7. November 2009

NHK Trophy: Und hier die Kür

Kaum hat der Wettkampf angefangen, ist er auch schon wieder vorbei, mit Ausnahme für die Eistänzer, die morgen noch ihre Kür zeigen müssen. Doch ansonsten stehen die Sieger fest: Brian Joubert, Miki Ando und Pang/Tong.

Das chinesische Paar zeigte eine fehlerlose Vorstellung zum „Man of La Mancha“, erhielt 132,35 Punkt für die Kür und insgesamt 199,65 Punkte. In der Grand Prix-Wertung haben sie nach zwei Wettkämpfen nun 30 Punkte eingesammelt und stehen damit sicher im Finale. Kavaguti/Smirnov, die Führenden nach dem Kurzprogramm, wagten in ihrer Walzerkür (Tschaikovskis „Valse Sentimentale“, gefolgt von einer recht voluminösen Version von „An der schönen blauen Donau“) das, was bei den Olympischen Spielen 2006 das chinesische Paar Zhang/Zhang versuchte: den vierfachen Wurfsalchow. Das Resultat war leider sehr ähnlich wie damals bei Zhang/Zhang: ein schwerer Sturz von Yuko Kavaguti, die Kür konnte erst nach einer Unterbrechung (offenbar war die Schulter ausgerenkt?) wieder aufgenommen werden – und zwar so, als wäre gar nichts gewesen. Zäh, die Frau, obwohl sie auf mich immer etwas kindlich wirkt. Ich frage mich sowieso, wo sie eigentlich die Kraft hernimmt, allzuviele Muskeln kann ich bei ihr nicht erkennen… Am Ende reichte es für die Russen noch für den zweiten Platz und insgesamt 193,05 Punkte. Auf den dritten Platz konnten sich die Amerikaner Inoue/Baldwin vorschieben. Sie versuchten einen dreifachen Wurfaxel, der aber mit einem Sturz von Rena Inoue endete. Sie erhielten insgesamt 158,78 Punkte.

Brian Joubert blieb in seiner „Ancient Land“-Kür (die so sehr an Yagudins Show-Programm aus der Saison 2001/2002 erinnert) nicht ganz fehlerfrei – ein Patzer beim Dreifachaxel, zweimal falsche Kanten beim Flip-Absprung -, konnte die Kür aber mit 147,35 Punkten gewinnen (insgesamt: 232,70 Punkte). In der Grand Prix-Wertung hat er jetzt insgesamt 24 Punkte und muss sich noch zwei Wochen gedulden, um zu sehen, ob er ins Finale kommt. Joubert stand als einziger den Vierfach-Toeloop; Takahashi und Abbott versuchten den Sprung, allerdings ohne saubere Landung… Nur knapp hinter Joubert lag Tomas Verners Landsmann Michal Brezina mit 146,68 Punkten (insgesamt: 217,48 Punkte), der sich als lässig-vergnügter „American in Paris“ insgesamt auf den dritten Platz hochkämpfen konnte. Hauchdünn zweiter der Gesamtwertung und dritter in der Kürwertung wurde Johnny Weir (insgesamt: 217,70 Punkte), der als gefallener Engel über das Eis tanzte (zum Glück, ohne tatsächlich zu fallen). Takahashi blieb mit einigen Fehlern bei den Sprüngen mit seiner „La Strada“-Kür auf dem vierten Platz aus dem Kurzprogramm (214,29 Punkte). Fünfter wurde Adam Rippon, sechster Jeremy Abbott.

