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Highlights Grand Prix 2011

Viel Text gab es hier bislang zur aktuellen Saison leider nicht – dafür, zum Jahreswechsel, wenigstens einen Rückblick auf die bisherigen Highlights der Saison, vor allem der Grand-Prix-Wettbewerbe.

Alles vierfach?

Bei den Herren setzt sich der Trend zu immer mehr 4fach-Sprüngen fort. Brandon Mroz landete bei der NHK-Trophy als erster in einem internationalen Wettkampf einen astreinen Vierfach-Lutz. Kevin Reynolds versuchte sich beim Cup of China gleich an drei verschiedenen Vierfachen (Salchow, Toeloop, Rittberger; der Rittberger wurde downgegradet). Zum Glück hat die punkttechnische Aufwertung der Vierfachelemente nicht zu einer verstärkten Trennung zwischen „Springern“ und „Künstlern“ auf dem Eis geführt – oben auf dem Treppchen landet nur, wer beide Aspekte kombinieren kann.

Patrick Chan, das Wunderkind der vergangenen Saison, präsentierte sich in der aktuellen Saison bis dato nicht ganz so sprungstabil. Aber läuferisch ist er immer noch beinahe eine Klasse für sich, und so konnte er mit seinen unglaublich hohen Werten in den Komponenten nahezu alle technischen Makel ausbügeln. Im Grand Prix-Finale sprang er die 4fach-3fach-Toeloop-Kombi in die Bande (der 3fach-Toeloop war noch klar auf rückwärts gelandet), setzte gleich darauf sein Programm fort, als wäre nichts gewesen, und gewann das Finale.

Daisuke Takahashi befindet sich nach einigen Schwierigkeiten, vor allem in der Stabilität der Sprungelemente, wieder im Aufwind. Er wurde zweiter im Grand Prix-Finale. Wie man es von ihm kennt, hat er wieder zwei beeindruckende Programme im Gepäck, in die er auf dem Eis seine ganze Seele hineinzugeben scheint. Besonders die auf den Punkt choreographierte Blues-Kür gefällt mir ungeheuer gut (hier von der NHK-Trophy):

In den Grand Prix-Wettkämpfen zeigte Takahashi fast durchweg sehr konstante Sprünge, nur der Vierfache – mal versuchte er den Flip, mal den Toeloop – wollte nicht glücken. Vor wenigen Tagen gelang ihm bei den japanischen Meisterschaften im Kurprogramm jedoch auch dieses Element wieder (Kombi 4fach-3fach-Toeloop). Takahiko Kozuka, der in diesem Jahr das Grand Prix-Finale verpasste, wurde bei den japanischen Meisterschaften zweiter, der Nachwuchsstürmer Yuzuru Hanyu (Dritter im Grand Prix Finale) dritter.

Unbedingt erwähnt werden muss das wunderschöne Kurzprogramm von Jeremy Abott zum Soundtrack von Swing Kids – so gut habe ich Swing auf dem Eis noch niemanden umsetzen sehen (hier vom Grand Prox Finale):

Javier Fernandez, der schon in den vergangenen Jahren für Aufmerksamkeit sorgte, hat sich nach einem Trainerwechsel zu Brian Orser noch einmal gesteigert und ebenfalls zwei unglaublich starke Programme dabei. Und Michal Brezina hat sich mit sehr konstanten Leistungen im Top-Feld der Herren zurückgemeldet.

Sochi voraus

Bei den Damen sorgte vor allem Elizaveta Tuktamysheva für Furore (hier bei Skate Canada):

Schon seit einigen Jahren wird sie als großes Talent gehandelt, in dieser Saison konnte sie ihr Können erstmals beim Senioren-Grand Prix unter Beweis stellen – und gewann prompt ihre beiden Wettkämpfe. Im Finale kam sie allerdings nur auf Rang 4. Ihre Konstanz in den Sprungelementen ist erstaunlich, selbst bei Kombis wie 3Lutz-3Toeloop – allerdings muss sie die Pubertät mitsamt der körperlichen Veränderungen noch durchlaufen. Ihr Laufstil erinnert dagegen wenig an ein junges Mädchen, eher scheint dort eine Jugendliche krampfhaft die reife Frau zu spielen. Hier ist noch viel Spielraum für Entwicklung.

