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Meisterinnen und Meister 2011/2012

In den USA und Kanada stehen die nationalen Titelkämpfe der aktuellen Saison noch aus, aber in den meisten Ländern haben sie inzwischen stattgefunden. Hier ein Überblick über neue (und manchmal auch alte) nationale Meister:

Deutschland

Damen:
Nicole Schott
Isabel Drescher
Katharina Zientek
(Sarah Hecken war wegen einer Fußverletzung nicht am Start)

Herren:
Peter Liebers
Paul Fentz
Martin Rappe

Paare:
Hausch/Wende
Vartmann/ van Cleave
(Savchenko/Szolkowy waren nicht am Start, sie wollten lieber am dreifachen Wurfaxel trainieren)

Eistanz:
Zhiganshina/Gaszi
Kolbe/Caruso
Hermann/Hermann

Hier die neue Kür von Peter Liebers, allerdings nicht von der DM, sondern von der NRW Trophy, wo er hinter Samuel Contesti auf den zweiten Platz kam:

Frankreich

Damen:
Yrétha Silété
Maé Bérénice Méité
Anaïs Ventard

Herren:
Brian Joubert
Florent Amodio
Chafik Besseghier

Paare:
Popova/ Massot
James/ Ciprès
Letscher/ Patlasov

Eistanz:
Péchalat/ Bourzat
Carron/ Jones
Zahorski/ Miart

Tschechien

Herren:
Tomáš Verner
Michal Březina
Pavel Kaška

Russland

Damen:
Adelina Sotnikova
Julia Lipnitskaia
Alena Leonova

Herren:
Evgeni Plushenko
Artur Gachinski
Sergei Voronov

Paare:
Bazarova/ Larionov
Stolbova/ Klimov
Martiusheva/ Rogonov
(Volosozhar/ Trankov und Kavaguti/ Smirnov waren nicht am Start wegen Verletzungen von Trankov und Smirnov)

Eistanz:
Bobrova/ Soloviev
Ilinykh/ Katsalapov
Riazanova/Tkachenko

Evgeni Plushenko meldet sich in erstaunlicher Form zurück, hier das Kurzprogramm von der Russischen Meisterschaft:

Japan

Damen:
Mao Asada
Akiko Suzuki
Kanako Murakami

Herren:
Daisuke Takahashi
Takahiko Kozuka
Yuzuru Hanyu

Paare:
Takahashi/ Tran

Eistanz:
Oi/ Mizutani

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EM 2011: Kalt, aber herzlich

Strahlende Siegerin, photo courtesy JOE KLAMAR/AFP/Getty Images, via daylife.com

Die diesjährige EM werde ich lange in Erinnerung behalten. Nicht nur, weil es unglaublich kalt war in der PostFinance Arena in Bern, so dass der größere Teil des Publikums unter Bergen von Decken und Mützen verschwand und man manchen Sportler das Einlaufen in dicker Daunenjacke bestreiten sah. Auch, weil es so viele bewegende Momente gab: Die Abschiedsvorstellung von Sarah Meier, die mit einer der wenigen sauberen Kürleistungen im Damenwettkampf ihren ersten Europameistertitel holte und zu Tränen gerührt war, während die Halle standing ovations spendete. Oder Florent Amodio, den neuen Europameister aus Frankreich, der sich über seinen Sieg freute wie ein Kind, erst seinem Trainer und dann Teamkollegen Brian Joubert auf die Arme hüpfte und nicht einmal bei der Siegerehrung still stehen konnte. Eindrucksvoll war auch, wie Aljona Savchenko in der Kür aus der Pirouette herauskippte, sekundenlang ratlos lächelnd neben Robin Szolkowy stand und am Ende doch noch, fast etwas unerwartet, mit ihrem Partner die Goldmedaille erhielt. Oder Faiella/Scalis Flamenco-Kür, die Federica Faiella am Ende die Tränen in die Augen trieb, soviel geballte Emotion steckte darin.

Für die Sportler war es vermutlich keine leichte Übung, in der klirrenden Kälte Höchstleistungen abzuliefern. Das Feld der am dünnsten bekleideten Damen zeigte denn auch etliche Schwächen, vor allem in der Kür, wo fast alle Teilnehmerinnen patzten. Sarah Meier gewann mit einem soliden, technisch fast ganz sauberen Programm vor Carolina Kostner, die ihre Elemente ebenfalls recht sicher aufs Eis brachte. Dritte wurde Kiira Korpi, die ihren ersten Platz aus dem Kurzprogramm durch zu viele Fehler in der Kür einbüßte. Sarah Hecken, Hoffnungsträgerin der DEU, kam ebenfalls nur mit etlichen Fehlern durch ihre Kür und verpasste knapp Platz 10, der den deutschen Damen den zweiten Startplatz für die nächste Saison gesichert hätte.

Noch mehr strahlende Sportler, photo courtesy JOE KLAMAR/AFP/Getty Images, via daylife.com

Auch bei den Herren lief nicht alles rund. Es gab etliche schöne Kurzprogramme, zum Beispiel Michal Brezinas japanisches Trommel-Programm; das Energiebündel Florent Amodio mit „Once upon a time in Mexico“; einen unglaublich sprunggewaltigen Kevin van der Perren. Tomas Verner kam leider nicht ganz sauber durch sein „Singin in the rain“-Programm, eins der schönsten Herren-Kurzprogramme dieser Saison. Auch Brian Joubert zeigte Nerven und lag nach dem Kurzprogramm mit fast acht Punkten Rückstand auf Platz sieben. In der Kür startete er mit einem nahezu fehlerfreien Programm aber eine grandiose Aufholjagd und holte sich schließlich noch die Silbermedaille hinter Florent Amodio. Der lieferte von den drei Michael Jackson-Interpreten des Herren-Wettkampfs (Amodio, Berntsson, Verner) mit Abstand die beste Show ab – und das nicht nur während der Kür. Brezina stürzte nach einer ziemlich vermasselten Kürvorstellung auf Platz 8 ab, dafür holte sein Landsmann Tomas Verner mit einer soliden Kür die Bronzemedaille, hauchdünn vor Kevin van der Perren, der sich auch in der Kür in einer ungeheur guten Form zeigte. Peter Liebers absolvierte ein sehr gutes Kurzprogramm und eine gute Kür, insgesamt kam er auf Platz 11. Auch Denis Wiezorek, der zweite deutsche Herr im Feld, der sich seinen Startplatz in der Qualifikation gesichert hatte, zeigte eine gute technische Leistung (20. Platz). Im nächsten Jahr gibt es damit wieder zwei Herren-Startplätze für die DEU.

Pink Panther at it's best, photo courtesy YURI KADOBNOV/AFP/Getty Images

Im Paarlaufen lieferten sich die alten Konkurrenten Savchenko/Szolkowy und Kavaguti/Smirnov ein spannendes Duell um den Titel, das die Deutschen trotz des Fehlers bei der Pirouette für sich entscheiden konnten. Das Kurzprogramm und die Kür der beiden sind echte Hingucker, und im Showprogramm zeigten sie sich sogar mal ganz lässig von der scherzhaften Seite. Spannend in der Paarlaufkonkurrenz war außerdem der russische Nachwuchs. Man merkt, der russische Verband beginnt schon einmal mit den Vorbereitungen für Sochi.

Charlie Chaplin alias Fabian Bourzat mit Nathalie Pechalat, JOE KLAMAR/AFP/Getty Images, via daylife.com

Im Eistanzen ging der Titel ebenfalls nach Frankreich: Pechalat/Bourzat gewannen mit einer hübschen Chaplin-Kür vor Bobrova/Soloviev aus Russland und den Kerrs aus Großbritannien. Die deutschen Eistänzer Zhiganshina/Gaszi kamen auf einen tollen siebten Platz – ein äußerst erfolgreicher EM-Auftakt für die beiden.

Hier gibt es alle Ergebnisse vom Wettkampf. Und hier ein bisschen was zum Gucken, Sarah Meiers Abschied und Florent Amodios Karrierestart:

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Zwei Spaßvögel

Dieses Video von Absolute Skating ist zwar schon älteren Datums und zeigt einen fröhlicheren Tomas Verner als in der letzten Saison. Aber weil ich gerade erst darauf gestoßen bin, poste ich es trotzdem – Show-Duo von Tomas Verner und Kristoffer Berntsson, entstanden im Improvisationstraining mit Lori Nichol:

Beide Läufer waren in der letzten Saison nicht gerade vom Glück verfolgt. Ich hoffe, dass es in der nächsten Saison für sie wieder bergauf geht!

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GPF: Kurzprogramm Herren

Startnummer 1 hatte Tomas Verner. Und er legte gut los mit einer bombastischen 4fach Toeloop-3fach Toeloop-Kombi. Doch schade, schade – danach war anscheinend der Faden gerissen. Flip und Axel landete der Tscheche als Einfachsprünge, so dass das schöne Sirtaki-Programm am Ende recht traurig wirkte. Hoffentlich kommt Verner bald wieder richtig in Form.

70,71 Punkte.

Startnummer 2: Johnny Weir, „I love you, I hate you“. Sauberes Programm.

84,60 Punkte.

Startnummer 3: Daisuke Takahashi, „Eye“. Neues Kostüm. Je öfter ich das Programm sehe, desto besser gefällt es mir. So gut wie hier hat der Japaner es diese Saison noch nie im Wettkampf gezeigt.

Neue Personal Best-Marke: 89,95 Punkte.

Jeremy Abbott: Beatles, „A Day in the Life“. Bis auf den Sturz beim Lutz ein soldies Programm mit schöner Choreographie.

76,65 Punkte.

Evan Lysacek: Stravinski, „Feuervogel“. Sehr künstlerisches Programm, sehr gute Pirouetten.

89,85 Punkte.

Letzter Läufer: Nobunari Oda, „Totentanz“. Konnte in den Pirouetten nicht ganz so hoch leveln wie Takahashi und Lysacek, zeigte aber ebenfalls ein klasse Programm und einen wunderbar weichen Laufstil.

87,65 Punkte.

Fazit: Kaum Vierfache im Kurzprogramm, dafür aber insgesamt eine sehr hohe Leistungsdichte bei den Herren.

Hier das Ergebnis mit Programmkomponenten.

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Skate America: Tag 1, und wehe den Vierfachen

Vorweg: Wenig Überraschung gibt es bei Skate America im Eistanz. Nach den Pflichttänzen führen Belbin/Agosto vor Khokhlova/ Novitski und Cappellini/Lanotte.

Wenig überraschend sind auch die Sieger der Kurzprogramme der Paare. Shen/Zhao führen nach einer sauberen Vorstellung wie schon beim Cup of China in der Paarlaufkonkurrenz, und zwar mit 74,36 Punkten. Die Chinesen konnten ihr Ergebnis vom Cup of China also um gute 2 Punkte verbessern. Ich freue mich immer noch mächtig, dass sie wieder dabei sind. Zweite nach dem Kurzprogramm sind die Ukrainer Volosozhar/Morozov (61,70 Punkte), dritte die Kanadier Duhamel/Buntin, die für ihre solide Vorstellung zu „Hotel California“ 59,64 Punkte erhielten. Auf dem vierten Platz finden sich die US-Amerikaner McLaughlin/Brubaker. Zhang/Zhang liegen nach einem Synchronitätspatzer in der Einzelpirouette und einem Fehler im Einzelsprung auf dem fünften Platz. Ihr Musicalprogramm „Fosse“ wirkte für die lässige Swingmusik noch reichlich ernst vorgetragen; aber vielleicht hat ihnen die Zeitverschiebung auch das Lachen vom Gesicht gewischt.

Im Kurzprogramm der Herren wurde vielen Läufern der Vierfach-Toeloop zum Verhängnis. In Führung liegt – ohne Vierfach-Toeloop – Evan Lysacek an, der für seine dramatisch-expressive und vor allem nahezu fehlerfreie „Feuervogel“-Darbietung (Sprungelemente: 3Axel, allerdings auf 2Axel downgegradet, 3Lutz-3Toeloop, 3Flip) 79,17 Punkte einheimsen konnte. Schöner Erfolg für den Amerikaner. An zweiter Position liegt mit 72,65 Punkten der Franzose Florent Amodio, der ein ganz klassisches und ebenfalls sehr sauberes Programm absolvierte („Munich“, John Williams), ebenfalls ohne Vierfachen. Dritter ist momentan Brandon Mroz mit 71,40 Punkten, der eine einigermaßen saubere 4Toeloop-3Toeloop-Kombi zeigte. Adrian Schultheiss gab sich im Kurzprogramm ungewohnt klassich (Musik: „My Way“ und „Christmas Fantasy“) und liegt nach einem ganz ordentlichen Programm auf Platz 4. Der Russe Andrei Lutai hat sich offenbar in der Luft vom Vierfachen zum Dreifach-Toeloop umentschieden und so einige Punkte verloren: Platz 6.

Und Tomas Verner? O weh: Sturz beim versuchten Vierfach-Toeloop, Axel nur doppelt, Lutz nur doppelt, keine Sprungkombi… da helfen auch schöne Pirouetten und super Schritte nichts mehr. Der Tscheche liegt nach dem Kurzprogramm mit 55,90 Punkten auf Platz 11. Jammerschade, dabei hüpft, springt und dreht er so ein erfrischendes Sirtaki-Programm (ein bisschen Humor auf dem Eis schadet nie, finde ich, zwischen all den ernsten Klassikern). Hoffentlich berappelt er sich in der Kür wieder, doch eine Finalteilnahme dürfte unwahrscheinlich werden.

Hier alle Ergebnisse bis dato.

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