Die Kür der Damen gewann die äußerst gut gelaunte Alena Leonova mit einer flotten „Chicago“-Kür. Sie konnte sich damit insgesamt auf den zweiten Platz vorschieben (160,85 Punkt). Miki Ando erhielt mit einigen Fehlern bei den Sprüngen die zweitbeste Kürwertung, was zum Gesamtsieg ausreichte (162,55 Punkte). Damit steht die Japanerin schon mal im Finale. Ashley Wagner hatte ebenfalls mit ihren Sprüngen zu kämpfen und kam auf den dritten Platz (155,99 Punkte). Vierte wurde Yukari Nakano. Sarah Meier zog ihren Start zurück (Achillessehnenentzündung). Anette Dytrt kam auf den 8. Platz, verfehlte aber mit insgesamt 126,01 Punkten knapp die Olympianorm von 128 Punkten. Kurze Randbemerkung: Peter Liebers und Stefan Lindemann haben inzwischen beide ihre Olympiasollpunkte eingefahren. Jetzt müssen sich die zwei um den einen Startplatz streiten.

Hier, zum Mitfreuen, die fröhliche Alena Leonova. Ihr großes Vorbild ist übrigens, wen wundert’s, Irina Slutskaya.

Und hier alle Ergebnisse des zweiten Wettkampftages.

6. November 2009

Grand Prix IV: NHK Trophy, Kurzprogramm

obj_header_01Und da ist er wieder: Auch Brian Joubert scheint endlich fit für die Olympiasaison zu sein. Vielleicht hat er ja den Ansporn durch die gute Vorstellung seines Leib- und Magenkonkurrenten Plushenko beim Rostelecom Cup benötigt. Bei der NHK Trophy, die an diesem Wochenende in Nagano, Japan stattfindet, zeigte der Franzose im Kurzprogramm eine schöne 4fach-3fach-Toeloop-Kombi, einen schönen Dreifachaxel und machte nur beim 3fach-Lutz einen kleinen Fehler in der Landung (überdreht). Sein schmissiges und sehr selbstbewusst vorgetragenes Kurzprogramm, dasselbe wie im Vorjahr (Rise), kam bei den weiblichen japanischen Fans hörbar gut an. Die Vorstellung hat ihm mit 85,35 Punkten die Führung eingetragen:

Joubert war im Kurprogramm der einzige Herr mit einem Vierfachen im Gepäck. Jeremy Abbott kam mit 83 Punkten auf den zweiten Platz. Er zeigte eine schöne 3fachFlip – 3fachToeloop-Kombi, einen schönen 3fach-Axel, schöne Pirouetten und vor allem ein ganz sauberes, ganz fließend gelaufenes, gut choreographiertes und interpretiertes Programm. Musik: A day in my life. Völlig anderer Charakter als Joubert.  Johnny Weir kam mit einer sauberen Vorstellung zu „I love you, I hate you“ auf den dritten Platz (78,35 Punkte). Dieses schwarzrosa Schnürkostüm… naja, Geschmackssache. Der gute Daisuke Takahashi ging leider im Kreisschritt seines Tangoprogramms „Eye“ zu Boden… da helfen auch die höchsten Programmkomponenten nichts, 78,18 Punkte, 4. Platz. Er hat’s mit einem Lachen quittiert. Adam Rippon, für den es bei der Trophée Eric Bompard so gut lief, liegt mit 67,15 Punkten nur auf dem 8. Platz.

Bei den Paaren führen nach einer ganz balletös und vor allem fehlerfrei dahingeglittenen Vorstellung zu Camille Saint-Saens „Schwan“ die Russen Kavaguti/Smirnov mit 68,90 Punkten. Knapp dahinter auf dem zweiten Platz liegen Pang/Tong, die einen kleinen Fehler beim Einzelsprung machten (67,30 Punkte). Auf Platz 3 liegen die US-Amerikaner Denney/Barrett, allerdings haben sie schon einen beträchtlichen Punktrückstand (55,20 Punkte).