Mao Asada kämpfte sich in dieser Saison mit recht konstanten Leistungen wieder ins Grand Prix Finale, musste ihre Teilnahme aber absagen, da am selben Wochenende ihre Mutter verstarb. Zur großen nationalen Konkurrentin ist Akiko Suzuki geworden, die Asada bei der NHK-Trophy sogar besiegen konnte und im Finale auf Rang 2 kam, hinter Carolina Kostner, die sich in dieser Saison bislang ebenfalls in guter Form präsentiert hat.

Das Feld der Amerikanerinnen ist nach wie vor instabil. Rachael Flatt wirkte bis dato überhaupt nicht in Form, die elegante Alissa Czisny erreichte immerhin das Grand Prix Finale, dort aber mit deutlichem Punktrückstand auf Tuktamysheva nur den fünften Platz. Der Stern der Finninnen strahlt auch nicht eben hell: Kiira Korpi kam bei keinem ihrer Grand Prix-Wettkämpfe aufs Podest, Laura Lepistö musste die Serie verletzungsbedingt absagen.

Dream Teams

Im Paarlauf zeichnet sich in dieser Saison ein enger Konkurrenzkampf zwischen Savchenko/Szolkowy und Volosozhar/Trankov ab. Dem deutschen Paar ist mit der Kür zum Soundtrack von „Pina“ wieder einmal ein Kunstwerk gelungen:

Wenn ihnen bei EM und WM auch noch der 3fach-Wurfaxel gelücken würde, den sie in dieser Saison schon mehrfach im Wettkampf versucht haben, wären sie ihrem großen Traum wohl wieder ein Stück näher.

Und was macht eigentlich…

Brian Joubert: hatte einen reichlich holprigen Start in die Saison, zog seine Teilnahme bei der Nebelhorn-Trophy zurück, dann sagte er wegen Rückenproblemen auch die Grand Prix-Serie ab, ist inzwischen zu seiner Matrix-Kür aus der Saison 03/04 zurückgekehrt und vor wenigen Wochen zum achten Mal französischer Meister geworden.

Evgeni Plushenko: nachdem er (zum wievielten Mal?) sein Wettkampf-Comeback verkündet hat und im Sommer in Moskau bei einer Präsentation der neuen Programme noch reichlich steif aussah, wurde er im Dezember vor Artur Gachinski russischer Meister. Warten wir also ab, was die EM bringt…

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Four Continents 2011

Kurze Notiz zu den Four Continents, die vom 15.-20. Februar in Taipeh stattfanden:

Daisuke Takahashi, Miki Ando, Quin Pang/Jian Tong und Meryl Davis/Charlie White konnten in diesem Jahr die Titel holen und noch einmal einen guten Schuss Selbstvertrauen für die nicht mehr allzu fernen Weltmeisterschaften mit aus dem Wettkampf nehmen.

Das Ergebnis im Paarlaufen war nicht besonders überraschend, Pang/ Tong waren die klaren Favoriten und holten ihren fünften Four Continents-Titel. Platz zwei und drei gingen nach Kanada an Duhamel/Radford und Lawrence/ Swiegers. Im Eistanzen führten nach dem Short Dance die Kanadier Tessa Virtue/ Scott Moir, verletzungsbedingt brachen sie die Kür aber ab und machten den Weg für die US-Amerikaner Davis/White frei. Platz zwei ertanzten sich Shibutani/Shibutani aus den USA, auf Platz 3 landeten die Kanadier Crone/Poirier, gefolgt von ihren Landsleuten Weaver/Poje.

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In den Einzeldisziplinen gingen die Titel nach Japan – was ebenfalls keine große Überraschung war. Eine kleine Überraschung gab es dann aber doch: Takahashi, der bei den japanischen Meisterschaften im Dezember nur Dritter im Bund der japanischen „starken Drei“ Kozuka, Oda, Takahashi wurde, zeigte sich wieder in starker Form und gewann sowohl Kurzprogramm wie Kür – auch wenn der Vierfach-Toeloop in der Kür auf einen 3T downgegradet wurde. Yuzuru Hanyu, der seine erste Saison bei den japanischen Senioren läuft, kam mit sauberen Programmen auf Platz zwei – das nächste Talent unter den japanischen Herren, auch wenn sein Laufstil teilweise noch etwas schlacksig wirkt. Takahiko Kozuka hatte im Kurzprogramm offenbar einen Black Out in der Sprungkombination, ließ den zweiten Sprung des Elements aus und machte auch bei den anderen Sprungelementen Fehler, so dass er sich mit Platz 6 begnügen musste. In der Kür startete er mit einem sauberen Programm aber eine kleine Aufholjagd und kam mit der zweitbesten Kür insgesamt noch auf den vierten Platz. Dritter wurde Jeremy Abott, fünfter Adam Rippon. Schade, dass wir diese beiden bei den Weltmeisterschaften nicht sehen werden. Auch Hanyu ist bei der Senioren-WM nicht am Start, dort wird Nobunari Oda antreten.

