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Highlights Grand Prix 2011

Viel Text gab es hier bislang zur aktuellen Saison leider nicht – dafür, zum Jahreswechsel, wenigstens einen Rückblick auf die bisherigen Highlights der Saison, vor allem der Grand-Prix-Wettbewerbe.

Alles vierfach?

Bei den Herren setzt sich der Trend zu immer mehr 4fach-Sprüngen fort. Brandon Mroz landete bei der NHK-Trophy als erster in einem internationalen Wettkampf einen astreinen Vierfach-Lutz. Kevin Reynolds versuchte sich beim Cup of China gleich an drei verschiedenen Vierfachen (Salchow, Toeloop, Rittberger; der Rittberger wurde downgegradet). Zum Glück hat die punkttechnische Aufwertung der Vierfachelemente nicht zu einer verstärkten Trennung zwischen „Springern“ und „Künstlern“ auf dem Eis geführt – oben auf dem Treppchen landet nur, wer beide Aspekte kombinieren kann.

Patrick Chan, das Wunderkind der vergangenen Saison, präsentierte sich in der aktuellen Saison bis dato nicht ganz so sprungstabil. Aber läuferisch ist er immer noch beinahe eine Klasse für sich, und so konnte er mit seinen unglaublich hohen Werten in den Komponenten nahezu alle technischen Makel ausbügeln. Im Grand Prix-Finale sprang er die 4fach-3fach-Toeloop-Kombi in die Bande (der 3fach-Toeloop war noch klar auf rückwärts gelandet), setzte gleich darauf sein Programm fort, als wäre nichts gewesen, und gewann das Finale.

Daisuke Takahashi befindet sich nach einigen Schwierigkeiten, vor allem in der Stabilität der Sprungelemente, wieder im Aufwind. Er wurde zweiter im Grand Prix-Finale. Wie man es von ihm kennt, hat er wieder zwei beeindruckende Programme im Gepäck, in die er auf dem Eis seine ganze Seele hineinzugeben scheint. Besonders die auf den Punkt choreographierte Blues-Kür gefällt mir ungeheuer gut (hier von der NHK-Trophy):

In den Grand Prix-Wettkämpfen zeigte Takahashi fast durchweg sehr konstante Sprünge, nur der Vierfache – mal versuchte er den Flip, mal den Toeloop – wollte nicht glücken. Vor wenigen Tagen gelang ihm bei den japanischen Meisterschaften im Kurprogramm jedoch auch dieses Element wieder (Kombi 4fach-3fach-Toeloop). Takahiko Kozuka, der in diesem Jahr das Grand Prix-Finale verpasste, wurde bei den japanischen Meisterschaften zweiter, der Nachwuchsstürmer Yuzuru Hanyu (Dritter im Grand Prix Finale) dritter.

Unbedingt erwähnt werden muss das wunderschöne Kurzprogramm von Jeremy Abott zum Soundtrack von Swing Kids – so gut habe ich Swing auf dem Eis noch niemanden umsetzen sehen (hier vom Grand Prox Finale):

Javier Fernandez, der schon in den vergangenen Jahren für Aufmerksamkeit sorgte, hat sich nach einem Trainerwechsel zu Brian Orser noch einmal gesteigert und ebenfalls zwei unglaublich starke Programme dabei. Und Michal Brezina hat sich mit sehr konstanten Leistungen im Top-Feld der Herren zurückgemeldet.

Sochi voraus

Bei den Damen sorgte vor allem Elizaveta Tuktamysheva für Furore (hier bei Skate Canada):

Schon seit einigen Jahren wird sie als großes Talent gehandelt, in dieser Saison konnte sie ihr Können erstmals beim Senioren-Grand Prix unter Beweis stellen – und gewann prompt ihre beiden Wettkämpfe. Im Finale kam sie allerdings nur auf Rang 4. Ihre Konstanz in den Sprungelementen ist erstaunlich, selbst bei Kombis wie 3Lutz-3Toeloop – allerdings muss sie die Pubertät mitsamt der körperlichen Veränderungen noch durchlaufen. Ihr Laufstil erinnert dagegen wenig an ein junges Mädchen, eher scheint dort eine Jugendliche krampfhaft die reife Frau zu spielen. Hier ist noch viel Spielraum für Entwicklung.