Ashley Wagner hat vor Miki Ando und Yukari Nakano das Kurzprogramm der Damen gewonnen. Alle drei liegen allerdings ganz dicht beisammen (Wagner: 56,54 Punkte, Ando: 56,22 Punkte, Nakano: 54,92 Punkte). Wagner kam zu „Once upon a time in America“ ganz gut durch ihr Programm, allerdings wurde ihr Doppelaxel downgegradet. Ando machte Fehler bei den Sprüngen, stürzte beim 3fachFlip und landete den 3fachLutz auf zwei Füßen. Ihre Himmelspirouette erhielt nur den Level 1. Nakano verpatzte die Sprungkombination. Auf Platz 4 liegt Laura Lepistö (die weder Flip noch Lutz im Programm hatte), auf Platz 5 die Juniorenweltmeisterin Alena Leonova mit witziger Folklore, aber verpatztem 3fachLutz. Sarah Meier erreichte nur den achten Platz, Anette Dytrt kam nur auf Platz 9.

Im Eistanz führen nach dem Pflichttanz die Amerikaner Davis/ White vor Kerr/Kerr und den Russen Bobrova/Soloviev.

Hier alle Ergebnisse des ersten Wettkampftages.

5. November 2009

Lieblingswintersport

Im Blog von Ice Expression wurde schon vor einigen Wochen auf die Umfrage hingewiesen, die seit dem 1. Oktober auf der Webseite von Eurosport läuft. Die Frage: Was ist Ihr Lieblingssport im Winter? Dies ist der aktuelle Stand:

Was ist Ihr Lieblingssport im Winter?

5620 Stimme(n) seit Do. 01 Okt

Answer Result Percentage Number of votes
Langlauf
3% 172 Stimme(n)
Skispringen
11% 620 Stimme(n)
Ski alpin
27% 1499 Stimme(n)
Biathlon
36% 1996 Stimme(n)
Nordische Kombination
2% 110 Stimme(n)
Eiskunstlauf
16% 900 Stimme(n)
Eishockey
4% 240 Stimme(n)
anderer
1% 83 Stimme(n)

Die Umfrage läuft noch, Eiskunstlauffans können also immer noch ihre Stimme abgeben. Vielleicht hilft das ja, um wieder ein bisschen mehr Eiskunstlaufen im Fernsehen zu sehen! Also, nichts wie los, hier geht’s zur Eurosport-Webseite!

4. November 2009

Grand Prix: Zwischenstand

Am Ende der Grand Prix-Serie wartet auf die besten sechs Läufer bzw. Paare aus jeder Kunstlaufdisziplin das Finale. Die besten, das heißt: diejenigen, die in den einzelnen Grand Prix-Wettkämpfen am meisten Punkte sammeln konnten. Jeder gelistete Läufer nimmt an zwei Grand Prix-Wettkämpfen teil, und die Platzierungen werden in Punkte umgerechnet (nicht zu verwechseln mit der Punktvergabe des Neuen Wertungssystems!). In den Einzeldisziplinen werden die Punkte wie folgt verteilt:

  • 1. Platz: 15 Punkte
  • 2. Platz: 13 Punkte
  • 3. Platz: 11 Punkte
  • 4. Platz: 9 Punkte
  • 5. Platz: 7 Punkte
  • 6. Platz: 5 Punkte
  • 7. Platz: 4 Punkte
  • 8. Platz: 3 Punkte

Bei den Paaren und Eistänzern sieht die Punktvergabe so aus:

  • 1. Platz: 15 Punkte
  • 2. Platz: 13 Punkte
  • 3. Platz: 11 Punkte
  • 4. Platz: 9 Punkte
  • 5. Platz: 7 Punkte
  • 6. Platz: 5 Punkte

Maximal kann ein Läufer also 30 Punkte erreichen, und damit ist er dann sicher im Finale. Drei Grand Prix-Ereignisse haben bereits stattgefunden, und manche Läufer sind schon zweimal gestartet. Zeit also, einen Blick auf den Zwischenstand zu werfen: Wer hat gute Chancen aufs Finale? Und wer kommt garantiert nicht mehr hinein?