Auch bei den Damen gingen Platz 1 und 2 an Japan, denn Mao Asada holte hinter Ando die Silbermedaille. Die amtierende Weltmeisterin scheint ihre Form endgültig wiedergefunden zu haben, sprang in der Kür einen guten 3Axel und lief ausdrucksstärkere Programme als ihre größte Konkurrentin Miki Ando, die vor allem mit technischer Routine punktete. Auf Platz 3-5 kamen die US-amerikanischen Damen Mirai Nagasu, Rachael Flatt – deren Längsschrittpassage im Kurzprogramm mit übrigens sehr gut gefallen hat, unheimlich ausdrucksstark – und Alissa Csizny, Cynthia Phaneuf aus Kanada lief auf den sechsten Rang, Akiko Suzuki patzte bei mehreren Sprungelementen und kam nur auf den siebten Platz.

Hier kann man alle Ergebnisse der Four Continents finden.

Und jetzt geht es auf die Zielgerade zu den Weltmeisterschaften… zuvor findet vom 28.2. bis zum 6.3. im koreanischen Gangneung allerdings noch die Junioren-WM statt.

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Update

Nach einer langen Weihnachtspause und frostiger Winterstarre geht es endlich weiter auf dem Eis – die Saisonhöhepunkte stehen vor der Tür: in der kommenden Woche beginnt die EM in Bern, Mitte Februar folgt das außereuropäische Äquivalent, die Four Continents in Taipeh, und am 21. März beginnt die WM in Tokyo. Kaum ein anderer Ort wäre in diesem Jahr als Austragungsstätte geeigneter, denn was die japanischen Einzelläufer zeigen, ist enorm.

Vielleicht hat ja der eine oder die andere von Euch in der Weihnachtswoche einen Blick auf die Japanischen Meisterschaften geworfen. Die Fans von Mao Asada können jedenfalls aufatmen, denn Asada scheint endlich wieder zu ihren Sprüngen zurückgefunden zu haben und musste sich nur einer noch sprungewaltigeren Miki Ando geschlagen geben, deren Kür das Publikum von den Sitzen gerissen hat. Der amtierende Weltmeister Takahashi blieb gleich hinter zwei Teamkollegen zurück, neuer japanischer Meister ist Takahiko Kozuka, der nach seinem Kurzprogramm ehrlich verblüfft war, dass er nicht nur für alle Pirouetten, sondern auch für die Schrittpassage Level 4 erhielt. Sympathisch bescheiden. Ich hoffe, die Erfolge dieser Saison geben ihm das nötige Selbstvertrauen für den ganz großen Durchbruch.

Wen’s interessiert, hier sind die Ergebnisse, und hier ein paar Höhepunkte:

Murakamis erfrischend schwungvolles Kurzprogramm:

Kozukas Soul Man, und sein ungläubiger Blick im anschließenden Interview, als die Moderatorin ihm vom Level 4 für den Schritt erzählt:

Die Kür von Asada, die ganz anders wirkt, wenn die Sprünge funktionieren:

Miki Andos blitzsaubere Kür:

Und die Kür von Takahashi, ein echtes Tango-Kunstwerk – obwohl ich immer etwas gegen diesen spitzen Kragen am Kostüm angucke:

Vor der EM wird es in den USA noch einmal spannend, denn vom 22.-30. Januar finden dort die nationalen Meisterschaften statt.

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NHK Trophy 2010

Das erste Grand-Prix-Wochenende ist vorüber. Was bleibt hängen?

Carolina Kostner, Rachel Flatt und Kanako Murakami kamen bei den Damen aufs Treppchen

Ein etwas trauriger Damen-Wettkampf. Besonders traurig war es, der amtierenden Weltmeisterin Mao Asada zuzuschauen, die die Mehrzahl ihrer Sprünge, so scheint es, nur noch einfach landet. Selten habe ich eine Läuferin ihrer Klasse so die Sprünge verlieren sehen. In der Kür mochte ich kaum noch hinsehen, so trostlos war der Anblick. Ob sie sich in dieser Saison noch fängt? Das Grand Prix-Finale jedenfalls kann sie nach ihrem achten Platz bei der NHK-Trophy so gut wie vergessen.

