Schlagwort-Archive: NHK Trophy

NHK Trophy: Und hier die Kür

Kaum hat der Wettkampf angefangen, ist er auch schon wieder vorbei, mit Ausnahme für die Eistänzer, die morgen noch ihre Kür zeigen müssen. Doch ansonsten stehen die Sieger fest: Brian Joubert, Miki Ando und Pang/Tong.

Das chinesische Paar zeigte eine fehlerlose Vorstellung zum „Man of La Mancha“, erhielt 132,35 Punkt für die Kür und insgesamt 199,65 Punkte. In der Grand Prix-Wertung haben sie nach zwei Wettkämpfen nun 30 Punkte eingesammelt und stehen damit sicher im Finale. Kavaguti/Smirnov, die Führenden nach dem Kurzprogramm, wagten in ihrer Walzerkür (Tschaikovskis „Valse Sentimentale“, gefolgt von einer recht voluminösen Version von „An der schönen blauen Donau“) das, was bei den Olympischen Spielen 2006 das chinesische Paar Zhang/Zhang versuchte: den vierfachen Wurfsalchow. Das Resultat war leider sehr ähnlich wie damals bei Zhang/Zhang: ein schwerer Sturz von Yuko Kavaguti, die Kür konnte erst nach einer Unterbrechung (offenbar war die Schulter ausgerenkt?) wieder aufgenommen werden – und zwar so, als wäre gar nichts gewesen. Zäh, die Frau, obwohl sie auf mich immer etwas kindlich wirkt. Ich frage mich sowieso, wo sie eigentlich die Kraft hernimmt, allzuviele Muskeln kann ich bei ihr nicht erkennen… Am Ende reichte es für die Russen noch für den zweiten Platz und insgesamt 193,05 Punkte. Auf den dritten Platz konnten sich die Amerikaner Inoue/Baldwin vorschieben. Sie versuchten einen dreifachen Wurfaxel, der aber mit einem Sturz von Rena Inoue endete. Sie erhielten insgesamt 158,78 Punkte.

Brian Joubert blieb in seiner „Ancient Land“-Kür (die so sehr an Yagudins Show-Programm aus der Saison 2001/2002 erinnert) nicht ganz fehlerfrei – ein Patzer beim Dreifachaxel, zweimal falsche Kanten beim Flip-Absprung -, konnte die Kür aber mit 147,35 Punkten gewinnen (insgesamt: 232,70 Punkte). In der Grand Prix-Wertung hat er jetzt insgesamt 24 Punkte und muss sich noch zwei Wochen gedulden, um zu sehen, ob er ins Finale kommt. Joubert stand als einziger den Vierfach-Toeloop; Takahashi und Abbott versuchten den Sprung, allerdings ohne saubere Landung… Nur knapp hinter Joubert lag Tomas Verners Landsmann Michal Brezina mit 146,68 Punkten (insgesamt: 217,48 Punkte), der sich als lässig-vergnügter „American in Paris“ insgesamt auf den dritten Platz hochkämpfen konnte. Hauchdünn zweiter der Gesamtwertung und dritter in der Kürwertung wurde Johnny Weir (insgesamt: 217,70 Punkte), der als gefallener Engel über das Eis tanzte (zum Glück, ohne tatsächlich zu fallen). Takahashi blieb mit einigen Fehlern bei den Sprüngen mit seiner „La Strada“-Kür auf dem vierten Platz aus dem Kurzprogramm (214,29 Punkte). Fünfter wurde Adam Rippon, sechster Jeremy Abbott.

Die Kür der Damen gewann die äußerst gut gelaunte Alena Leonova mit einer flotten „Chicago“-Kür. Sie konnte sich damit insgesamt auf den zweiten Platz vorschieben (160,85 Punkt). Miki Ando erhielt mit einigen Fehlern bei den Sprüngen die zweitbeste Kürwertung, was zum Gesamtsieg ausreichte (162,55 Punkte). Damit steht die Japanerin schon mal im Finale. Ashley Wagner hatte ebenfalls mit ihren Sprüngen zu kämpfen und kam auf den dritten Platz (155,99 Punkte). Vierte wurde Yukari Nakano. Sarah Meier zog ihren Start zurück (Achillessehnenentzündung). Anette Dytrt kam auf den 8. Platz, verfehlte aber mit insgesamt 126,01 Punkten knapp die Olympianorm von 128 Punkten. Kurze Randbemerkung: Peter Liebers und Stefan Lindemann haben inzwischen beide ihre Olympiasollpunkte eingefahren. Jetzt müssen sich die zwei um den einen Startplatz streiten.

