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Fashion matters

Eiskunstlaufen gilt als Glitzersport. Zwar rangiert in der Trainingsrealität, entgegen den in der nichteiskunstlaufenden Öffentlichkeit verbreiteten Klischees, der Sport sehr viel höher als das Glitzern. Aber Eiskunstlaufen ist unbestritten ein Präsentationssport, und wer sich präsentieren will, achtet bekanntermaßen auf seine Kleidung.

Eiskunstlaufkostüme müssen vielen Ansprüchen genügen. Sie müssen Bewegungsfreiheit garantieren, reißfest sein und von allen Seiten, auch bei kräftigem Fahrtwind, gut aussehen. Sie sollen das Musikthema untermalen, die Läufer gut kleiden, den Fans gefallen und einen positiven Eindruck bei den Preisrichtern hinterlassen, das heißt auffallen – am besten natürlich positiv (Ausnahmen bestätigen die Regel). Auffallen bedeutet aber – Eiskunstlauflästerer hergehört – nicht immer glitzern. Und wer sich über schimmernde Kostüme amüsiert, sollte sich fragen, ob Swarowskikristalle und Pailletten nicht angenehmer funkeln als die Werbebanner auf der Sportbekleidung anderer Disziplinen.

Eislaufkostüme sind eine Frage des Geschmacks und der Mode. Man schaue sich den Kostümstil der 70er und 80er Jahre an, die Anzüge von Norbert Schramm oder das Trachtenkleid von Katharina Witt im Kurzprogramm 1984 und vergleiche mit Samuel Contestis filmreifen Cowboy-Kostüm oder dem Bond-Outfit von Yu-Na Kim. In den USA werden die Eiskunstlauf-Kostüme diskutiert wie die Roben der Oscarstars, jüngsten Anlass boten die nationalen Meisterschaften, siehe bei gofugyourself.celebuzz.com, wo unter anderem das Bollywood-Kostüm des Eistanzpaares Davis/White Thema ist:

Ganz besonders in den Schlagzeilen steht der modevernarrte Johnny Weir: In den USA beschweren sich Tierschützer über den Fuchspelzbesatz an seinem Küranzug, nachzulesen bei loopaxels, inzwischen auch in der deutschen Lokalpresse.

Bei abcnews kann man gemeinsam mit der Kostümdesignerin Vera Wang auf die Olympia-Kostüme der vergangenen Jahrzehnte zurückblicken und sich schon einmal auf die Vorführungen in Vancouver einstimmen. Doch spätestens zu Beginn der Spiele werden Modefragen in den Hintergrund rücken. Denn was dort glänzen soll, sind ja vor allem die sportlichen und künstlerischen Leistungen.

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