Ein sicherer Teilnehmer ist Nobunari Oda. Er gewann die Trophée Eric Bompard und den Cup of China, hat also 30 Punkte erhalten. Gute Chancen haben Evan Lysacek, Tomas Verner und Takahiko Kozuka. Sie liegen nach einer Grand Prix-Teilnahme mit 13 Punkten alle gleichauf. Weniger gut sieht es für Sergei Voronov aus. Er hat seine zwei Wettkämpfe bereits absolviert und insgesamt nur 16 Punkte eingesammelt. Yannick Ponsero ist mit insgesamt 14 Punkten wohl draußen. Brian Joubert muss sich gewaltig anstrengen und auf sein Glück hoffen, will er noch ins Finale, denn nach einem Wettkampf hat er momentan nur 9 Punkte. Daisuke Takahasi dagegen tritt erst am nächsten Wochenende bei der NHK-Trophy in den Grand Prix ein. Ihm stehen noch alle Türen offen. Hier der gesamte Zwischenstand der Herren.

Carolina Kostner werden wir im diesjährigen Grand Prix-Finale wohl nicht sehen. Sie hat in zwei Wettkämpfen insgesamt nur 10 Punkte geholt. Ansonsten ist noch vieles offen bei den Damen. Es müsste ein kleines Wunder passieren, käme Yuna Kim nicht ins Finale. Ihr nächster Grand Prix-Wettkampf ist Skate America. Weitere Favoriten: Akiko Suzuki, Miki Ando und Ashley Wagner, außerdem Joannie Rochette und Yukari Nakano. Für Mao Asada sieht es nach ihrem zweiten, eher desaströsen Auftritt beim Rostelecom Cup nicht gerade berauschend aus, sie hat insgesamt 20 Punkt gesammelt. Sarah Meier wird dagegen wie Takahashi die NHK-Trophy als erstes Grand Prix-Ereignis laufen. Hier der Zwischenstand der Damen.

Die Finalfavoriten im Paarlauf sind die drei chinesischen Paare Shen/Zhao, Pang/Tong und Zhang/Zhang, die Ukrainer Mukhortova/Trankov, die Kanadier Dube/Davison und die Russen Kavaguti/Smirnov. Auch Savchenko/Szolkowy zählen natürlich zum Favoritenkreis – wenn sie beim Skate Canada eine bessere Kür zeigen… Hier mehr zum Zwischenstand der Paare.

Und wie sieht es im Eistanz aus? Davis/White, Virtue/Moir, Belbin/Agosto, Pechalat/Bourzat, Khokhlova/Novitski und Cappellini/Lanotte haben sehr gute Chancen, ins Finale einzuziehen. Hier der Zwischenstand.

Am kommenden Wochenende wandert der Grand Prix also nach Nagano, Japan. Ab Freitag starten bei der NHK-Trophy unter anderem Daisuke Takahashi, Pang/Tong, Brian Joubert, Sarah Meier, Kavaguti/Smirnov, Jeremy Abott, Miki Ando, Davis/White und Kerr/Kerr.

Wo ist eigentlich…

Stéphane Lambiel? Er kann an der Grand Prix-Serie nicht teilnehmen, weil er im Vorjahr nicht auf internationalen Wettkämpfen gestartet ist. Wieso hat dann Evgeni Plushenko beim Rostelecom Cup laufen können? Ganz einfach: Der Verband, der das jeweilige Grand Prix-Ereignis ausrichtet, kann ein paar Startplätze nach eigenem Wunsch vergeben. Der russische Verband entschied sich natürlich für Plushenko. Und gäbe es ein Grand Prix-Ereignis in der Schweiz, wäre dort ganz sicher Lambiel am Start gewesen. So werden die beiden Rückkehrer erst bei den Europameisterschaften aufeinandertreffen.

 

2. November 2009

„Our program is a love story“

“We are very pleased to have followed our plan since May“, erklärte der chinesische Paarläufer Hongbo Zhao nach der Kür beim Cup of China. „Our program is a love story. It was good, but not yet perfect.”