Hier, zum Mitfreuen, die fröhliche Alena Leonova. Ihr großes Vorbild ist übrigens, wen wundert’s, Irina Slutskaya.

Und hier alle Ergebnisse des zweiten Wettkampftages.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Eiskunstlauf

Grand Prix IV: NHK Trophy, Kurzprogramm

obj_header_01Und da ist er wieder: Auch Brian Joubert scheint endlich fit für die Olympiasaison zu sein. Vielleicht hat er ja den Ansporn durch die gute Vorstellung seines Leib- und Magenkonkurrenten Plushenko beim Rostelecom Cup benötigt. Bei der NHK Trophy, die an diesem Wochenende in Nagano, Japan stattfindet, zeigte der Franzose im Kurzprogramm eine schöne 4fach-3fach-Toeloop-Kombi, einen schönen Dreifachaxel und machte nur beim 3fach-Lutz einen kleinen Fehler in der Landung (überdreht). Sein schmissiges und sehr selbstbewusst vorgetragenes Kurzprogramm, dasselbe wie im Vorjahr (Rise), kam bei den weiblichen japanischen Fans hörbar gut an. Die Vorstellung hat ihm mit 85,35 Punkten die Führung eingetragen:

Joubert war im Kurprogramm der einzige Herr mit einem Vierfachen im Gepäck. Jeremy Abbott kam mit 83 Punkten auf den zweiten Platz. Er zeigte eine schöne 3fachFlip – 3fachToeloop-Kombi, einen schönen 3fach-Axel, schöne Pirouetten und vor allem ein ganz sauberes, ganz fließend gelaufenes, gut choreographiertes und interpretiertes Programm. Musik: A day in my life. Völlig anderer Charakter als Joubert.  Johnny Weir kam mit einer sauberen Vorstellung zu „I love you, I hate you“ auf den dritten Platz (78,35 Punkte). Dieses schwarzrosa Schnürkostüm… naja, Geschmackssache. Der gute Daisuke Takahashi ging leider im Kreisschritt seines Tangoprogramms „Eye“ zu Boden… da helfen auch die höchsten Programmkomponenten nichts, 78,18 Punkte, 4. Platz. Er hat’s mit einem Lachen quittiert. Adam Rippon, für den es bei der Trophée Eric Bompard so gut lief, liegt mit 67,15 Punkten nur auf dem 8. Platz.

Bei den Paaren führen nach einer ganz balletös und vor allem fehlerfrei dahingeglittenen Vorstellung zu Camille Saint-Saens „Schwan“ die Russen Kavaguti/Smirnov mit 68,90 Punkten. Knapp dahinter auf dem zweiten Platz liegen Pang/Tong, die einen kleinen Fehler beim Einzelsprung machten (67,30 Punkte). Auf Platz 3 liegen die US-Amerikaner Denney/Barrett, allerdings haben sie schon einen beträchtlichen Punktrückstand (55,20 Punkte).

Ashley Wagner hat vor Miki Ando und Yukari Nakano das Kurzprogramm der Damen gewonnen. Alle drei liegen allerdings ganz dicht beisammen (Wagner: 56,54 Punkte, Ando: 56,22 Punkte, Nakano: 54,92 Punkte). Wagner kam zu „Once upon a time in America“ ganz gut durch ihr Programm, allerdings wurde ihr Doppelaxel downgegradet. Ando machte Fehler bei den Sprüngen, stürzte beim 3fachFlip und landete den 3fachLutz auf zwei Füßen. Ihre Himmelspirouette erhielt nur den Level 1. Nakano verpatzte die Sprungkombination. Auf Platz 4 liegt Laura Lepistö (die weder Flip noch Lutz im Programm hatte), auf Platz 5 die Juniorenweltmeisterin Alena Leonova mit witziger Folklore, aber verpatztem 3fachLutz. Sarah Meier erreichte nur den achten Platz, Anette Dytrt kam nur auf Platz 9.

Im Eistanz führen nach dem Pflichttanz die Amerikaner Davis/ White vor Kerr/Kerr und den Russen Bobrova/Soloviev.

Hier alle Ergebnisse des ersten Wettkampftages.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Eiskunstlauf