Auch etwas traurig: Carolina Kostner gewann den Damenwettkampf, ohne ein einziges Mal Flip oder Lutz zu zeigen (*update: wegen einer Knieverletzung ist ihr Sprunrepertoire eingeschränkt*). Die zweitplatzierte Rachel Flatt zeigte alle Sprünge und lief vor allem in der Kür solide. Allerdings scheint sie sich choreographisch auf Swing/Charleston-Elemente festgelegt zu haben. Letztes Jahr hat mir ihr Swing-Kurzprogramm gut gefallen, aber nachdem ich in diesem Jahr sowohl im Kurzprogramm wie in der Kür wieder eine Swing-Choreo sehe, bin ich etwas übersättigt.

Apropos übersättigt: Wenn nicht Swing, dann Tango – darauf scheinen sich in dieser Saison (fast) alle verabredet zu haben. Nicht nur im Eistanz-Kurztanz, auch bei Herren und Damen gab es viele, viele Tango-Programme. Darunter Perlen wie Takahashis Kür, aber auch weniger innovative Nummern.

Erfreulich war das Seniorendebut einiger junger japanischer Läufer: Kanako Murakami wurde dritte der Damen, auch Yuzuru Hanyu, der erst im Dezember 16 wird, schlug sich im viel stärkeren Herrenfeld wacker (4. Platz), und sogar im Paarlaufen gibt es  mit Takahashi/Tran jetzt ein japanisches Paar, das man im Auge behalten sollte. Die beiden holten die Bronzemedaille.

Uh-...

Begeistert haben mich die neuen Programme von Jeremy Abbott, der auf den zweiten Platz kam. Sowohl das Flamenco-Kurzprogramm als auch die Kür zu „La vita è bella“ sind wundervoll choreographiert (allerdings fand ich für das Flamenco-SP das Kostüm, das Abbott vor einigen Wochen im Schaulaufen benutzte, passender – der förmliche schwarzweiße Anzug schluckt einiges an Energie). Dass die neuen Programme von Takahashi, vor allem das Latin-Kurzprogramm, wieder mal ganz großes Eislauf-Kino sind, wusste ich ja bereits. Seine Kür hat mir bei der NHK-Trophy viel besser gefallen als bei den Japan Open, der Tango beginnt zu leben. Dazu gab’s einen astreinen Vierfach-Toeloop, und verdientermaßen die Goldmedaille.

Gut gefallen haben mir auch die Programme des Kanadiers Shawn Sawyer, der in der Kür Johnny Depp alias Hutmacher aus Alice spielt. Sawyer kam mit Problemen beim Axel allerdings nur auf den fünften Platz. Dritter bei den Herren wurde der Franzose Florent Amodio, den ich in der Kürwertung mit einem weinenden Auge sogar an Jeremy Abbott vorbeiziehen sah. Zwar stand Amodio mehr Dreifach-Sprünge und erhielt berechtigt einen höheren technischen Wert als der Amerikaner, trotzdem bin ich kein Fan seiner Michael Jackson-Kür. Die vielen Schnitte zerhacken die Musik und die Einheit des Programms, und bei all den vielen Show-Einlagen gerät der Lauffluss mitunter arg ins Stocken – oder kommt ganz zum Stehen.

Pang/Tong gewannen, wie vorherzusehen, solide den Paarlaufwettkampf, Davis/White noch solider den Eistanzwettbewerb. Die einzigen deutschen Teilnehmer, die Paarläufer Hausch/Wende, kamen auf den siebten Platz.

Da die großen Konzerne emsig über ihre Rechte wachen, findet man schon heute nicht mehr alle Videos des Wettkampfs bei Youtube. Traurige Sache.

Hier sind alle Ergebnisse der NHK-Trophy. Nächste Grand-Prix-Station ist Skate Canada in Kingston, Ontario. Wer dort am Start ist, steht hier.

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Japan Open 2010

Die Japan Open sind der einzige ISU-Wettbewerb, der sowohl für „Amateure“ (die an ISU-Wettkämpfen wie Europa- und Weltmeisterschaften teilnehmenden Läufer) wie „Professionelle“ (die „Ehemaligen“, die noch in Eis-Shows zu sehen sind) offen ist. Aus Japan, Europa und Nordamerika werden jeweils zwei Damen und zwei Herren eingeladen, die drei Teams treten mit ihren Küren gegeneinander an.