Not yet perfect: Ich habe einen Fehler beim zweiten Doppelaxel gesehen; für die Paarlaufpirouette haben die Chinesen überhaupt keine Punkte bekommen, da sie zu wenig Umdrehungen vollführten. Hier haben sie also einige Punkte liegen lassen. Ansonsten wirkte ihr Vortrag zu einer Orchesterversion des Albinoni-Adagios aber schon wunderbar weich und ausgereift. Sie erhielten sehr hohe Programmkomponenten, zwei Judges gaben sogar in Teilbereichen eine 9,0. Zum Gucken und Genießen hier die Kür:

Nicht nur das Programm, auch die sportliche Karriere der beiden hat sich übrigens als love story entpuppt: Nach dem Sieg bei den Weltmeisterschaften 2007 machte Zhao seiner Partnerin einen Heiratsantrag. Seither sind die beiden nicht nur ein Sport-, sondern auch ein Ehepaar.

1. November 2009

Indoo Eisarena: Schlechter Start für den Eissport

Heute hat, wie bereits angekündigt, die Eisbahn Wallanlagen, jetzt Indoo Eisarena, die Wintersaison eröffnet. Dass nach dem Betreiberwechsel nicht alles rund läuft, war zu erwarten. Aber dass den Vereinen, die die Eisbahn Wallanlagen all die Jahre sportlich genutzt haben, vorher zugesicherte Zeiten einfach nicht zur Verfügung gestellt werden, hätte nicht sein müssen. Die Eisschnellläufer wurden gar nicht auf die Bahn gelassen, die Eiskunstläufer erhielten nur einen Bruchteil der Fläche, die ihnen Indoo vorher zugesagt hatte (und für die sie natürlich auch bezahlen sollen). So war kaum Platz, Elemente zu üben. Das Kürüben wird zum Ding der Unmöglichkeit, zumal aus den Lautsprechern die Musik des Publikumslaufes dröhnt, so dass man das Auflegen von Kürmusiken vergessen kann.

Ein weiteres Problem: Indoo hat keine festen Laufzeiten mehr (Pausen, in denen das Eis gründlich aufbereitet werden kann, hält der Betreiber vermutlich für zu teuer), sondern öffnet die Fläche durchgehend von 10 bis 22 Uhr für den Publikumslauf. Eisbereitung gibt es nur nach Bedarf. So war das Eis schon am Abend des ersten Öffnungstages einigermaßen hinüber. Ob sich diese Sparpolitik am Ende auszahlt?

Die für den Sonntagabend angekündigte Klassiklounge war übrigens mit keinem Ton zu hören.

Nebenbei bemerkt: Das Eislaufen im Publikumslauf ist mit dem Betreiberwechsel natürlich teurer geworden.

Ich hoffe sehr, Indoo hat ein Einsehen und lässt die Vereine auch weiterhin auf der Eisbahn trainieren – sonst würde das für den Eisschnellauf das Aus in Hamburg bedeuten, und für den Eiskunstlauf wäre es ein sehr schwerer Schlag.

31. Oktober 2009

Cup of China: Nach der Kür

Der Wettkampfteil des Cup of China ist beendet. Ebenso, wie letzte Woche nach dem Rostelecom Cup Evgeni Plushenko eine gehörige Portion Selbstvertrauen mit in die Saison nehmen konnte, können nun auch Xue Shen und Hongbo Zhao zuversichtlich auf die kommenden Entscheidungen blicken. Sie gewannen die Paarlaufkonkurrenz mit insgesamt 200,97 Punkten vor dem zweiten chinesischen Paar Zhang/Zhang, das seinen Rückstand aus dem Kurzprogramm aufholen konnte und 186,49 Punkte erzielte (zum Vergleich: das dritte chinesische Top-Paar, Pang/Tong, holte letztes Wochenende in Moskau den Sieg mit 191,33 Punkten). Auf Platz 3 liegen die Ukrainer Volosozhar/Morozov mit 170,79 Punkten (Gesamtresultat und Kürergebnis).