Mao Asada kämpfte sich in dieser Saison mit recht konstanten Leistungen wieder ins Grand Prix Finale, musste ihre Teilnahme aber absagen, da am selben Wochenende ihre Mutter verstarb. Zur großen nationalen Konkurrentin ist Akiko Suzuki geworden, die Asada bei der NHK-Trophy sogar besiegen konnte und im Finale auf Rang 2 kam, hinter Carolina Kostner, die sich in dieser Saison bislang ebenfalls in guter Form präsentiert hat.

Das Feld der Amerikanerinnen ist nach wie vor instabil. Rachael Flatt wirkte bis dato überhaupt nicht in Form, die elegante Alissa Czisny erreichte immerhin das Grand Prix Finale, dort aber mit deutlichem Punktrückstand auf Tuktamysheva nur den fünften Platz. Der Stern der Finninnen strahlt auch nicht eben hell: Kiira Korpi kam bei keinem ihrer Grand Prix-Wettkämpfe aufs Podest, Laura Lepistö musste die Serie verletzungsbedingt absagen.

Dream Teams

Im Paarlauf zeichnet sich in dieser Saison ein enger Konkurrenzkampf zwischen Savchenko/Szolkowy und Volosozhar/Trankov ab. Dem deutschen Paar ist mit der Kür zum Soundtrack von „Pina“ wieder einmal ein Kunstwerk gelungen:

Wenn ihnen bei EM und WM auch noch der 3fach-Wurfaxel gelücken würde, den sie in dieser Saison schon mehrfach im Wettkampf versucht haben, wären sie ihrem großen Traum wohl wieder ein Stück näher.

Und was macht eigentlich…

Brian Joubert: hatte einen reichlich holprigen Start in die Saison, zog seine Teilnahme bei der Nebelhorn-Trophy zurück, dann sagte er wegen Rückenproblemen auch die Grand Prix-Serie ab, ist inzwischen zu seiner Matrix-Kür aus der Saison 03/04 zurückgekehrt und vor wenigen Wochen zum achten Mal französischer Meister geworden.

Evgeni Plushenko: nachdem er (zum wievielten Mal?) sein Wettkampf-Comeback verkündet hat und im Sommer in Moskau bei einer Präsentation der neuen Programme noch reichlich steif aussah, wurde er im Dezember vor Artur Gachinski russischer Meister. Warten wir also ab, was die EM bringt…

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WM 2011 Herren

So lange hat man auf die WM gewartet, und so schnell ist sie vorbei…
Ich hoffe, Ihr habt alle die eine oder andere Möglichkeit gefunden, den Wettkampf zu sehen. Insbesondere der Herrenwettkampf war in der deutschen Fernsehübertragung ja nur mager vertreten.

Ein kurzer Rückblick, ein paar Gedanken:

Japan – Ach, die armen Japaner. Na gut, wenigstens gab es am Ende doch noch eine Medaille, nachdem Takahiko Kozuka eine fabelhafte Kür zeigte und sogar mehr Punkte in der Technik erhielt als Patrick Chan. Sein Silbermedaillengewinn hat mich sehr gefreut, da ich seinen Laufstil unheimlich gerne mag und finde, dass er in den letzten Jahren in den Programmkomponenten nicht immer gerecht bewertet wurde. Ich hoffe, der Erfolg bei dieser WM gibt ihm noch einmal einen Kick in puncto selbstbewusstes Präsentieren.

Weniger glücklich traf es seine Teamkollegen. Nobunari Oda hat anscheinend immer noch Probleme, die Umdrehungen im Sprung zu zählen – er zeigte in seiner Kür dreimal den Dreifach-Toeloop, was das Reglement nicht erlaubt. Dadurch fiel eine ganze Kombination, 3A-3T, aus dem Programm, Basiswert 12,6 Punkte. Nach seinem gelungenen Kurzprogramm lag er auf Platz 2, nach seiner ebenfalls gelungenen Kür (wenngleich ohne 4T, den geplanten Vierfachen sprang er dreifach, daher der überzählige 3T) landete er insgesamt nur auf Platz 6. Es war nicht das erste Mal, dass ihm dieser Fehler im Wettkampf passierte – 2005/2006 verrechnete er sich bei den japanischen Meisterschaften, ebenso bei den Olympischen Spielen und der WM 2006 und letzten Herbst bei Skate America.

