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Neues aus dem Sommerloch

Meine „Sommerpause“ hat in diesem Jahr gleich nach den Olympischen Spielen begonnen, was das Schreiben auf diesem Blog betrifft…

…aber jetzt bin ich wieder da.

Und jetzt ist tatsächlich Sommerpause: Viele Eishallen haben geschlossen, weil Wartungsarbeiten durchgeführt werden, und die Eiskunstläufer halten sich derweil mit Athletiktraining über Wasser, reisen den wenigen geöffneten Eishallen hinterher oder machen einfach mal Urlaub. Neue Kürmusiken werden gesucht, Choreographen gebucht, und der eine oder andere Läufer wechselt den Trainer.

Die Offiziellen der ISU waren in der Pause vor Beginn der nächsten Saison bereits tätig. Gestern ging ein ISU-Kongress in Barcelona zu Ende, und die diesjährigen Beschlüsse für das Eiskunstlaufen und Eistanzen bringen etliche recht gravierende Neuerungen mit sich:

  • Im Eistanzen gibt es bei Junioren- und Senioren-Wettkämpfen künftig nur noch zwei Wettbewerbsteile. Statt Pflicht-, Originaltanz und Kür müssen die Tänzer fortan einen Short Dance und einen Free Dance (also die Kür) absolvieren. Zum Short Dance gibt es noch keine ISU-Communication, er dürfte aber eher dem Originaltanz ähneln. Die Pflichttänze, künftig „pattern dances“ genannt, leben nur noch auf Wettbewerben unter Junioren-Level fort.
  • Ein neues Qualifikationssystem für Weltmeisterschaften soll eingeführt werden, um die Zahl der Starter zu reduzieren; auch sollen sich künftig weniger Läufer als bisher im Kurzprogramm für die Kür qualifizieren können.

Schon vor dem Kongress wurden – mal wieder – eine Reihe von Änderungen am inzwischen nicht mehr ganz so Neuen Wertungssystem bekannt gegeben. Dieses Mal sind sie allerdings recht weitreichend:

  • Ab der nächsten Saison werden die Punktwerte für Sprungelemente leicht erhöht.
  • Es gibt eine neue Regelung für „underrotated jumps“, Sprünge also, deren Umdrehung nicht vollständig ausgeführt wurde. Landet ein Läufer künftig einen Sprung, dem eine viertel bis eine halbe Umdrehung fehlt, geht dieses Element immer noch mit 70 Prozent des angesetzten Basiswertes in die Wertung ein, statt wie bisher auf den nächst niedrigeren Sprung downgegradet zu werden. Eine gerechte Regeländerung, wie ich finde, denn immerhin macht es ja einen Unterschied, ob jemand einen Dreifachflip springt, den er nicht auf rückwärts landet, oder von vornherein nur einen Doppelflip. Risiken werden in Zukunft wieder stärker belohnt – ein Aspekt, der in der Debatte um die Vierfachsprünge bei den Herren bei den Olympischen Spielen stark kritisiert wurde.
  • Künftig wird es schwieriger, bei Pirouetten hohe Level zu erzielen. Viele Features, mit denen bislang gelevelt werden konnte, werden ab der kommenden Saison nicht mehr anerkannt.

Wer es genau wissen will, kann sämtliche Änderungen detailliert in der ISU Communication 1611 nachlesen.

Ich bin schon gespannt, wie sich diese Änderungen auf die Programme der Läufer auswirken. Aber bis dahin müssen wir uns noch einige Monate gedulden…

Was haltet Ihr von den Regeländerungen?

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