Die Herrenkonkurrenz gewann Nobunari Oda mit seiner schönen Chaplin-Kür und insgesamt 239,58 Punkten. Zum Vergleich: Plushenko holte letzte Woche in Moskau 240,65 Punkte, Oda holte auch ohne Vierfachsprung und mit einem verpatzten Einfach- statt Dreifachaxel im Programm fast genauso viele Punkte. Die Olympia-Entscheidung wird also spannend werden. Evan Lysacek hat sich mit 232,17 noch auf den zweiten Platz vorgekämpft, Platz 3 ging an Sergei Voronov (220,39 Punkte). Samuel Contesti konnte den vierten Platz halten (Kürergebnis Herren und Gesamtresultet Herren).

Und die Damen: Mirai Nagasu, nach dem Kurzprogramm noch auf Platz 1, fiel nach der Kür auf den fünften Platz zurück. Die Amerikanerin hat schöne Programme (auch wenn da mal wieder die altgedienten Piraten der Karibik und Carmen unterwegs sind), schöne Spiralschrittfolgen und eine wirklich fabelhafte Himmelspirouette. Leider hat sie extreme Probleme, einen Dreifachsprung auch dreifach in der Luft auszuführen. Das letzte Stück der Drehung geschieht auf dem Eis, und so wurden in der Kür bis auf den Flip alle Sprünge auf Doppelsprünge downgegradet. Gewonnen hat den Cup of China die Japanerin Akiko Suzuki mit einer soliden Leistung zu einer weiteren altgedienten Musik, der Westside Story (man merkt, es ist Olympiasaison…). Sie erhielt 176,66 Punkte. Zweite wurde Kiira Korpi (163,27), dritte Joannie Rochette, für die die Kür sehr viel besser lief als das Kurzprogramm (163,18 Punkte, und nochmal eine altgediente, aber so schön romantische Musik: Samson und Delilah…). Die Kanadierin ist eine unheimlich dynamische und sehr ausdrucksstarke Läuferin und erhielt die höchsten Programmkomponenten der Damenkonkurrenz. Hier ihre Kür:

Und hier das Kürgebnis der Damen und das Gesamtrerultat der Damen.

Im Eistanzen gewannen die Amerikaner Belbin/Agosto vor den Russen Khokhlova/Novitski und den Italienern Faiella/Scali (Gesamtresultat Eistanz).

30. Oktober 2009

Grand Prix III: Samsung Anycall Cup of China

Cup-of-China-logoSie sind wieder da! Die Altmeister Xue Shen/ Hongbo Zhao, die sich nach ihrem Sieg bei den Weltmeisterschaften von 2007 aus dem Wettkampfsport zurückzogen, haben sich heute mit einer eindrucksvollen Vorstellung zurückgemeldet.

Nach dem Kurzprogamm beim Cup of China liegen sie mit 72,28 Punkten in Führung (zum Vergleich: Savchenko/Szolkowy erzielten mit ihrem Kurzprogramm bei der Trophée Eric Bompard 72,98 Punkte). Ich erinnere mich noch gut an ihre herrliche Nussknacker-Kür aus der Saison 2003/2004 und die Puccini-Kür von 2005/2006. Auch das neue Kurzprogramm „Who wants to live forever“ ist wunderschön, und vor allem ist es den beiden gut gelungen. Schöner Dreifach-Toeloop als Einzelsprung, schöner Wurflutz und Wurfrittberger, nur eine kleine Unstimmigkeit in der Einzelpirouette. Dazu das wundervolle Gleiten, die Präsenz auf dem Eis und die Harmonie, die die beiden ausstrahlen – ich habe, wie so oft bei ihnen, mal wieder eine Gänsehaut bekommen und freue mich riesig, dass sie diese Saison wieder dabei sind. Auf Platz 2 liegen nach dem Kurzprogamm die Ukrainer Volosozhar/Morozov (62,98 Punkte), auf Platz 3 die Juniorenweltmeister Iliushechkina/Maisuradze aus Russland (62,54 Punkte). Zhang/Zhang liegen auf dem vierten Platz. Hier das Gesamtergebnis, und hier das Kurzprogramm von Shen/Zhao:

Auch die Damen und Herren haben das Kurzprogramm bereits hinter sich. Mirai Nagasu liegt knapp in Führung vor Kiira Korpi und Carolina Kostner (zum Ergebnis), Joannie Rochette liegt mit 10 Punkten Rückstand nur auf dem siebten Platz. Bei den Herren gewann Nobunari Oda, der schon die Trophée Eric Bompard gewonnen hat, das Kurzprogramm vor Sergei Voronov und dem Weltmeister von 2009, Evan Lysacek. Alle drei liegen in der Punktwertung nicht weit auseinander. Auf Platz vier, aber schon mit merklichem Punktrückstand, folgt Samuel Contesti, der im Vorjahr mit tollen Leistungen und vor allem mit großartigen Programmen – die Sergio Leone/Eastwood-Kür hätte ich mir auch noch eine weitere Saison angeguckt – für Aufsehen sorgte (Platz 5 bei den Weltmeisterschaften).  Ich kenne seine neuen Programme noch nicht und warte wieder einmal auf die „Notübertragung“ auf youtube. Hier das Ergebnis des Herren-Kurzprogramms.

Im Eistanz liegen nach Pflicht- und Originaltanz die Amerikaner Belbin/Agosto in Führung (zum Gesamtresultat).

Morgen wird der Wettkampf mit den Küren fortgesetzt.

28. Oktober 2009

Eisbahn Wallanlagen wird Indoo Eisarena

Eisbahn Große Wallanlagen

Eisbahn Große Wallanlagen - jetzt "Indoo Eisarena"

Am 1. November soll auch die vierte der Hamburger Kunsteisbahnen in die Wintersaison 2009/2010 starten: die große Freiluftanlage in Planten un Blomen, die mit 4300 Quadratmeter Fläche zu den größten Freilufteisbahnen weltweit zählt. Dort wird sich in diesem Winter wohl einiges ändern, denn die Traditionseisbahn „Große Wallanlagen“, 1971 eröffnet und ehemals im Besitz der Stadt, ist im Frühling an einen neuen Betreiber gegangen und heißt nun nach diesem „Indoo Eisarena“.

Die Firma Indoo hat sich auf Indoor-Spielplatzanlagen, Kletterparks und ähnliches spezialisiert, mit Eisanlagen hat sie bislang keine Erfahrung. Was nicht ist, kann ja noch werden. Aber den übrigen Firmenaktivitäten entsprechend setzt der neue Betreiber vor allem auf „Family und Fun“ und weniger auf sportliche Nutzung der Anlage. Für die kommende Saison konnten die meisten Trainingstermine der Eiskunstlaufvereine, für die die Eisbahn „Große Wallanlagen“ im Winter die Haupttrainingsstätte war, erhalten werden. Eine Kürzung der Trainingsmöglichkeiten wäre für die Vereine kaum anderweitig auszugleichen, da die drei weiteren Eisanlagen in der Stadt neben dem öffentlichen Lauf nahezu ausschließlich mit Eishockeytraining belegt sind.

Härter noch als die Eiskunstläufer würde eine Umstrukturierung die Eisschnelläufer treffen, für die die Eisbahn „Wallanlagen“ die einzige Trainingsmöglichkeit in Hamburg ist. Seit bekannt wurde, dass die Stadt für die Fläche einen neuen Investor sucht, haben die Eisschnelläufer mit viel Engegament ein alternatives, sport- wie freizeittaugliches Modell für die Anlage entwickelt und waren dafür auch mit einem möglichen Investor im Gespräch. Letzten Endes hat jedoch die Firma Indoo den Zuschlag erhalten. Offensichtlich gibt die Stadt Hamburg, die sich so gerne als Sportstadt rühmt, nicht besonders viel auf den Eissport, mit Ausnahme des Eishockeys, denn für den Bau der Volksbankarena, die vor allem Trainingshalle für die Freezers ist, hat die Stadt einen kräftigen Zuschuss gezahlt. Informationen und Diskussionen rund um die Umgestaltung der Wallanlagen gibt es übrigens auf der Seite rettet-die-eisbahn.de.

