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Highlights Grand Prix 2011

Viel Text gab es hier bislang zur aktuellen Saison leider nicht – dafür, zum Jahreswechsel, wenigstens einen Rückblick auf die bisherigen Highlights der Saison, vor allem der Grand-Prix-Wettbewerbe.

Alles vierfach?

Bei den Herren setzt sich der Trend zu immer mehr 4fach-Sprüngen fort. Brandon Mroz landete bei der NHK-Trophy als erster in einem internationalen Wettkampf einen astreinen Vierfach-Lutz. Kevin Reynolds versuchte sich beim Cup of China gleich an drei verschiedenen Vierfachen (Salchow, Toeloop, Rittberger; der Rittberger wurde downgegradet). Zum Glück hat die punkttechnische Aufwertung der Vierfachelemente nicht zu einer verstärkten Trennung zwischen „Springern“ und „Künstlern“ auf dem Eis geführt – oben auf dem Treppchen landet nur, wer beide Aspekte kombinieren kann.

Patrick Chan, das Wunderkind der vergangenen Saison, präsentierte sich in der aktuellen Saison bis dato nicht ganz so sprungstabil. Aber läuferisch ist er immer noch beinahe eine Klasse für sich, und so konnte er mit seinen unglaublich hohen Werten in den Komponenten nahezu alle technischen Makel ausbügeln. Im Grand Prix-Finale sprang er die 4fach-3fach-Toeloop-Kombi in die Bande (der 3fach-Toeloop war noch klar auf rückwärts gelandet), setzte gleich darauf sein Programm fort, als wäre nichts gewesen, und gewann das Finale.

Daisuke Takahashi befindet sich nach einigen Schwierigkeiten, vor allem in der Stabilität der Sprungelemente, wieder im Aufwind. Er wurde zweiter im Grand Prix-Finale. Wie man es von ihm kennt, hat er wieder zwei beeindruckende Programme im Gepäck, in die er auf dem Eis seine ganze Seele hineinzugeben scheint. Besonders die auf den Punkt choreographierte Blues-Kür gefällt mir ungeheuer gut (hier von der NHK-Trophy):

In den Grand Prix-Wettkämpfen zeigte Takahashi fast durchweg sehr konstante Sprünge, nur der Vierfache – mal versuchte er den Flip, mal den Toeloop – wollte nicht glücken. Vor wenigen Tagen gelang ihm bei den japanischen Meisterschaften im Kurprogramm jedoch auch dieses Element wieder (Kombi 4fach-3fach-Toeloop). Takahiko Kozuka, der in diesem Jahr das Grand Prix-Finale verpasste, wurde bei den japanischen Meisterschaften zweiter, der Nachwuchsstürmer Yuzuru Hanyu (Dritter im Grand Prix Finale) dritter.

Unbedingt erwähnt werden muss das wunderschöne Kurzprogramm von Jeremy Abott zum Soundtrack von Swing Kids – so gut habe ich Swing auf dem Eis noch niemanden umsetzen sehen (hier vom Grand Prox Finale):

Javier Fernandez, der schon in den vergangenen Jahren für Aufmerksamkeit sorgte, hat sich nach einem Trainerwechsel zu Brian Orser noch einmal gesteigert und ebenfalls zwei unglaublich starke Programme dabei. Und Michal Brezina hat sich mit sehr konstanten Leistungen im Top-Feld der Herren zurückgemeldet.

Sochi voraus

Bei den Damen sorgte vor allem Elizaveta Tuktamysheva für Furore (hier bei Skate Canada):

Schon seit einigen Jahren wird sie als großes Talent gehandelt, in dieser Saison konnte sie ihr Können erstmals beim Senioren-Grand Prix unter Beweis stellen – und gewann prompt ihre beiden Wettkämpfe. Im Finale kam sie allerdings nur auf Rang 4. Ihre Konstanz in den Sprungelementen ist erstaunlich, selbst bei Kombis wie 3Lutz-3Toeloop – allerdings muss sie die Pubertät mitsamt der körperlichen Veränderungen noch durchlaufen. Ihr Laufstil erinnert dagegen wenig an ein junges Mädchen, eher scheint dort eine Jugendliche krampfhaft die reife Frau zu spielen. Hier ist noch viel Spielraum für Entwicklung.

