8. Februar 2010

SCC-Pokal 2010 findet doch noch statt

Hobbyläufer aufgepasst: Lange war es nicht sicher, ob in diesem Jahr der Berliner SCC-Pokal stattfindet. Der Abriss der Deutschlandhalle in Berlin, die für Eishockey genutzt wurde, sorgte vermutlich für einige Engpässe und Probleme bei der Organisation von Trainings- und Wettkampfzeiten.

Nun konnte doch noch ein Termin für den 4. SCC-Pokal gefunden werden: der 26.-28. März 2010 – stressige Zeiten für Hobbyläufer, denn ein Wochenende später findet in Hamburg der Michel-Pokal statt, und noch ein Wochenende später in Grimma der Deutschland-Pokal.

Der 4. SCC-Pokal findet wie in den Vorjahren im Erika-Heß-Eisstadion statt. Für erwachsene Hobbyläufer mit Kürprogrammen und für Hobby-Eistänzer gibt es in diesem Jahr sogar 4 Kategorien (A-D): Kategorie D geht für die Kürprogramme bis zum Rittberger, C bis zum Flip, B bis zum Axel und A bis zum Doppelrittberger. Gerade für Hobbyläufer, die noch nicht so viele technische Elemente beherrschen, ist diese Ausschreibung vorteilhaft. Allerdings finde ich es schade, dass sich die Ausschreibungen für Hobby-Wettkämpfe so immer weiter splitten und am Ende für jeden Wettkampf ein abgewandeltes Programm erforderlich ist, besonders für diejenigen, die in Grimma und in Oberstdorf starten wollen.

Die Einzelkür-Kategorien A-C werden beim SCC-Pokal übrigens nach dem NJS bewertet. Hier die gesamte Ausschreibung.

3. Februar 2010

Vancouver: Zeitplan und TV-Sendezeiten

Das lange Warten hat bald ein Ende: Nicht einmal mehr zwei Wochen, bevor in Vancouver die XXI. Olympischen Winterspiele eröffnet werden! In meinem Bauch kribbelt bereits die Vorfreude. Zum Glück ziehen sich bei Olympia die Eiskunstlauf-Wettkämpfe über etliche Tage hin, so kann man länger genießen.

Während ich unruhig auf meinem Stuhl wippe und vor Spannung schon ganz zappelig werde, bleiben andere Leute cool:

Plushenko auf dem Podium in Tallinn, (c) Dave Carmichael

Plushenko, lässiger Sieger der EM in Tallinn, hat unlängst auf einer Pressekonferenz verkündet, er denke darüber nach, auch die Spiele in Sochi 2014 mitzumachen – immerhin fänden sie ja in seiner Heimat Russland statt.

Ich jedenfalls freue mich erst einmal auf Vancouver. Der Zeitplan der Eiskunstlaufwettkämpfe ist ideal für europäische Nachtschwärmer:

  • Sonntag, 14.02., 16.30 Uhr: Kurzprogramm Paare (MEZ: Montag, 15.02., 01.30 Uhr – ca. 05.00 Uhr)
  • Montag, 15.02., 17.00 Uhr: Kür Paare (MEZ: Dienstag, 16.02., 02.00 Uhr – ca. 06.00 Uhr)
  • Dienstag, 16.02., 16.15 Uhr: Kurzprogramm Herren (MEZ: Mittwoch, 17.02., 01.15 – ca. 05.45 Uhr)
  • Donnerstag, 18.02., 17.00 Uhr: Kür Herren (MEZ: Freitag, 19.02., 02.00 Uhr – ca. 06.00 Uhr)
  • Freitag, 19.02., 16.45 Uhr: Eistanz Pflichttanz (MEZ: Samstag, 20.02., 01.45 Uhr – ca. 05.15 Uhr)
  • Sonntag, 21.02., 16.15 Uhr: Eistanz Originaltanz (MEZ: Montag, 22.02., 01.15 Uhr – ca. 04.45 Uhr)
  • Montag, 22.02., 16.45 Uhr: Eistanz Kür (MEZ: Dienstag, 23.02., 01.45 Uhr – ca. 06.00 Uhr)
  • Dienstag, 23.02., 16.30 Uhr: Damen Kurzprogramm (MEZ: Mittwoch, 24.02., 01.30 Uhr – ca. 06.00 Uhr)
  • Donnerstag, 25.02., 17.00 Uhr: Damen Kür (MEZ: Freitag, 26.02., 02.00 Uhr – ca. 06.00 Uhr)
  • Samstag, 27.02., 16.30 Uhr: Schaulaufen (MEZ: Sonntag, 28.02., 01.30 Uhr)

