Magenkonkurrenten Plushenko beim Rostelecom Cup benötigt. Bei der NHK Trophy, die an diesem Wochenende in Nagano, Japan stattfindet, zeigte der Franzose im Kurzprogramm eine schöne 4fach-3fach-Toeloop-Kombi, einen schönen Dreifachaxel und machte nur beim 3fach-Lutz einen kleinen Fehler in der Landung (überdreht). Sein schmissiges und sehr selbstbewusst vorgetragenes Kurzprogramm, dasselbe wie im Vorjahr (Rise), kam bei den weiblichen japanischen Fans hörbar gut an. Die Vorstellung hat ihm mit 85,35 Punkten die Führung eingetragen:

Joubert war im Kurprogramm der einzige Herr mit einem Vierfachen im Gepäck. Jeremy Abbott kam mit 83 Punkten auf den zweiten Platz. Er zeigte eine schöne 3fachFlip – 3fachToeloop-Kombi, einen schönen 3fach-Axel, schöne Pirouetten und vor allem ein ganz sauberes, ganz fließend gelaufenes, gut choreographiertes und interpretiertes Programm. Musik: A day in my life. Völlig anderer Charakter als Joubert.  Johnny Weir kam mit einer sauberen Vorstellung zu „I love you, I hate you“ auf den dritten Platz (78,35 Punkte). Dieses schwarzrosa Schnürkostüm… naja, Geschmackssache. Der gute Daisuke Takahashi ging leider im Kreisschritt seines Tangoprogramms „Eye“ zu Boden… da helfen auch die höchsten Programmkomponenten nichts, 78,18 Punkte, 4. Platz. Er hat’s mit einem Lachen quittiert. Adam Rippon, für den es bei der Trophée Eric Bompard so gut lief, liegt mit 67,15 Punkten nur auf dem 8. Platz.

Bei den Paaren führen nach einer ganz balletös und vor allem fehlerfrei dahingeglittenen Vorstellung zu Camille Saint-Saens „Schwan“ die Russen Kavaguti/Smirnov mit 68,90 Punkten. Knapp dahinter auf dem zweiten Platz liegen Pang/Tong, die einen kleinen Fehler beim Einzelsprung machten (67,30 Punkte). Auf Platz 3 liegen die US-Amerikaner Denney/Barrett, allerdings haben sie schon einen beträchtlichen Punktrückstand (55,20 Punkte).

Ashley Wagner hat vor Miki Ando und Yukari Nakano das Kurzprogramm der Damen gewonnen. Alle drei liegen allerdings ganz dicht beisammen (Wagner: 56,54 Punkte, Ando: 56,22 Punkte, Nakano: 54,92 Punkte). Wagner kam zu „Once upon a time in America“ ganz gut durch ihr Programm, allerdings wurde ihr Doppelaxel downgegradet. Ando machte Fehler bei den Sprüngen, stürzte beim 3fachFlip und landete den 3fachLutz auf zwei Füßen. Ihre Himmelspirouette erhielt nur den Level 1. Nakano verpatzte die Sprungkombination. Auf Platz 4 liegt Laura Lepistö (die weder Flip noch Lutz im Programm hatte), auf Platz 5 die Juniorenweltmeisterin Alena Leonova mit witziger Folklore, aber verpatztem 3fachLutz. Sarah Meier erreichte nur den achten Platz, Anette Dytrt kam nur auf Platz 9.

Im Eistanz führen nach dem Pflichttanz die Amerikaner Davis/ White vor Kerr/Kerr und den Russen Bobrova/Soloviev.

Hier alle Ergebnisse des ersten Wettkampftages.