Die diesjährigen Starter waren: Michal Brezina, Evgeni Plushenko (die Diskussion um Plushenkos Amateur-Status ist bei Aaron von Axels, loops and spins nachzulesen), Sarah Meier und Julia Sebestyen (Laura Lepistö hatte kurzfristig abgesagt) für Team Europe; Daisuke Takahashi, Takahiko Kozuka, Mao Asada und Miki Ando für Team Japan; Jeffrey Buttle, Adam Rippon, Joannie Rochette und Cynthia Phaneuf für Team Nordamerika.

Die Saison steckt noch in den Kinderschuhen, entsprechend frisch sind manche der neuen Programme. Auch um die sportliche Form stand es nicht bei jedem Starter schon zum Besten. Michal Brezina, der letzte Saison so auftrumpfen konnte, hat in dieser Saison keinen guten Start erwischt. Wie die Nebelhorn-Trophy liefen auch die Japan Open nicht gerade erfreulich, mit 134,90 Punkten kam er in der Herren-Einzelwertung nur auf Platz 5. Er zeigte, wie am pinken Pullunder unschwer zu erkennen war, seine rearrangierte Kür der letzten Saison, Gershwins Amerikaner in Paris.

Auf noch schlechterem Fuß glitt Mao Asada in die Saison – sie verpatzte nahezu jeden Sprung ihrer neuen Kür zu Liszts Liebestraum. Schon vor ihrem Vortrag schien sie nervös, und das Programm wirkte dementsprechend irgendwie wie eine leere Hülle. Aber Asadas Trainerwechsel zu Nobuo Sato liegt erst wenige Wochen zurück, und es bleibt noch Zeit genug, die Sprünge wiederzufinden. Mit anderem Ausdruck ist das Programm sicher sehr hübsch, wenngleich es für meinen Geschmack sehr angepasst wirkt und die übliche Damen-Klassik/Romantik-Schiene bedient. Aber das war bei der Musikwahl wohl nicht anders zu erwarten. Asada wurde mit 92,44 Punkten Fünfte der Damen-Wertung.

Joannie Rochette zeigte mit ihrer Vorjahreskür das stärkste Programm im Feld der Damen (122,71 Punkte). Zweite in der Damenwertung wurde Miki Ando (115,02 Punkte; Klavierkonzert Nr. 2 von Grieg), ihre Teamkollegin Cynthia Phaneuf mit einigem Abstand (99,50 Punkte) Dritte.

Im Feld der Herren konnte Adam Rippon die höchste Wertung erzielen (166,63 Punkte). Leider habe ich noch kein Video seiner Kür gefunden (Klavierkonzert Nr. 2 von Rachmaninoff). Noch ein Klavierkonzert (es wird wohl die Saison der Klavierkonzerte…) gab es bei der Kür von Takahiko Kozuka, die Nr. 1 von Liszt. Der Versuch des Vierfachen ging fehl, mit 150,71 Punkten wurde Kozuka Vierter im Herrenfeld. Auch hiervon habe ich noch kein Video entdeckt, bin sehr gespannt aufs Programm…*update: jetzt findet man die Kür bei Youtube, ein sehr schönes, ganz ehrliches Programm; Kozuka fehlt, verglichen mit Japans derzeitiger Nr. 1 Takahashi, noch ein ganz klein wenig Präsenz auf dem Eis, aber von der Technik her läuft er bereits jetzt mit Takahashi in einer Liga.*

Nachdem ich bei Daisuke Takahashis neuem Mambo-Kurzprogramm breit grinsen musste – bei den „Uh’s“ in der Musik bleibt einem nichts anderes übrig, nicht mal Takahashi selbst – und meine Augen bei der Schrittfolge immer größer wurden, fand ich seine neue Kür zu Astor Piazollas Invierno Porteño nicht ganz so mitreißend. Vielleicht liegt es daran, dass man die Tango-Kür automatisch mit dem „Eye“-Kurzprogramm aus dem Vorjahr vergleicht. Takahashi wirkte sehr konzentriert, das Programm sehr ernst und ein wenig unzugänglich. Aber im Laufe der Saison wird sich sicherlich noch einiges daran tun. Der Vierfach-Toeloop war jedenfalls blitzsauber. Ungewöhnlich die eingesprungene Himmelspirouette, die Takahashi auch im SP zeigt. 159,19 Punkte gab es für die Kür, die zweitbeste Herrenwertung des Tages. Dritter bei den Herren wurde Plushenko mit seiner Edvin Marton/Nijinsky-Kür (151 Punkte).