Mao Asada kämpfte sich in dieser Saison mit recht konstanten Leistungen wieder ins Grand Prix Finale, musste ihre Teilnahme aber absagen, da am selben Wochenende ihre Mutter verstarb. Zur großen nationalen Konkurrentin ist Akiko Suzuki geworden, die Asada bei der NHK-Trophy sogar besiegen konnte und im Finale auf Rang 2 kam, hinter Carolina Kostner, die sich in dieser Saison bislang ebenfalls in guter Form präsentiert hat.

Das Feld der Amerikanerinnen ist nach wie vor instabil. Rachael Flatt wirkte bis dato überhaupt nicht in Form, die elegante Alissa Czisny erreichte immerhin das Grand Prix Finale, dort aber mit deutlichem Punktrückstand auf Tuktamysheva nur den fünften Platz. Der Stern der Finninnen strahlt auch nicht eben hell: Kiira Korpi kam bei keinem ihrer Grand Prix-Wettkämpfe aufs Podest, Laura Lepistö musste die Serie verletzungsbedingt absagen.

Dream Teams

Im Paarlauf zeichnet sich in dieser Saison ein enger Konkurrenzkampf zwischen Savchenko/Szolkowy und Volosozhar/Trankov ab. Dem deutschen Paar ist mit der Kür zum Soundtrack von „Pina“ wieder einmal ein Kunstwerk gelungen:

Wenn ihnen bei EM und WM auch noch der 3fach-Wurfaxel gelücken würde, den sie in dieser Saison schon mehrfach im Wettkampf versucht haben, wären sie ihrem großen Traum wohl wieder ein Stück näher.

Und was macht eigentlich…

Brian Joubert: hatte einen reichlich holprigen Start in die Saison, zog seine Teilnahme bei der Nebelhorn-Trophy zurück, dann sagte er wegen Rückenproblemen auch die Grand Prix-Serie ab, ist inzwischen zu seiner Matrix-Kür aus der Saison 03/04 zurückgekehrt und vor wenigen Wochen zum achten Mal französischer Meister geworden.

Evgeni Plushenko: nachdem er (zum wievielten Mal?) sein Wettkampf-Comeback verkündet hat und im Sommer in Moskau bei einer Präsentation der neuen Programme noch reichlich steif aussah, wurde er im Dezember vor Artur Gachinski russischer Meister. Warten wir also ab, was die EM bringt…

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Cup of China 2010

Ein später Nachtrag zum Cup of China, bevor in wenigen Stunden bei der nächsten Grand-Prix-Station, Skate America, der Wettkampf startet:

In dieser Saison bislang die stärkste der japanischen Läuferinnen: Miki Ando

Bei den Damen konnten sich gleich zwei Japanerinnen an die Spitze setzen. Miki Ando gewann den Cup of China mit ziemlich routiniert präsentierten Programmen (SP: Broken Sorrow/ Egyptian in the Night, Kür: Griegs Klavierkonzert a-moll). Besonders in der Kür schien sie ungemein auf die Elemente konzentriert – die zwar gut klappten, aber ihr Vortrag wirkte dementsprechend technisch. Schöner anzuschauen und choreographisch interessanter waren die Programme von Akiko Suzuki, die auf den zweiten Platz kam. Dritte wurde Alena Leonova (in ihrer Kürmusik erkenne ich nur bedingt den „Hexen von Eastwick“-Soundtrack, aber wer weiß, vielleicht ist das die russische Version…). Mirai Nagasu, Führende nach dem Kurzprogramm, wurde insgesamt Vierte.

