Schlagwort-Archive: Joannie Rochette

Nachrichten aus Kanada

Joannie Rochette hat ihre Teilnahme an der Grand Prix-Serie abgesagt. Ein Hinweis darauf, dass sie sich ganz aus dem Amateur-Lager zurückzieht und künftig nur noch Shows läuft? Es wäre verständlich, eine olympische Medaille hat sie schließlich in der Tasche.

(c) Dave Carmichael

Als Phantom der Oper werden wir Patrick Chan nächste Saison noch einmal erleben; (c) Dave Carmichael

Patrick Chan dagegen ist bereits wieder eifrig am trainieren, in Colorado/Florida. Seine Kür zum „Phantom der Oper“ behält er in der kommenden Saison. Um ehrlich zu sein, mich stört das gar nicht, weil ich das Programm sehr gerne mochte. Noch besser hatte mir allerdings das Tango-Kurzprogramm gefallen. Mal sehen, was Chan sich hier für die nächste Saison hat einfallen lassen. Bald wissen wir mehr, denn sein neues Kurzprogramm zeigt er erstmals beim Liberty Summer Competition in Aston, Pennsylvania, der vom 13.-17. Juli stattfindet.

Das kanadische Paar Langlois/Hay trennt sich, da Anabelle Langlois sich vom Eis verabschiedet. Cody Hay sucht nun nach einer neuen Partnerin. Weiter dabei ist in der kommenden Saison das Duo Dube/Davison, die für den Grand Prix gelistet sind.

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Vancouver: Starke Damen

Eine Menge starke Leistungen gab es zu bestaunen, als gestern in Vancouver die Eiskunstlauf-Damen ihre Kurzprogramme aufs Eis brachten. Besonders die drei Führenden haben Erstaunliches geschafft und sich bereits mit einigem Punktabstand von den übrigen Damen des Feldes abgesetzt.

Allen voran thront „Queen“ Yu-Na Kim auf Position Nummer 1. Die Koreanerin, die dieser Tage nicht nur durch ihre überragenden sportlichen Leistungen, sondern auch durch ihren mehrfachen Millionenverdienst im letzten Jahr Schlagzeilen machte (Werbeverträge lohnen sich weitaus mehr als Preisgelder), spielte ein äußerst cooles Bond-Girl und lieferte ein lupenreines Kurzprogramm ab. Nervliche Belastung war ihr in keiner Weise anzumerken. Sie erhielt 78,50 Punkte – mal wieder ein Rekord…Da reichte auch eine 3fachLutz-3fach-Toeloop-Kombi, um Mao Asada mit ihrer 3fach-Axel-2Toeloop-Kombi in Schach zu halten, zumal Kims Kombi so brilliant gelang, dass sie ihr mit Pluspunkten insgesamt sogar mehr Punkte einbrachte als Asada für ihre technisch schwierigere Kombi erhielt.

Aber auch Mao Asada zeigte eine astreine Vorstellung. Den 3fach-Axel landete sie mit spielender Leichtigkeit und zeigte auch sonst ein fehlerfreies Programm. Allerdings wirkte sie im Gegensatz zu Kim, die direkt nach ihr aufs Eis musste, sehr viel kindlicher und der Katchatchurian-Walzer eigentlich etwas zu wuchtig für ihre zierliche Person. Verloren hat Asada gegen Kim aber nicht so sehr in den Programmkomponenten, sondern in der technischen Ausführung der Elemente, bei der Kim sehr viel mehr Pluspunkte einheimsen konnte. So liegt die Japanerin momentan mit 73,78 Punkten auf dem zweiten Platz.

Die dritte Starke im Bunde war Joannie Rochette, deren Mutter vor zwei Tagen an einem Herzinfarkt starb, kurz nach der Ankunft in Vancouver, wo sie eigentlich ihre Tochter unterstützen wollte. Die Kanadierin ging trotzdem an den Start. Es war eine eigenartige Szene, als das Publikum die emotional sichtlich mitgenommene und schwarz gekleidete Joannie Rochette mit brüllendem Beifall auf dem Eis begrüßte. Ihre Trauer gab der Kanadierin offensichtlich Kraft – sie lief ein fehlerfreies und unheimlich ergreifendes Kurzprogramm. Wie gut, dass ihre Musik kein fröhlicher Samba wie bei Sarah Meier war, sondern ein ernster Tango, zu dem ihre verzweifelte Miene sogar passte. Mir ging diese Vorstellung sehr unter die Haut. Mit 71,36 Punkten liegt Joannie Rochette nach dem Kurzprogramm auf dem Bronzerang.

Mit einigem Punktabstand folgt auf Platz 4 Miki Ando (64,76 Punkte), deren 3fach Rittberger in der 3Lutz-3Rittberger-Kombi downgegradet wurde. Glück hat sie noch mit ihrem Flip gehabt, der auch nicht auf rückwärts gelandet war, aber anerkannt wurde. Platz 5 und 6 belegen Rachael Flatt (schönes Swing-Programm, aber, um es euphemistisch auszudrücken, sehr eigenwilliger Sprungstil bei den Zackensprüngen) und Mirai Nagasu. Auf Platz 7 liegt Carolina Kostner, die beim Lutz wackelte, auf Platz 8 Alena Leonova, die ebenfalls beim Lutz patzte.  Zwischen Platz 4 und Platz 11 beträgt der Punktabstand insgesamt nur wenig mehr als 3,5 Punkte. Hier stehen in der Kür also noch alle Karten offen.

Die deutsche Starterin Sarah Hecken landete eine 3Toeloop-3Toeloop-Kombi, doch der Salchow missglückte völlig. Immerhin konnte Hecken sich mit 49,04 Punkten ganz knapp fürs Finale qualifizieren.

