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Vancouver: Notizen aus der Klatschecke

…am Rande bemerkt…

Johnny Weir, der Mode-Freak im US-Team und Hauptdarsteller der kürzlich gedrehten Doku „Pop Star on Ice“, wird sich wegen seines Kostüms nicht mit den Tierschützern anlegen. Für seinen Auftritt in Vancouver hat er den echten Fuchspelz an seinem Kürkostüm durch unechten ersetzen lassen, nachdem seine Designerin bereits zornige Drohbriefe erhalten hat. Dafür kauft er nun rosa Badematten für seine Unterkunft im Olympiadorf, die er mit Tanith Belbin teilt – getrennter Schlafraum und getrennte Badezimmer inklusive. Um sich heimeliger zu fühlen, hat Weir unter anderem seine eigene Decke mitgebracht, seinen Lieblingsweichspüler, Kerzen, einen Teddybären und ein Poster von Lady Gaga. „I definitely can make any village work now“, sagte Weir, dem die Unterkünfte bei den Spielen in Turin zu spartanisch gewesen waren, der Washington Post.“I’m in a place where every room can work – especially if you have a giant Lady Gaga picture, anywhere can work.“

Kostümprobleme plagten auch die russischen Eistänzer Domnina/Shabalin, die ihren Originaltanz so ungeschickt an die Kultur der Aborigines anlehnten, dass diese sich beleidigt fühlten und nach der Europameisterschaft gegen Kostüm und Interpretation der Eistänzer protestierten. Die Russen versprachen nun, auf die dunkelfarbigen Hautanzüge und die Eukalyptusblätter am Kostüm zu verzichten.

Evgeni Plushenko wollte am Donnerstag nicht mit der Presse sprechen; als Grund nannte er Aberglauben. Vielleicht gelingen sonst die beiden Vierfachen im Programm nicht, die er nach eigener Aussage guten Transitions im Programm vorzieht  – wozu braucht man schließlich Punkte in den Transitions, sagt der Taschenrechner, wenn man zwei Vierfache landet? Der US-Preisrichter Joe Inman hat Plushenkos Einstellung zu Transitions und Programmkomponenten per Email an sogenannte private Freunde, die zufällig ebenfalls Preisrichter sind, weitergegeben und dazu aufgerufen, die Kunstlaufdarbietungen bei den Olympischen Spielen sorgfältig zu bewerten. Prompt gibt es Unfrieden, wie die Welt und die Berliner Zeitung berichten… Vielleicht gibt es nach den Spielen mal wieder ein Neues Wertungssystem? NJS 2.0?

Zwischen den Fans von Mao Asada und Yu-Na Kim, den beiden stärksten Kandidatinnen im Feld der Damen (immer vorausgesetzt, Asada steht ihre 3fach-Axel), tobt seit Monaten eine hässliche Schlacht, die unter anderem dazu führt, dass man bei der Suche nach Eiskunstlaufvideos auf youtube, egal nach welchem Läufer man sucht, stets auf  „Jump Cheat“- und „Is hated by“-Videos stößt, da sowohl die Anti-Asada Fraktion als auch die Anti-Kim-Fraktion ihre Videos mit den Namen sämtlicher bekannter Eiskunstläufer taggt. Uff. Das ist echt nervig und einfach nur lächerlich.

Stephane Lambiel wird bei der Eröffnungsfeier die Schweizer Flagge ins Stadion tragen und ist damit der erste Romand, dem die Schweiz diese Ehre erweist. Weitere flaggentragende Eiskunstläufer bei der Eröffnungsfeier sind Kevin van der Perren für das belgische Team, Julia Sebestyen für das ungarische Team und Alexandra Zaretsky für Israel.

Mao Asada ist derweil eine etwas zweifelhaftere Ehre zugekommen: Noriki Tamura, Imbissbetreiber in Vancouver, benannte einen Hot Dog nach ihr. Der sogenannte Mao dog enthält Kobe-Rindfleisch, Tonkatsu Sauce und rote und goldene Ahornblätter aus Tofu. Erhältlich für 10 Dollar. Die Wurst des Mao dogs wird übrigens dreimal eingeschnitten, um den 3fachen Axel darzustellen. Was wir wohl aus dem Mao dog, sollte der Axel downgegradet werden? Wir dann eine 2< hineingeschnitten? Da ist der Griff zum Mao roll unkomplizierter. Diese Erfindung eines Sushi-Ladens kann man ebenfalls in Vancouver erstehen. Angeblich wirkte Asada bei der Gestaltung des Mao roll selbst mit: sie bestand darauf, dass keine Avocado verwendet werden sollte. Die mag sie nämlich nicht.

Ganz friedlich geht es bei anderen zu: Das chinesische Paarläufer-Ehepaar Xue Shen und Hongbo Zhao ist überzeugt, dass ihre Liebe ihnen helfen wird, die Goldmedaille zu holen. Shen/Zhao waren dreimal Weltmeister, holten bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City und Turin aber jeweils nur die Bronzemedaille. Vielleicht klappt es ja diesmal mit dem Ehering am Finger besser.

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