Eurosport überträgt alle Wettkämpfe in der Nacht fast vollständig live und sendet tagsüber mehrmals ein- bis zweistündige Aufzeichnungen. Nur bei der Kür der Damen schaltet Eurosport live erst später zu. Hier sind die Sendezeiten im Detail einzusehen.

Auch ARD und ZDF senden in der Nacht live aus Vancouver. Wieviel Eiskunstlauf dabei ist, ist aber aus dem Programm nicht ersichtlich.

29. Januar 2010

4CC: Paarlauf Kür, Herren Kurzprogramm, Damen Kür

In Jeonju steht mittlerweile nur noch die Kür der Herren aus, alle anderen Wettkämpfe sind abgeschlossen.

Im Paarlauf haben sich die Chinesen Zhang/Zhang, die bereits nach dem Kurzprogramm führten, den Titel gesichert. Sie präsentierten sich kurz vor den Olympischen Spielen in guter Form und erhielten 126,26 Punkte für ihre “Sheherazade”-Kür. Zweite wurden die Amerikaner McLaughlin/ Brubaker mit dem Kürthema “Slumdog Millionaire” (105,61 Punkte). McLaughlin stürzte beim 3fach-Salchow und beim Wurfrittberger. Auch die Kanadier Duhamel/Buntin machten jedoch Fehler bei einer Hebung und beim Wurflutz und blieben mit 101,12 Punkten hinter den Amerikanern.

Nach dem Kurzprogramm der Herren liegt Kevin Reynolds aus Kanada mit 81,60 Punkten in Führung vor dem Chinesen Nan Song (72,95 Punkten) und Brandon Mroz aus den USA (70,88 Punkte). Reynolds stand eine saubere 4fach-Salchow-3fach-Toeloop-Kombi und zeigte ein flott interpretiertes Jazzprogramm (schöner Eislaufstil, sehr kanadisch, wie ich finde). Auf Platz 4 folgt Denis Ten aus Kazachstan – ein sehr talentierter Eisläufer und einer der wenigen Herren, der eine Bielmann-Pirouette zeigt, allerdings patzte er bei der Sprungkombination.

(c) David W. Carmichael

Mao Asada setzte ihre Achterbahnfahrt durch die diesjährige Saison fort  – ob sie sich auf dem Berg oder im Tal befindet, bestimmt hauptsächlich der Axel in ihrem Programm: landet sie ihn dreifach, downgegradet oder gestürzt? Nach dem dritten Platz im Kurzprogramm zeigte sie eine solide Kür mit zwei sauberen 3fach-Axeln und gewann die Kür (126,74 Punkte) und den Gesamtwettkampf mit insgesamt 183,96 Punkten. Vancouver bleibt also spannend. Zweite wurde Akiko Suzuki mit einem Fehler beim Rittberger, dritte Caroline Zhang, Amanda Dobbs fiel auf Platz 4 zurück.

Den Titel im Eistanzen holten sich die Kanadier Weaver/Poje. Morgen folgt als letzter Wettkampfteil die Kür der Herren.

Hier alle Ergebnisse bis dato.