Und Daisuke Takahashi? In den Weltmeister des Vorjahrs hatten die Japaner wohl die größten Medaillenhoffnungen gesetzt, schließlich ist er der ausdrucksstärkste Läufer im Team. Nach dem fehlerfreien Kurzprogramm (jedes Mal staune ich erneut über die wunderschöne Schrittpassage, eine der besten im Feld der Herren dieses Jahr) lag er auf Platz 3, doch in der Kür löste sich beim Absprung zum Vierfach-Toeloop eine Schraube seiner Schiene. Er musste das Programm unterbrechen, die Kufe wurde in aller Eile wieder festgeschraubt, doch der Vierfach-Toeloop war natürlich dahin… Hervorragend, wie Takahashi dennoch seine Kür weitergelaufen ist, als wäre nichts gewesen, und einen wundervollen Tango aufs Eis zauberte, von ein paar kleinen technischen Schönheitsfehlern einmal abgesehen. Am Ende reichte es aber nur für Platz 5.

Patrick Chan – Das Wortspiel chan-tastic kursiert schon seit längerem in der Fangemeinde des Kanadiers. Zurecht, das muss man nach Chans Leistung bei dieser WM wohl festhalten. Technisch und läuferisch war er dem Herrenfeld überlegen und brachte zwei beeindruckend makellose Programme mit drei blitzsauberen 4Toeloops aufs Eis. Ob Chans Abstand zum übrigen Feld der Läufer tatsächlich so gewaltig ist, wie sein Punktvorsprung von über 22 Punkten suggeriert, sei dahingestellt. Ich war von seiner Leistung begeistert – auch wenn sie nach Chans bisherigem Saisonverlauf zu erwarten war, musste sie ja trotzdem erstmal aufs Eis gebracht werden.

Die Franzosen – Ach, es war nicht die Saison von Brian Joubert. Der Franzose scheint immer noch damit beschäftigt, sich selbst auf dem Eis neu zu finden, aber ich denke, mit seiner Kür bei der WM ist er der Sache ein großes Stück näher gekommen, auch wenn er das erste Mal seit Jahren ohne WM-Medaille nach Hause fahren musste. Ein neues, ausgesprochen vorteilhaftes Kostüm, ein fast eleganter Laufstil – auf einmal schien da ein gereifter Brian Joubert übers Eis zu gleiten. Wie schon bei der EM kämpfte er sich in der Kür wacker nach vorne, aber in Moskau reichte es in diesem Jahr nur für Platz 8.

Wie bei der EM lag er damit einen Platz hinter Florent Amodio. Der amtierende Europameister lief mit bemerkenswert viel Energie und Selbstbewusstsein durch seine Programme. Ich bezweifele allerdings, dass es ihm viel gebracht hat, seine Michael-Jackson-Kür in Moskau gegen die Wettkampfregeln mit Gesangspassagen zu spicken, zumindest hat das Programm dadurch in meinen Augen nichts gewonnen. Naja, kein Punktabzug, Pubertät ausgelebt.

Artur Gachinski – Endlich wieder Licht im Feld der russischen Herren! Artur Gachinski, seit Jahren ein Fan von Plushenko, macht sich mit dem Gewinn der Bronzemedaille jetzt daran, selbst ein Star in Russland zu werden. Im Kurzprogramm wirkte er auf mich noch sehr wie der Schatten von Plushenko. Sehr gut hat mir dagegen die Kür gefallen, da Gachinski hier einen anderen, eigenen Stil läuft: russischen Slapstick, erstaunlich gut präsentiert.

Die Tschechen, Tomas Verner und Michal Brezina, haben in den letzten Monaten nicht gerade durch konstante Leistungen überzeugt. Beide sind große Eislauftalente, doch der landesinterne Konkurrenzkampf scheint sie nicht unbedingt zu beflügeln. Brezina hatte nach einer Operation am Anfang der Saison Mühe, zu seiner Form zurückzufinden. Er konnte sich in der Kür auf den vierten Platz vorarbeiten, Verner stürzte in der Kür auf Rang 12 ab.