Kozuka läuft ein lässiges Kurzprogramm zu Soul Man von Orin Isaacs

Auch bei den Herren ging die Goldmedaille nach Japan. Für Takahiko Kozuka habe ich mich besonders gefreut, weil mir sein schlichter, unaffektierter Laufstil ungemein gut gefällt. Kozuka zählt derzeit zu den besten Schlittschuhläufern, und wenn dann noch der 4fach-Toeloop klappt, wie in der Kür beim Cup of China, kann er ganz weit nach vorne kommen. Sogar ohne Vierfachen ist das möglich: Schon im Kurzprogramm schlug er ohne Vierfachen Brian Joubert, der als Kombi einen sauberen 4fach-Toeloop-3fachToeloop zeigte. Joubert erhielt für seine Pirouetten und Schrittfolgen nämlich sehr geringe Level, was ihn etliche Punkte kostete. Trotz weitgehend sauberer Programme wurde der Franzose insgesamt nur Vierter. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob Joubert und  Beethoven für mich zusammengehen – Jouberts Kür ist ohne Frage interessant, ganz rund wirkt sie auf mich aber noch nicht. Zweiter wurde Brandon Mroz, vor allem durch einer gute technische Leistung in der Kür – die Choreographie zu Bernsteins „On the Waterfront“ fand ich streckenweise doch recht langwierig. Den dritten Platz holte Tomas Verner, für den ich mich nach seiner verpatzten Saison im Vorjahr ebenfalls sehr gefreut habe. Sein Kurzprogramm „Singin‘ in the rain“ ist ein Traum für Gene Kelly-Fans. Peter Liebers, der einzige deutsche Teilnehmer beim Cup of China, wurde übrigens Neunter.

Den Paarlaufwettkampf gewannen die Chinesen Pang/Tong, gefolgt von ihren jungen Landsleuten Sui/Han, den amtierenden Juniorenweltmeistern, die mich sehr beeindruckt haben. Läuferisch ist da zwar noch nicht alles rund, sie haben aber schon tolle, mitziehende Choreographien (Western im SP, Chaplin in der Kür) und einen klasse Ausdruck, was für chinesische Läufer nicht unbedingt selbstverständlich ist. Außerdem standen sie in ihrer Kür recht passabel einen Vierfach-Wurfsalchow. Dritte wurden die US-Amerikaner Yankowskas/Coughlin.

Gold bei den Eistänzern holten mit deutlichem Vorsprung die Franzosen Pechalat/Bourzat vor den Russen Bobrova/Soloviev und den Italienern Faiella/Scali.

Hier alle Ergebnisse im Überblick.

Und hier ein paar Tipps zum Anschauen:

Kozukas Kurzprogramm:

Tomas Verners Kurzprogramm:

Und, damit es auch mal etwas vom deutschen Team gibt, Peter Liebers‘ Kurzprogramm:

Und die Kür der chinesischen Newcomer Sui/Han:

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Skate Canada 2010

Das zweite Grand-Prix-Wochenende ist vorbei, und die Saison kommt allmählich in Schwung. Die Herren zauberten in Kingston einen Vierfachen nach dem anderen aus dem Hut, der junge Kanadier Kevin Reynolds zeigt sogar sowohl im Kurzprogramm wie in der Kür Vierfachsalchow und Vierfachtoeloop, noch dazu in Kombination. Die ISU-Regeländerungen machen sich bemerkbar. Trotzdem, und das ist gut, reichen die Vierfachen nicht per se zum Sieg – Reynolds lag nach seinem nahezu fehlerlosen Kurzprogramm hinter Nobunari Oda, der keinen Vierfachen zeigte.

Patrick Chan of Canada holds his first place medal after skating his free program during Skate Canada International in Kingston October 30, 2010.    REUTERS/ Mike Cassese, via daylife.com

Der frisch verheiratete Oda ist, soviel steht fest, nach seinem Absturz in der letzten Saison wieder da. Er hat ein ungewöhnliches, klassisch japanisches Kurzprogramm im Gepäck (Storm von den Yoshida Brothers) und eine klassisch europäische Kür (Klavierkonzerte von Grieg). Oda gewann das Kurzprogramm und präsentierte auch seine Kür fast fehlerlos. Trotzdem reichte es nur zum zweiten Platz. Manche schreiben es dem Heimbonus zu, dass Patrick Chan die Kür mit deutlichem Abstand gewann und sich nach einem Kurzprogramm mit drei Stürzen (einer davon in der Schrittpassage…) vom vierten auf den ersten Platz vorschieben konnte. Aber in der Kür zeigte Chan einen hervorragenden 4-Toeloop, und was das Kantenlaufen und die Programmkomponenten betrifft, war ihm in meinen Augen in Kingston keiner der anderen Herren wirklich gewachsen. Obwohl auch Adam Rippon zwei fabelhafte Programme aufs Eis legte, mit denen er Dritter wurde.