27. Januar 2010

4CC: Kurzprogramm Damen und Paare

Die ganz großen Namen fehlen in diesem Jahr bei den 4 Continents – schließlich beginnen in nicht einmal drei Wochen die Olympischen Winterspiele. Nicht am Start sind zum Beispiel Yu-Na Kim, Joannie Rochette, Mirai Nagasu und Rachael Flatt, Patrick Chan, Daisuke Takahashi, Nobunari Oda und die Top-Herren der USA. Auch Shen/Zhao und Pang/Tong sind nicht nach Jeonju gefahren.

Am Start sind allerdings Mao Asada und Akiko Suzuki aus Japan. Heute begann der Wettkampf mit dem Pflichttanz der Eistänzer, dem Kurzprogramm der Paare und der Damen.

Bei den Paaren liegen die Chinesen Zhang/Zhang in Führung vor den Amerikanern McLaughlin/Brubaker und den Kanadiern Duhamel/Buntin. Die führenden Damen des Feldes zeigten sich von ihrer schwachen Seite. Akiko Suzuki, nach dem Kurzprogram auf Platz 1, sprang den Einzelsprung (Rittberger) nur einfach. Mao Asada, momentan nur auf Platz 3, landete ihre 3Axel-2Toeloop-Kombi, allerdings wurde der Axel downgegradet. Den Einzelsprung (Flip) sprang sie ebenfalls nur einfach. So konnte Amanda Dobbs aus den USA an ihr vorbeiziehen und liegt momentan auf Platz 2. Vierte nach dem KP ist Caroline Zhang, deren Sprungkombi ebenfalls downgegradet wurde. Für ihren Längsschritt erhielt Akiko Suzuki übrigens ein Level 4, das in einer Schrittpassage (Ausnahme Spiralfolgen) äußerst selten vergeben wird!

Alle Ergebnisse bis dato sind hier zu finden.

27. Januar 2010

Fashion matters

Eiskunstlaufen gilt als Glitzersport. Zwar rangiert in der Trainingsrealität, entgegen den in der nichteiskunstlaufenden Öffentlichkeit verbreiteten Klischees, der Sport sehr viel höher als das Glitzern. Aber Eiskunstlaufen ist unbestritten ein Präsentationssport, und wer sich präsentieren will, achtet bekanntermaßen auf seine Kleidung.

Eiskunstlaufkostüme müssen vielen Ansprüchen genügen. Sie müssen Bewegungsfreiheit garantieren, reißfest sein und von allen Seiten, auch bei kräftigem Fahrtwind, gut aussehen. Sie sollen das Musikthema untermalen, die Läufer gut kleiden, den Fans gefallen und einen positiven Eindruck bei den Preisrichtern hinterlassen, das heißt auffallen – am besten natürlich positiv (Ausnahmen bestätigen die Regel). Auffallen bedeutet aber – Eiskunstlauflästerer hergehört – nicht immer glitzern. Und wer sich über schimmernde Kostüme amüsiert, sollte sich fragen, ob Swarowskikristalle und Pailletten nicht angenehmer funkeln als die Werbebanner auf der Sportbekleidung anderer Disziplinen.

Eislaufkostüme sind eine Frage des Geschmacks und der Mode. Man schaue sich den Kostümstil der 70er und 80er Jahre an, die Anzüge von Norbert Schramm oder das Trachtenkleid von Katharina Witt im Kurzprogramm 1984 und vergleiche mit Samuel Contestis filmreifen Cowboy-Kostüm oder dem Bond-Outfit von Yu-Na Kim. In den USA werden die Eiskunstlauf-Kostüme diskutiert wie die Roben der Oscarstars, jüngsten Anlass boten die nationalen Meisterschaften, siehe bei gofugyourself.celebuzz.com, wo unter anderem das Bollywood-Kostüm des Eistanzpaares Davis/White Thema ist:

Ganz besonders in den Schlagzeilen steht der modevernarrte Johnny Weir: In den USA beschweren sich Tierschützer über den Fuchspelzbesatz an seinem Küranzug, nachzulesen bei loopaxels, inzwischen auch in der deutschen Lokalpresse.