Insgesamt ging der Sieg an Team Japan (was nicht allzu sehr überrascht…).

Hier, von Youtube-Nutzer daidai0316t, der Vortrag von Takahashi:

Und das neue Programm von Mao Asada, das sie nächstes Mal hoffentlich mit weniger Fehlern laufen kann, via reina8141:

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Tarasova tanzt Tango

Eben stolperte ich über dieses Video von Tatiana Tarasovas Version von „Por una Cabeza“ – ohne Schlittschuhe, wohlgemerkt…:

http://www.1tv.ru/videoarchive/24059

Die russische Star-Trainerin tanzte den Tango in der russischen Fernseh-Show „Ice and Fire“. Gar nicht so übel. Und offensichtlich hat Tarasova einiges an Gewicht verloren.

Weil Tarasova zur selben Musik ein Show-Programm für ihre ehemalige Läuferin Mao Asada choreographierte, gibt es von icenews2011 bei youtube auch gleich einen Zusammenschnitt beider Versionen:

Asada trainiert seit diesem Sommer bei Nobuo Sato, der unter anderem auch Takahiko Kozuka unter seinen Fittichen hat. Die Choreographie für ihr neues Kurzprogramm stammt aber noch von Tarasova – ist ja schließlich ein Tango…

Auch Yuna Kim hat in diesem Sommer den Trainer gewechselt, beziehungsweise sich von Brian Orser getrennt. Den neuen Trainer will sie im Oktober bekannt geben. Ob sie noch einmal auf die Wettkampfbühne zurückkehrt? Was meint Ihr?

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Saisonstart

Endlich, endlich neigt sich die Sommerpause dem Ende entgegen. Okay, den einen oder anderen Blick auf neue Programme konnte man bereits bei den Schaulaufen der vergangenen Wochen erhaschen. Zum Beispiel auf Patrick Chans Take Five-Kurzprogramm, auf Jeremy Abbotts Flamenco-Kurzprogramm oder auf Mao Asadas Kurzprogramm zu Schnittkes Tango:

Und der Junioren-Grand Prix ist, ehe die Saison so richtig ins Rollen kommt, schon halb vorbei. Spannend sind hier unter anderem die jungen russischen Läuferinnen.

Doch auch der Wettkampfstart der „Großen“ steht kurz bevor. Am kommenden Wochenende wird es bei der Nebelhorn Trophy in Oberstdorf schon einmal spannend. Unter anderem sind Michal Brezina, Kevin van der Perren, die japanische Juniorenweltmeisterin Kanako Murakami, die erstmals bei den Senioren startet, und Kiira Korpi mit neuen Porgrammen dabei. Für Deutschland starten Peter Liebers, Franz Streubel, das Paar Hausch/Wende, die Eistänzer Zhiganshina/Gazsi und Sarah Hecken, auf der so manche Hoffnung für den deutschen Eiskunstlauf ruht.

Eine Woche später, am 2. Oktober, geht es in Japan weiter: Der japanische Verband hat auch in diesem Jahr wieder zu den Japan Open eingeladen, einem Wettkampf, bei dem Team Europa, Team Japan und Team Nordamerika gegeneinander antreten. Für Team Europa treten Michal Brezina, Evgeni Plushenko (der inzwischen endgültig vom Verband für ISU-Ereignisse gesperrt ist), Sarah Meier und Laura Lepistö an. Team Japan besteht aus Daisuke Takahashi, Takahiko Kozuka, Mao Asada und Miki Ando. Und für Team Nordamerika starten Jeffrey Buttle, Adam Rippon, Joannie Rochette und Mirai Nagasu.

Weiltmeister Daisuke Takahashi zeigte sein neues Latin/Mambo-Kurzprogamm bereits in einer japanischen Show. Leider findet man bei youtube bislang nur Ausschnitte:

Vom 7. bis zum 10. Oktober findet in Vantaa die Finlandia Trophy statt. Dort starten unter anderem Samuel Contesti, Daisuke Murakami, Kristoffer Berntsson, Sergei Voronov, Laura Lepistö, Kiira Korpi, Akiko Suzuki und Alena Leonova.

Und dann dauert es gar nicht mehr lange, bis der Senioren-Grand Prix beginnt.

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