Überlegung am Rande: Was mag Alban Préaubert dazu bewogen haben, klassische Musik für die Kür zu wählen? Er machte nicht den Eindruck, als gehe er darin auf (was mich auch erstaunt hätte…).

Das kanadische Paar Moore-Towers/Moscovitch riss mit einer gelungenen Kür und zwei spektakulären Hebefiguren das Publikum von den Stühlen. Das war ebenso schön anzuschauen wie die Kür selbst, mit der sie sich vom 5. Platz nach dem Kurzprogramm auf den zweiten Platz vorschieben konnten. Sieger des Paarlaufwettkampfs wurden die Russen Iliushechkina/Maisuradze.

KINGSTON - OCTOBER 30:  Alissa Czisny of the United States skates to a 1st place finish in the ladies free skating during 2010 Skate Canada International at the K-Rock Centre October 30, 2010 in Kingston, Ontario, Canada.  (Photo By Dave Sandford/Getty Images)Den Damenwettkampf konnte die Amerikanerin Alissa Czisny in einem schwer berechenbaren Feld mit einer gelungenen Kür für sich entscheiden. Ich bin gespannt, ob sich aus dem relativ breiten Feld der amerikanischen Damen in dieser Saison ein oder zwei Favoritinnen absetzen können. Agnes Zawadzki, die in dieser Saison erstmals bei den Senioren startet, zeigte ein gutes Kurzprogramm und starke Sprünge (wenngleich mir das Kostüm nicht eben zusagte; eine Art Red Sonja in Pink?), patzte aber in der Kür. Cynthia Phaneuf aus Kanada zeigte das beste Kurzprogramm, kam aber ebenfalls nicht sauber durch die Kür. Nahezu die einzig Beständige im unbeständigen Damenfeld war die Russin Ksenia Makarova, die auf den zweiten Platz kam.

Das deutsche Eistanzpaar Frohberg/Giesen kam auf den achten Platz. Die Kanadier Crone/Poirier gewannen die Kür und den Gesamtwettkampf vor den Briten Kerr/Kerr und den Amerikanern Chock/Zuerlein.

Hier findet man alle Ergebnisse von Skate Canada 2010 inklusive der Preisrichterprotokolle.

Hier die Kür von Patrick Chan, die mich immer noch mitreißt, obwohl es eine überarbeitete Version aus dem Vorjahr und der Dauerdudler „Phantom der Oper“ ist (via aricozzz):

Odas Japan-Kurzprogramm (via spfds01):

Und die Kür der flattergewandeten Alissa Czisny (via BlueIce Skating):

Am nächsten Wochenende geht es nach Peking zum Cup of China. Auch da wird es wieder spannend: Takahiko Kozuka ist am Start, Tomas Verner, der sich in dieser Saison hoffentlich wieder berappeln kann, der neu motivierte Brian Joubert, Peter Liebers, Miki Ando, die gute Chancen hat, die Führung unter den japanischen Damen zu übernehmen, wenn Mao Asada so weitermacht, Mirai Nagasu und Pang/Tong.

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NHK Trophy 2010

Das erste Grand-Prix-Wochenende ist vorüber. Was bleibt hängen?

Carolina Kostner, Rachel Flatt und Kanako Murakami kamen bei den Damen aufs Treppchen

Ein etwas trauriger Damen-Wettkampf. Besonders traurig war es, der amtierenden Weltmeisterin Mao Asada zuzuschauen, die die Mehrzahl ihrer Sprünge, so scheint es, nur noch einfach landet. Selten habe ich eine Läuferin ihrer Klasse so die Sprünge verlieren sehen. In der Kür mochte ich kaum noch hinsehen, so trostlos war der Anblick. Ob sie sich in dieser Saison noch fängt? Das Grand Prix-Finale jedenfalls kann sie nach ihrem achten Platz bei der NHK-Trophy so gut wie vergessen.

Auch etwas traurig: Carolina Kostner gewann den Damenwettkampf, ohne ein einziges Mal Flip oder Lutz zu zeigen (*update: wegen einer Knieverletzung ist ihr Sprunrepertoire eingeschränkt*). Die zweitplatzierte Rachel Flatt zeigte alle Sprünge und lief vor allem in der Kür solide. Allerdings scheint sie sich choreographisch auf Swing/Charleston-Elemente festgelegt zu haben. Letztes Jahr hat mir ihr Swing-Kurzprogramm gut gefallen, aber nachdem ich in diesem Jahr sowohl im Kurzprogramm wie in der Kür wieder eine Swing-Choreo sehe, bin ich etwas übersättigt.

Apropos übersättigt: Wenn nicht Swing, dann Tango – darauf scheinen sich in dieser Saison (fast) alle verabredet zu haben. Nicht nur im Eistanz-Kurztanz, auch bei Herren und Damen gab es viele, viele Tango-Programme. Darunter Perlen wie Takahashis Kür, aber auch weniger innovative Nummern.

Erfreulich war das Seniorendebut einiger junger japanischer Läufer: Kanako Murakami wurde dritte der Damen, auch Yuzuru Hanyu, der erst im Dezember 16 wird, schlug sich im viel stärkeren Herrenfeld wacker (4. Platz), und sogar im Paarlaufen gibt es  mit Takahashi/Tran jetzt ein japanisches Paar, das man im Auge behalten sollte. Die beiden holten die Bronzemedaille.

Uh-...

Begeistert haben mich die neuen Programme von Jeremy Abbott, der auf den zweiten Platz kam. Sowohl das Flamenco-Kurzprogramm als auch die Kür zu „La vita è bella“ sind wundervoll choreographiert (allerdings fand ich für das Flamenco-SP das Kostüm, das Abbott vor einigen Wochen im Schaulaufen benutzte, passender – der förmliche schwarzweiße Anzug schluckt einiges an Energie). Dass die neuen Programme von Takahashi, vor allem das Latin-Kurzprogramm, wieder mal ganz großes Eislauf-Kino sind, wusste ich ja bereits. Seine Kür hat mir bei der NHK-Trophy viel besser gefallen als bei den Japan Open, der Tango beginnt zu leben. Dazu gab’s einen astreinen Vierfach-Toeloop, und verdientermaßen die Goldmedaille.

Gut gefallen haben mir auch die Programme des Kanadiers Shawn Sawyer, der in der Kür Johnny Depp alias Hutmacher aus Alice spielt. Sawyer kam mit Problemen beim Axel allerdings nur auf den fünften Platz. Dritter bei den Herren wurde der Franzose Florent Amodio, den ich in der Kürwertung mit einem weinenden Auge sogar an Jeremy Abbott vorbeiziehen sah. Zwar stand Amodio mehr Dreifach-Sprünge und erhielt berechtigt einen höheren technischen Wert als der Amerikaner, trotzdem bin ich kein Fan seiner Michael Jackson-Kür. Die vielen Schnitte zerhacken die Musik und die Einheit des Programms, und bei all den vielen Show-Einlagen gerät der Lauffluss mitunter arg ins Stocken – oder kommt ganz zum Stehen.

Pang/Tong gewannen, wie vorherzusehen, solide den Paarlaufwettkampf, Davis/White noch solider den Eistanzwettbewerb. Die einzigen deutschen Teilnehmer, die Paarläufer Hausch/Wende, kamen auf den siebten Platz.

Da die großen Konzerne emsig über ihre Rechte wachen, findet man schon heute nicht mehr alle Videos des Wettkampfs bei Youtube. Traurige Sache.

Hier sind alle Ergebnisse der NHK-Trophy. Nächste Grand-Prix-Station ist Skate Canada in Kingston, Ontario. Wer dort am Start ist, steht hier.