Bei abcnews kann man gemeinsam mit der Kostümdesignerin Vera Wang auf die Olympia-Kostüme der vergangenen Jahrzehnte zurückblicken und sich schon einmal auf die Vorführungen in Vancouver einstimmen. Doch spätestens zu Beginn der Spiele werden Modefragen in den Hintergrund rücken. Denn was dort glänzen soll, sind ja vor allem die sportlichen und künstlerischen Leistungen.

27. Januar 2010

4 Continents: Live stream

Offenbar überträgt der chinesische Sender CCTV5 mit live stream von den 4 Continents Figure Skating Championships:

http://www.fsuniverse.net/forum/showthread.php?p=2592663

25. Januar 2010

Olympia-Kunstlauf-Teams der USA und Kanada stehen fest

Zeitgleich zur Europameisterschaft fanden in den USA die nationalen Titelkämpfe und die Nominierung des Olympia-Teams statt. Die Tickets nach Vancouver gingen an:

  • die Paarlaufteams Denney/ Barrett (laufen erst seit 18 Monaten zusammen!) und Evora/ Ladwig
  • Johnny Weir (3.), Evan Lysacek (2.) und den neuen amerikanischen Meister Jeremy Abbott, der eine grandiose Kür zeigte und insgesamt 263,66 Punkte erhielt
  • die drei Eistanzpaare Davis/ White, Belbin/ Agosto, Samuelson/ Bates
  • die neue amerikanische Meisterin Rachael Flatt und Mirai Nagasu, die zweite des Wettkampfs; Sasha Cohen, deren geplantes Comeback in der ISU-Grand Prix-Serie nicht stattfand (mit Verletzungen begründet) und bei den US-Meisterschaften mit umso größerer Spannung erwartet wurde, lief ein gutes Kurzprogramm, patzte aber in der Kür erheblich und kam insgesamt auf den vierten Platz. So beschränkt sich ihr Comeback – zumindest in dieser Saison – auf eine Teilnahme an den nationalen Meisterschaften.

Hier die Kür von Jeremy Abbott zu Camille Saint-Saens Symphonie Nr.3:

Auch das kanadische Olympia-Eiskunstlauf-Team ist nach dem Abschluss der kanadischen Meisterschaften inzwischen nominiert. Es treten an:

  • im Paarlaufen: die neuen kanadischen Meister Dube/Davison, außerdem Langlois/Hay
  • der alte und neue kanadische Meister Patrick Chan mit einer phantastischen Kür (insgesamt 268,02 Punkte) und Vaughn Chipeur
  • im Eistanzen Virtue/ Moir und Crone/ Poirier
  • die Wiederholungsmeisterin Joannie Rochette, die eine starke, sprunggewaltige Kür lief, und Cynthia Phaneuf

Patrick Chans “Phantom der Oper” bei den kanadischen Meisterschaften:

24. Januar 2010

EM: Kür der Damen

Soviel bleibt festzuhalten: Kaum eine der Damen kam bei der gestrigen Kür fehlerfrei durchs Programm. Carolina Kostner gewann die Kür mit 107,66 Punkten (insgesamt 173,46 Punkte; zum Vergleich: Yu-Na Kim holte beim Grand-Prix-Finale, ebenfalls mit Fehlern, insgesamt 188,86 Punkte). Sie zeigte ein schönes Programm zu einer Auswahl von Bach-Stücken (Air, Cello-Suite), die man im Eiskunstlauf nicht oft zu hören bekommt, doch technisch gab es einige Wackler. Nach einem starken Auftakt (3fach-Flip-3fach-Toeloop-Kombi, 3fach Lutz, Doppelaxel-Doppel-Toe-Kombi) riss anscheinend der Konzentrationsfaden. Der Flip geriet nur einfach, es folgte ein Sturz beim 3fach-Rittberger.