Ob und wie die Anlage in den Wallanlagen nach dieser Wintersaison umgebaut wird, ist noch nicht bekannt. Von Indoo ist die Kombination mit einer Kletteranlage geplant. Jetzt heißt es erst einmal abwarten, was die kommende Saison bringt. Der traditionelle Begrüßungstusch und das Abschiedslied, mit dem jede Laufzeit beendet wurde, wird wohl nicht mehr durch die Wallanlagen schallen. Deshalb hier für alle Wallanlagenfans ein kleiner nostalgischer Nachruf, getreu der guten alten Laufzeit-Abschiedsmelodie:

„Auf Wiedersehn, auf Wiedersehn,
Bleib nicht so lange fort
Denn ohne dich wärs halb so schön,
Darauf hast du mein Wort.
Auf Wiedersehn, auf Wiedersehn,
Das eine glaube mir:
Nachher wird es nochmal so schön,
Das Wiedersehn mit dir.“

25. Oktober 2009

Rostelecom Cup: Nach der Kür

Auch das zweite Eiskunstlauf-Grand Prix-Wochenende geht zu Ende. Festzuhalten ist: Plushenko kann mit viel Selbstvertrauen auf die weiteren Wettkämpfe blicken. Er hat den Herrenwettkampf mit 240,65 Punkten vor Takahiko Kozuka (215,13 Punkte) und seinem russischen Teamkollegen Artem Borodulin (201,55 Punkte) gewonnen. Johnny Weir kam mit Problemen bei den Sprüngen, vor allem beim Axel, mit 198,55 Punkten auf den vierten Platz. Hier die Ergebnisse der Kür und das Gesamtergebnis. Tangofreunde kommen dieses Jahr bei den Eiskunstlaufherren auf jeden Fall auf ihre Kosten: Plushenko mit Tangokür, Lambiel mit Tangokür…

Hier Plushenkos Tango Amore von Edvin Marton:

Den Damenwettkampf gewann Miki Ando mit deutlichem Punktabstand (171,93 Punkte) vor Ashley Wagner (163,97), Leonova und Czisny. Ihr neues Kürprogramm hebt sich, wie ich finde, schön von den Klassikinterpretationen ab, die bei den Damen ja nicht gerade selten zu sehen sind; ihr Thema heißt Cleopatra, die zugehörige Musik stammt aus der BBC-Serie „Rome“. Mao Asada scheint inzwischen ziemlich aus dem Tritt, was ihre Sprungelemente angeht; sie kam auf Platz 5. Es wird wohl keine leichte Saison für sie werden, möglicherweise wird sie das Kurzprogramm austauschen. Für Deutschland war Anette Dytrt am Start und kam insgesamt auf Platz 11 und auf gerade einmal 109,74 Punkte (Yuna Kim erzielte vergangene Woche bei der TEB beinahe doppelt soviele Punkte). Hier das Ergebnis der Kür und das Gesamtresultat.

Bei den Paaren siegten wie zu erwarten Pang/Tong vor Kavaguti/Smirnov und McLaughlin/Brubaker (Kürwertung und Gesamtresultat), im Eistanzen mit kräftigem Punktabstand die US-Amerikaner Davis/White (Gesamtresultat).

Nächsten Freitag und Samstag wird der Grand Prix fortgesetzt, diesmal geht es nach Beijing zum Cup of China, wo ein weiteres Comeback ins Haus steht mit dem chinesischen Paar Shen/Zhao. Bei den Herren startet Samuel Contesti in die Grand Prix-Serie, bei den Damen Joannie Rochette. Es wird also wieder ein spannendes Wochenende!