Javier Fernandez: Glückliches Spanien! Als Javier Fernandez in seiner ohnehin schon famosen Karibik-Piraten-Kür (der trunkene Kreisschritt hat ihm vermutlich internationale Bekanntheit gesichert) nach dem 4-Toeloop einen noch bombastischeren Vierfach-Salchow nachlegte, blieb mir der Mund offen stehen. Hut ab!

Hier noch mal zum Nach-Sehen, in der italienischen Fassung von RAI, bei youtube hochgeladen von RiservaISUMosca2011, wo dankenswerter Weise der gesamte Herrenwettkampf angeschaut werden konnte:

USA: Im US-amerikanischen Team fehlten in diesem Jahr zwei bekannte Gesichter: Jeremy Abbott und Adam Rippon konnten sich bei den US Nationals nicht für die WM qualifizieren. Statt ihrer reisten Richard Dornbush, Ross Miner und Ryan Bradley nach Moskau. Richard Dornbush landete auf Platz 9, Miner, der mit seiner schön interpretierten Casablanca-Kür nicht ganz so erfolgreich war wie anno dazumal der legendäre Kurt Browning, auf Platz 11 und Bradley, der US-Meister 2011, auf Platz 13.

Peter Liebers kam mit zwei schönen und weitgehend fehlerfreien Programmen auf Platz 16. Das gibt hoffentlich Rückenwind für die nächste Saison.

Evgeni Plushenko saß zwar nur auf der Zuschauertribüne, das russische Fernsehen brachte ihn aber trotzdem oft ins Bild. Seine Miene war fast so versteinert wie die von Alexei Mishin. Was ihm wohl durch den Kopf ging, als er Chans Kür zuschaute? Tatiana Tarasova jedenfalls, die ebenfalls zur russischen Eislaufprominenz in der Halle zählte, spendete mit weitaus lebhafterer Mimik Standing Ovations. Plushenko macht derweil wieder einmal von sich reden – er strebt die Wiederherstellung seines Amateurstatus‘ an und spekuliert schon einmal über einen Start in Sochi 2014. Dann wäre er 31 Jahre alt.

Das Wertungssystem: Eine Notiz am Rande: Schaut man in die Judges Sheets der diesjährigen WM, fällt auf, das die Preisrichter ausgesprochen hohe GOEs verteilt haben (Plus- bzw. Minuspunkte auf die ausgeführten Elemente). Die erstplatzierten Läufer erhielten des öfteren eine +3 in den GOEs – so kann man natürlich auch Rekorde schaffen.

Hier gibt es alle Ergebnisse.

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Perfekte Vorstellung

Bei den kanadischen Meisterschaften am vergangenen Wochenende zauberte Patrick Chan zwei wahrhaft fantastische Programme aufs Eis. Nachdem er in der vergangenen Saison noch mit dem Vierfach-Toeloop haderte, hat er ihn in dieser Saison sowohl ins Kurzprogramm wie in die Kür genommen, und zu den nationalen Meisterschaften setzte er mit einen zweiten Vierfach-Toeloop in der Kür sogar noch einen obendrauf – vielleicht in Reaktion auf seinen jungen Teamkollegen Kevin Reynolds, der im Grand Prix mit Vierfach-Toeloops und -Salchows auftrumpfte – obwohl das eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre, denn läuferisch bewegt Chan sich mit wenigen anderen in einer ganz eigenen Liga. Chan brachte alle drei 4T bombensicher aufs Eis, einen davon in Kombi mit dem 3T, und gewann den Wettkampf mit nahezu 60 Punkten Vorsprung vor Shawn Sawver.

Schöner kann Eiskunstlaufen kaum sein:

Die anderen kanadischen Meister sind: Cynthia Phaneuf, die Paarläufer Kirsten Moore-Towers/ Dylan Moscovitch und die Eistänzer Vanessa Crone/ Paul Poirier.

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Skate Canada 2010

Das zweite Grand-Prix-Wochenende ist vorbei, und die Saison kommt allmählich in Schwung. Die Herren zauberten in Kingston einen Vierfachen nach dem anderen aus dem Hut, der junge Kanadier Kevin Reynolds zeigt sogar sowohl im Kurzprogramm wie in der Kür Vierfachsalchow und Vierfachtoeloop, noch dazu in Kombination. Die ISU-Regeländerungen machen sich bemerkbar. Trotzdem, und das ist gut, reichen die Vierfachen nicht per se zum Sieg – Reynolds lag nach seinem nahezu fehlerlosen Kurzprogramm hinter Nobunari Oda, der keinen Vierfachen zeigte.

Patrick Chan of Canada holds his first place medal after skating his free program during Skate Canada International in Kingston October 30, 2010.    REUTERS/ Mike Cassese, via daylife.com

Der frisch verheiratete Oda ist, soviel steht fest, nach seinem Absturz in der letzten Saison wieder da. Er hat ein ungewöhnliches, klassisch japanisches Kurzprogramm im Gepäck (Storm von den Yoshida Brothers) und eine klassisch europäische Kür (Klavierkonzerte von Grieg). Oda gewann das Kurzprogramm und präsentierte auch seine Kür fast fehlerlos. Trotzdem reichte es nur zum zweiten Platz. Manche schreiben es dem Heimbonus zu, dass Patrick Chan die Kür mit deutlichem Abstand gewann und sich nach einem Kurzprogramm mit drei Stürzen (einer davon in der Schrittpassage…) vom vierten auf den ersten Platz vorschieben konnte. Aber in der Kür zeigte Chan einen hervorragenden 4-Toeloop, und was das Kantenlaufen und die Programmkomponenten betrifft, war ihm in meinen Augen in Kingston keiner der anderen Herren wirklich gewachsen. Obwohl auch Adam Rippon zwei fabelhafte Programme aufs Eis legte, mit denen er Dritter wurde.

Überlegung am Rande: Was mag Alban Préaubert dazu bewogen haben, klassische Musik für die Kür zu wählen? Er machte nicht den Eindruck, als gehe er darin auf (was mich auch erstaunt hätte…).

Das kanadische Paar Moore-Towers/Moscovitch riss mit einer gelungenen Kür und zwei spektakulären Hebefiguren das Publikum von den Stühlen. Das war ebenso schön anzuschauen wie die Kür selbst, mit der sie sich vom 5. Platz nach dem Kurzprogramm auf den zweiten Platz vorschieben konnten. Sieger des Paarlaufwettkampfs wurden die Russen Iliushechkina/Maisuradze.

KINGSTON - OCTOBER 30:  Alissa Czisny of the United States skates to a 1st place finish in the ladies free skating during 2010 Skate Canada International at the K-Rock Centre October 30, 2010 in Kingston, Ontario, Canada.  (Photo By Dave Sandford/Getty Images)Den Damenwettkampf konnte die Amerikanerin Alissa Czisny in einem schwer berechenbaren Feld mit einer gelungenen Kür für sich entscheiden. Ich bin gespannt, ob sich aus dem relativ breiten Feld der amerikanischen Damen in dieser Saison ein oder zwei Favoritinnen absetzen können. Agnes Zawadzki, die in dieser Saison erstmals bei den Senioren startet, zeigte ein gutes Kurzprogramm und starke Sprünge (wenngleich mir das Kostüm nicht eben zusagte; eine Art Red Sonja in Pink?), patzte aber in der Kür. Cynthia Phaneuf aus Kanada zeigte das beste Kurzprogramm, kam aber ebenfalls nicht sauber durch die Kür. Nahezu die einzig Beständige im unbeständigen Damenfeld war die Russin Ksenia Makarova, die auf den zweiten Platz kam.

Das deutsche Eistanzpaar Frohberg/Giesen kam auf den achten Platz. Die Kanadier Crone/Poirier gewannen die Kür und den Gesamtwettkampf vor den Briten Kerr/Kerr und den Amerikanern Chock/Zuerlein.

Hier findet man alle Ergebnisse von Skate Canada 2010 inklusive der Preisrichterprotokolle.

Hier die Kür von Patrick Chan, die mich immer noch mitreißt, obwohl es eine überarbeitete Version aus dem Vorjahr und der Dauerdudler „Phantom der Oper“ ist (via aricozzz):

Odas Japan-Kurzprogramm (via spfds01):

Und die Kür der flattergewandeten Alissa Czisny (via BlueIce Skating):

Am nächsten Wochenende geht es nach Peking zum Cup of China. Auch da wird es wieder spannend: Takahiko Kozuka ist am Start, Tomas Verner, der sich in dieser Saison hoffentlich wieder berappeln kann, der neu motivierte Brian Joubert, Peter Liebers, Miki Ando, die gute Chancen hat, die Führung unter den japanischen Damen zu übernehmen, wenn Mao Asada so weitermacht, Mirai Nagasu und Pang/Tong.

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Nachrichten aus Kanada

Joannie Rochette hat ihre Teilnahme an der Grand Prix-Serie abgesagt. Ein Hinweis darauf, dass sie sich ganz aus dem Amateur-Lager zurückzieht und künftig nur noch Shows läuft? Es wäre verständlich, eine olympische Medaille hat sie schließlich in der Tasche.

(c) Dave Carmichael

Als Phantom der Oper werden wir Patrick Chan nächste Saison noch einmal erleben; (c) Dave Carmichael

Patrick Chan dagegen ist bereits wieder eifrig am trainieren, in Colorado/Florida. Seine Kür zum „Phantom der Oper“ behält er in der kommenden Saison. Um ehrlich zu sein, mich stört das gar nicht, weil ich das Programm sehr gerne mochte. Noch besser hatte mir allerdings das Tango-Kurzprogramm gefallen. Mal sehen, was Chan sich hier für die nächste Saison hat einfallen lassen. Bald wissen wir mehr, denn sein neues Kurzprogramm zeigt er erstmals beim Liberty Summer Competition in Aston, Pennsylvania, der vom 13.-17. Juli stattfindet.

Das kanadische Paar Langlois/Hay trennt sich, da Anabelle Langlois sich vom Eis verabschiedet. Cody Hay sucht nun nach einer neuen Partnerin. Weiter dabei ist in der kommenden Saison das Duo Dube/Davison, die für den Grand Prix gelistet sind.

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Olympia-Kunstlauf-Teams der USA und Kanada stehen fest

Zeitgleich zur Europameisterschaft fanden in den USA die nationalen Titelkämpfe und die Nominierung des Olympia-Teams statt. Die Tickets nach Vancouver gingen an:

  • die Paarlaufteams Denney/ Barrett (laufen erst seit 18 Monaten zusammen!) und Evora/ Ladwig
  • Johnny Weir (3.), Evan Lysacek (2.) und den neuen amerikanischen Meister Jeremy Abbott, der eine grandiose Kür zeigte und insgesamt 263,66 Punkte erhielt
  • die drei Eistanzpaare Davis/ White, Belbin/ Agosto, Samuelson/ Bates
  • die neue amerikanische Meisterin Rachael Flatt und Mirai Nagasu, die zweite des Wettkampfs; Sasha Cohen, deren geplantes Comeback in der ISU-Grand Prix-Serie nicht stattfand (mit Verletzungen begründet) und bei den US-Meisterschaften mit umso größerer Spannung erwartet wurde, lief ein gutes Kurzprogramm, patzte aber in der Kür erheblich und kam insgesamt auf den vierten Platz. So beschränkt sich ihr Comeback – zumindest in dieser Saison – auf eine Teilnahme an den nationalen Meisterschaften.

Hier die Kür von Jeremy Abbott zu Camille Saint-Saens Symphonie Nr.3:

Auch das kanadische Olympia-Eiskunstlauf-Team ist nach dem Abschluss der kanadischen Meisterschaften inzwischen nominiert. Es treten an:

  • im Paarlaufen: die neuen kanadischen Meister Dube/Davison, außerdem Langlois/Hay
  • der alte und neue kanadische Meister Patrick Chan mit einer phantastischen Kür (insgesamt 268,02 Punkte) und Vaughn Chipeur
  • im Eistanzen Virtue/ Moir und Crone/ Poirier
  • die Wiederholungsmeisterin Joannie Rochette, die eine starke, sprunggewaltige Kür lief, und Cynthia Phaneuf

Patrick Chans „Phantom der Oper“ bei den kanadischen Meisterschaften:

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Grand Prix VI: Skate Canada

Im kanadischen Kitchener ging am Wochenende mit Skate Canada die Serie der sechs ISU Grand Prix-Wettkämpfe zu Ende – zumindest fast: in knapp zwei Wochen treffen sich die sechs Besten jeder Kunstlaufdisziplin zum Finale in Tokyo.

Mit im Finale sind Aliona Savchenko und Robin Szolkowy, die bei Skate Canada den Paarlaufwettkampf mit 206,71 Punkten gewannen und damit einen neuen „Weltrekord“ aufstellten. Nach der verpatzten Kür bei der Trophée Eric Bompard sind die beiden in Kanada mit einer ganz neuen Kür zu „Jenseits von Afrika“ angetreten. Wunderschönes Programm! Das fanden auch die Preisrichter: in den Programmkomponenten blitzte bei einem Preisrichter für Choreographie und Interpretation eine 9,75 auf, für die Performance sogar die Höchstnote 10,0. Das gab es seit Einführung des Neuen Wertungssystems meines Wissens noch nicht. Mehr zur rasanten Kürumstellung ist auf den Seiten der FAZ zu lesen. Und hier zum Genießen das neue Kürprogramm:

Zweite im Paarlaufen wurden die Russen Mukhortova/ Trankov mit 185,71 Punkten, dritte die Kanadier Dube/Davison mit 166,93 Punkten. Im Grand Prix-Finale in Tokyo werden Savchenko/Szolkowy gleich auf drei chinesische Paare treffen: Shen/Zhao, Pang/Tong und Zhang/Zhang, außerdem auf die Russen Kavaguti/Smirnov und Mukhortova/Trankov. Es gibt also schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf Vancouver.

Den Herrenwettkampf gewann der Amerikaner Jeremy Abbott mit zwei eindrucksvollen Programmen, einem bombastischen Vierfach-Toeloop und super Pirouetten in der Kür (insgesamt 232,99 Punkte), dicht gefolgt von Daisuke Takahashi (231,31 Punkte), der sich damit den Einzug ins Finale sichern konnte. Lachender Dritter wurde der Franzose Alban Preaubert. Nicht eben ein Haltungswunder, aber das macht er durch Ulk und Exzentrik in seinen Programmen wett, und „Clockwork Orange“ (das aktuelle Kurzprogramm) ist gar keine so schlechte Musikwahl für ihn. Der Tscheche Michal Brezina kam auf den vierten, Samuel Contesti auf den fünften Platz. Der Kanadier Patrick Chan, zweiter der Weltmeisterschaften des letzten Jahres und eigentlich Favorit des Wettkampfs, erreichte nur Platz 6. Im Kurzprogramm machte er einige technische Fehler, in der Kür stürzte er beim zweiten DreifachAxel ziemlich unglücklich und setzte die meisten der folgenden Sprungelemente in den Sand. Trotzdem zählte Chan zu den besten Läufern am Start und hat in der Olympiasaison schöne Programme im Gepäck. Vor allem seine „Phantom der Oper“ Kür ist sehenswert, thematisch zwar ein alter Hut, hier aber in einer musikalisch hörenswerten Version, und vor allem toll choreographiert und gelaufen (jetzt muss man sich nur noch die Stürze wegdenken…):

Im Grand Prix-Finale in Tokyo werden Nobunari Oda, Brian Joubert, Jeremy Abbott, Daisuke Takahashi, Evan Lysacek und Johnny Weir am Start sein.

Den Damenwettkampf gewann, sehr zur Freude des Publikums, die Kanadierin Joannie Rochette (182,90 Punkte) vor Alissa Czisny (163,53 Punkte) und Laura Lepistö (158,52). Vierte wurde Mirai Nagasu, fünfte Akiko Suzuki. Insgesamt gab es bei vielen Starterinnen etliche Patzer und eine Menge Doppelsprünge zu sehen. Ich nehme nicht an, dass das eine Solidaritätsbekundung mit Yu-Na Kim war, die sich bei Skate America in der Kür tatsächlich einmal von einer schwächeren Seite zeigte als gewohnt… Für Suzuki reichte auch der fünfte Platz noch, um sie ins Finale zu bringen. Dort wird sie auf Yu-Na Kim, Miki Ando, Joannie Rochette, Ashley Wagner und Alena Leonova treffen.

Im Eistanzen sicherten sich die Kanadier Virtue/Moir mit einem Sieg den Einzug ins Finale, zweite wurden die Franzosen Pechalat/Bourzat, dritte die Kanadier Weaver/Poje.

Alle Ergebnisse von Skate Canada sind hier zu finden.

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