Den zweiten Platz in der Kür und insgesamt die Bronzemedaille sicherte sich überraschend mit einer insgesamt sauberen und energischen Vorstellung zu “Carmen” Elene Gedevanishvili (103,72 Punkte), und das, obwohl Flip und Rittberger in ihrer Kür völlig fehlten und der 3fach-Lutz nicht sauber gelandet war – bezeichnend für das Niveau des Wettkampfs.

Silber holte mit der drittbesten Kürwertung Laura Lepistö (103,41 Punkte). Sie zeigte eine elegante Tango-Interpretation (Adios Nonino), hatte aber ebenfalls mit ihren Sprungelementen zu kämpfen (zum Vergleich: für die technischen Elemente erhielt sie 44,21 Punkte, für die Programmkomponenten 59,20 Punkte). Sie startete mit einer 3T-3T-Kombi, sprang dann aber Lutz und Rittberger nur doppelt, der zweite 3fach-Rittberger wurde zudem downgegradet.

Die vielumschwärmte Kiira Korpi wurde nach zahlreichen Fehlern insgesamt noch Vierte, Sarah Meier konnte sich mit einem nicht ganz sauberen, aber technisch anspruchsvollen Programm auf Platz 5 vorschieben. Sechste wurde die Ungarin Julia Sebestyen.

Hier sind Kürergebnis und Gesamtresultat zu finden.

Wer die Damen-Kür verpasst hat, kann sich übrigens über diesem Link online noch eine vollständige Aufzeichnung des schwedischen Fernsehens anschauen. Das schwedische Fernsehen ist mir während dieser Europameisterschaft enorm ans Herz gewachsen. Während in den knappen und spät ausgestrahlten Eurosport-Zusammenschnitten nach jedem zweiten Starter eine Werbeunterbrechung folgte, die einem bald gewaltig auf die Nerven ging, zeigten die Schweden den Wettkampf ohne Unterbrechung, samt Einlaufen der Startgruppen und Zeitlupenrückblenden in den Eisaufbereitungspausen. Von solchen Übertragungen kann man in Deutschland wohl nur noch träumen.

Leider werden die Schweden wohl kaum die Four Continents Championships zeigen, die morgen in Jeonju, Korea beginnen…

22. Januar 2010

EM: Kurzprogramm Damen

Eine klare Favoritin gibt es bei den europäischen Damen nicht, deshalb war die Spannung vor dem Damen-Wettbewerb groß. Wenn Carolina Kostner fehlerfrei läuft, ist sie – zumindest in Europa – eine Titel-Anwärterin. Die Finninnen haben ein starkes Damen-Aufgebot, die ebenfalls starke Schweizerin Sarah Meier hatte mit Verletzungen zu kämpfen, Julia Sebestyen zählt zu den Nerven-Wackel-Kandidatinnen, auch Alena Leonova lief in dieser Saison nicht konstant.

Nun ist das Kurzprogramm abgeschlossen, der Stand: Carolina Kostner ist endlich einmal wieder gut durch ihr Kurzprogramm gekommen und liegt mit 65,80 Punkten in Führung. Mit geringem Abstand folgen die Finninnen Kiira Korpi (64,26) und Laura Lepistö (62,96). Die Georgierin Elene Gedevanishvili zeigte ein schwungvolles, gutes Programm, das ihr den vierten Platz eingetragen hat (60,82). Auf Platz 5 und 6 folgen Alena Leonova und Julia Sebestyen, Sarah Meier wurde nur achte.

Die deutschen Läuferinnen liegen leider weitab von den Top-Ten. Sarah Hecken kam nach Fehlern bei den Sprungelementen auf Rang 16 (46,34), die zweite deutsche Starterin, Shira Willner, erreichte mit Rang 24 (38,10 Punkte) nicht das Finale.