Hier geht es zum Gesamtergebnis des Kurzprogramms. Und die Startreihenfolge für die Kür steht auch schon fest und kann hier eingesehen werden.

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Olympia-Kunstlauf-Teams der USA und Kanada stehen fest

Zeitgleich zur Europameisterschaft fanden in den USA die nationalen Titelkämpfe und die Nominierung des Olympia-Teams statt. Die Tickets nach Vancouver gingen an:

  • die Paarlaufteams Denney/ Barrett (laufen erst seit 18 Monaten zusammen!) und Evora/ Ladwig
  • Johnny Weir (3.), Evan Lysacek (2.) und den neuen amerikanischen Meister Jeremy Abbott, der eine grandiose Kür zeigte und insgesamt 263,66 Punkte erhielt
  • die drei Eistanzpaare Davis/ White, Belbin/ Agosto, Samuelson/ Bates
  • die neue amerikanische Meisterin Rachael Flatt und Mirai Nagasu, die zweite des Wettkampfs; Sasha Cohen, deren geplantes Comeback in der ISU-Grand Prix-Serie nicht stattfand (mit Verletzungen begründet) und bei den US-Meisterschaften mit umso größerer Spannung erwartet wurde, lief ein gutes Kurzprogramm, patzte aber in der Kür erheblich und kam insgesamt auf den vierten Platz. So beschränkt sich ihr Comeback – zumindest in dieser Saison – auf eine Teilnahme an den nationalen Meisterschaften.

Hier die Kür von Jeremy Abbott zu Camille Saint-Saens Symphonie Nr.3:

Auch das kanadische Olympia-Eiskunstlauf-Team ist nach dem Abschluss der kanadischen Meisterschaften inzwischen nominiert. Es treten an:

  • im Paarlaufen: die neuen kanadischen Meister Dube/Davison, außerdem Langlois/Hay
  • der alte und neue kanadische Meister Patrick Chan mit einer phantastischen Kür (insgesamt 268,02 Punkte) und Vaughn Chipeur
  • im Eistanzen Virtue/ Moir und Crone/ Poirier
  • die Wiederholungsmeisterin Joannie Rochette, die eine starke, sprunggewaltige Kür lief, und Cynthia Phaneuf

Patrick Chans „Phantom der Oper“ bei den kanadischen Meisterschaften:

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Cup of China: Nach der Kür

Der Wettkampfteil des Cup of China ist beendet. Ebenso, wie letzte Woche nach dem Rostelecom Cup Evgeni Plushenko eine gehörige Portion Selbstvertrauen mit in die Saison nehmen konnte, können nun auch Xue Shen und Hongbo Zhao zuversichtlich auf die kommenden Entscheidungen blicken. Sie gewannen die Paarlaufkonkurrenz mit insgesamt 200,97 Punkten vor dem zweiten chinesischen Paar Zhang/Zhang, das seinen Rückstand aus dem Kurzprogramm aufholen konnte und 186,49 Punkte erzielte (zum Vergleich: das dritte chinesische Top-Paar, Pang/Tong, holte letztes Wochenende in Moskau den Sieg mit 191,33 Punkten). Auf Platz 3 liegen die Ukrainer Volosozhar/Morozov mit 170,79 Punkten (Gesamtresultat und Kürergebnis).

Die Herrenkonkurrenz gewann Nobunari Oda mit seiner schönen Chaplin-Kür und insgesamt 239,58 Punkten. Zum Vergleich: Plushenko holte letzte Woche in Moskau 240,65 Punkte, Oda holte auch ohne Vierfachsprung und mit einem verpatzten Einfach- statt Dreifachaxel im Programm fast genauso viele Punkte. Die Olympia-Entscheidung wird also spannend werden. Evan Lysacek hat sich mit 232,17 noch auf den zweiten Platz vorgekämpft, Platz 3 ging an Sergei Voronov (220,39 Punkte). Samuel Contesti konnte den vierten Platz halten (Kürergebnis Herren und Gesamtresultet Herren).

Und die Damen: Mirai Nagasu, nach dem Kurzprogramm noch auf Platz 1, fiel nach der Kür auf den fünften Platz zurück. Die Amerikanerin hat schöne Programme (auch wenn da mal wieder die altgedienten Piraten der Karibik und Carmen unterwegs sind), schöne Spiralschrittfolgen und eine wirklich fabelhafte Himmelspirouette. Leider hat sie extreme Probleme, einen Dreifachsprung auch dreifach in der Luft auszuführen. Das letzte Stück der Drehung geschieht auf dem Eis, und so wurden in der Kür bis auf den Flip alle Sprünge auf Doppelsprünge downgegradet. Gewonnen hat den Cup of China die Japanerin Akiko Suzuki mit einer soliden Leistung zu einer weiteren altgedienten Musik, der Westside Story (man merkt, es ist Olympiasaison…). Sie erhielt 176,66 Punkte. Zweite wurde Kiira Korpi (163,27), dritte Joannie Rochette, für die die Kür sehr viel besser lief als das Kurzprogramm (163,18 Punkte, und nochmal eine altgediente, aber so schön romantische Musik: Samson und Delilah…). Die Kanadierin ist eine unheimlich dynamische und sehr ausdrucksstarke Läuferin und erhielt die höchsten Programmkomponenten der Damenkonkurrenz. Hier ihre Kür:

Und hier das Kürgebnis der Damen und das Gesamtrerultat der Damen.

Im Eistanzen gewannen die Amerikaner Belbin/Agosto vor den Russen Khokhlova/Novitski und den Italienern Faiella/Scali (Gesamtresultat Eistanz).

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