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Grand Prix-Übertragung

Wie jedes Jahr wird es zum Problem, in Deutschland eine Übertragung der Grand Prix-Serie ausfindig zu machen, obwohl bei dem Event doch sämtliche Top-Läufer starten. Eurosport sendet (natürlich) nichts.

Wer Geduld hat, wird kurz nach den Wettkämpfen auf youtube fündig. Wer die vollständigen Wettkämpfe live oder in Videoaufzeichnung sehen möchte, muss einen stream aufstöbern.

Für die anstehende NHK-Trophy bin ich bis dato nur auf zwei Möglichkeiten gestoßen:

  • sich auf der amerikanischen Plattform icenetwork zu registrieren, die live von vielen Eiskunstlaufevents berichtet und auch Interviews etc. zur Verfügung stellt; der Zugriff ist allerdings kostenpflichtig, knapp 40 Dollar für ein Saison-Abo.
  • sich auf der Website von Universalsports zu registrieren. Wenn ich es richtig verstehe, ist die online-live-Übertragung der Grand-Prix-Wettkämpfe aber ebenfalls kostenpflichtig, ich habe als Preisangabe knapp 15 Dollar gefunden, bin aber nicht sicher, worauf sie sich bezieht (für ein Event? für alle Events?).

Auf der Website von artonice (italienisch) findet man eine lange Liste von Sendern und online-Anbietern, die Eiskunstlauf übertragen. Für die NHK habe ich dort allerdings keine weitere Quelle gefunden, zumindest keine kostenfreie.

 

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Grand Prix-Absagen

Leider gibt es auch in diesem Jahr verletzungsbedingte Absagen:

Sarah Hecken wird wegen Rückenbeschwerden nicht bei ihrer ersten Grand Prix-Station, Skate Canada, starten können.

Michal Brezina musste wegen einer Operation (varicose vein in the stomach?) den Cup of China absagen. Als Ersatz darf Peter Liebers fahren, der beim Cup of Nice am Wochenende übrigens den vierten Platz erreicht hat.

Laura Lepistö hat nach den Japan Open offensichtlich auch Skate Canada abgesagt, sie ist nur noch für Skate America gelistet. Damit hätte sie keine Chance mehr, sich fürs Finale zu qualifizieren.

Hier ist das Starterfeld für die NHK-Trophy, die am Freitag in Nagoya beginnt.

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Grand Prix-Teilnehmer 2010

Kürzlich nominierte die ISU die Teilnehmer der Grand Prix-Serie für die kommende Saison. Anhand der Einladungen lässt sich mutmaßen, welche der bislang noch unentschlossenen Kandidaten wir nächste Saison doch wieder bei Wettkämpfen sehen werden:

Zum Beispiel Yu-Na Kim, die für den Cup of China und den Cup of Russia gelistet ist. Oder Johnny Weir, der bei Skate Canada und bei der Trophée Eric Bompard an den Start geht. Auch Kevin van der Perren, der eigentlich schon seinen Rücktritt angekündigt hat, ist wieder mit dabei, ebenso Sarah Meier. Evgeni Plushenko ist derzeit nur für den Cup of Russia gelistet. Evan Lysacek dagegen ist nicht unter den Teilnehmern.

Die deutschen Grand Prix-Kandidaten:

Peter Liebers startet bei der Trophée Eric Bompard in Paris. (Chancen, ins Finale einzuziehen, haben nur die Läufer, die für zwei Events gelistet sind.)

Sarah Hecken ist für zwei Grand Prixs gelistet, Skate Canada und die Tophée Eric Bompard.

Aliona Savchenko und Robin Szolkowy starten erst relativ spät in die Grand Prix-Saison, nämlich bei Skate America. Ihr zweites Event ist ebenfalls die Trophée Eric Bompard. Maylin Hausch und Daniel Wende laufen bei der NHK-Trophy.

Die Eistanzpaare starten jeweils nur bei einem Grand Prix: die Geschwister Beier bei Skate Canada, Stefanie Frohberg und Tim Giesen bei Skate America.

Hier gibt es eine Übersicht über alle Starter der Grand Prix-Serie.

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