Hier ist das Gesamtergebnis.

22. Januar 2010

EM: Kür der Herren

Ein lässiger Auftakt mit einer 4fach-3fach-Toeloop-Kombi, und dann jagt ein blitzsauberer Dreifachsprung den nächsten: Evgeni Plushenko scheint unschlagbar zu sein. Kühl und souverän gewann er gestern Abend zu Edvin Martons “Tango Amore” die Kür der Herren mit 164,09 Punkten und einer Gesamtpunktzahl von 255,39 Punkten. Er gestattete sich nur einen kleinen Fehler, als er den Lutz nur doppelt sprang.

Brian Joubert, der bereits im Einlaufen reichlich angespannt wirkte und auch in seinem Kürvortrag ungewohnt Nerven zeigte, muss der Abend wie ein böses Déjà-vu vorgekommen sein: Bereits 2006 stand er bei der EM hinter Plushenko auf dem Treppchen, und wie 2006 zog auch noch der Schweizer Stéphane Lambiel mit einer starken Kürleistung an ihm vorbei. Lambiel zeigte zwei Vierfache, beim ersten Toeloop musste er die Landung mit der Hand abfangen, doch der zweite gelang sauber und in Kombination mit dem Doppel-Toeloop.

Leider, leider hat Lambiel Probleme mit dem 3fach-Axel, der in der Kür fehlte. Einige Landungen waren unsauber, und zu allem Überfluss ging der Schweizer in der Serpentinschrittfolge zu Boden. Trotzdem kam er auf 160,79 Punkte in der Kür und damit dicht an Plushenko heran. Mit einem fehlerfreien Vortrag hätte er den Russen überholen können, denn künstlerisch ist Lambiel Plushenko deutlich überlegen. Plushenko zeigt zwar mit einer beeindruckenden Sicherheit einen sauberen Sprung nach dem anderen, doch er läuft eher schnelle als kantentiefe Schrittpassagen und tut in puncto Choreographie und Transitions wenig mehr, als einmal die Hüften zu schwingen und ein anderes Mal eine Tango-Armhaltung nachzuahmen. Lambiel dagegen interpretiert die Musik, und die neue Kür zu “La Traviata” scheint ihm wie auf den Leib geschneidert.

Brian Joubert erhielt nach einer von einigen Wacklern bei den Sprungelementen durchzogenen Kür 147,90 Punkte und kam mit insgesamt 236,45 Punkten auf den dritten Platz.

Den undankbaren vierten Rang belegte Michal Brezina, Samuel Contesti konnte sich auf Platz 5 vorarbeiten, Yannick Ponsero hielt wieder einmal dem Druck nicht stand und fiel nach einigen Patzern auf Platz 6 zurück.

Stefan Lindemann kann nach der langen Wettkampfpause mit seiner Leistung zufrieden sein. Nach einer guten Kür erreichte er Platz 9. Er versuchte den 4fach-Toeloop, riss ihn aber zu einem Doppelsprung auf. Immerhin hat die deutsche Eislaufunion nun im nächsten Jahr wieder zwei Startplätze bei der EM zu vergeben.

Positiv überrascht hat mich der Spanier Javier Fernandez, der mit dem Fluch der Karibik zwar zu einem alten Hut lief, aber ein sehr schwungvolles und fast fehlerfreies Programm zeigte und sich sichtlich über seine Leistung freute. Besonders schön: der “trunkene” Kreisschritt. Fernandez erhielt die sechstbeste Kürwertung und kam insgesamt auf Platz 8.

Hier ist das Ergebnis der Kür und hier das Gesamtergebnis des Herren-Wettkampfs zu finden.

Und hier ist die “Hangcock”-Kür von Stefan Lindemann, die im deutschen Fernsehen leider nicht zu sehen war: