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Es geht auch ohne

Strahlender Sieger: Evan Lysacek

Es geht auch ohne – und zwar ohne den Vierfachen. Der Olympiasieger steht fest, und er heißt nicht Evgeni Plushenko, sondern Evan Lysacek. Aus ist der Traum vom goldenen Comeback. Wie im Paarlaufen geht damit eine Ära zu Ende, wenn auch keine ganz so lange, denn seit 1992 kamen die Olympiasieger stets aus Russland. Und zum ersten Mal überhaupt gibt es im Herreneiskunstlauf eine olympische Medaille für Japan. Plushenko kam knapp hinter Lysacek (257,67 Punkte) auf den zweiten Platz (256,36 Punkte), Bronze ging an Daisuke Takahashi (247,23 Punkte).

Es war ein durchwachsener Abend im Pacific Coliseum, und manches Mal mochte ich kaum hinschauen, so nervös waren manche Läufer unterwegs. Tomas Verner zum Beispiel, der nach einem misslungenen Kurzprogramm gleich als erster aufs Eis musste und so von der Rolle war, dass er nicht nur in den Sprüngen patzte, sondern zum Schluss auch noch im Längsschritt stürzte. So wurde aus der Paten-Kür eine ziemlich traurige Angelegenheit. Schade, schade um den Tschechen, der eigentlich so schöne Programme im Gepäck hatte. Vermutlich ist er froh, wenn er unter diese Saison einen Schlussstrich ziehen kann. Etwas besser zogen sich Brian Joubert und Jeremy Abbott aus der Affäre, die im Kurzprogramm für ihre Verhältnisse ebenfalls kleine und größere Katastrophen aufs Eis gebracht hatten. Joubert kam auf Platz 16, Abbott konnte sich sogar auf Platz 9 vorschieben.

Lacht auch als Zweiter: Evgeni Plushenko

In den Schlussgruppen waren die Programme erwartungsgemäß konstanter. Patrick Chan gelang trotz Heimauftritts-Stress eine recht fehlerfreie Kür zum „Phantom der Oper“, die ihm Platz 5 einbrachte; ich mag seine schweren Verbindungsschritte und seinen klaren, unaufdringlichen Laufstil. Der Japaner Takahiko Kozuka kam in meinen Augen zu kurz weg, sowohl im Kurzprogramm als auch in der Kür, was die Programmkomponenten betrifft. Er ist ein unheimlich guter Eisläufer und hat einen wunderschönen Fluss in seinen Programmen. Kozuka kam immerhin auf Platz 8. Nobunari Oda rissen kurz vor dem Ende seiner Chaplin-Kür bei der Landung des Rittbergers die Ösen aus einem Schlittschuh. Er konnte den Schaden schnell reparieren und die Kür zu Ende bringen, aber der Unfall kostete ihn samt Sturz und Strafabzügen einige Punkte – es reichte noch für Platz 7 hinter Johnny Weir, der seine Sprünge und Pirouetten sauber nach Hause lief (viel mehr ist bei mir von seinem Programm allerdings nicht hängen geblieben).

Stéphane Lambiel erwischte nicht seinen stärksten Tag. Er zeigte zwei nicht ganz saubere vierfache Toeloops, einen sogar in Kombination mit dem Doppel-Toeloop, wirkte aber unheimlich konzentriert. An die Strahlkraft, die seine Europameisterschaftskür hatte, kam der gestrige Auftritt nicht heran. Er reichte aus, um den undankbaren vierten Platz zu halten (246,72 Punkte).

Der dritte im Bunde: Bronze für Takahashi

Der Sieg von Evan Lysacek wird Plushenko-Fans sicherlich gar nicht schmecken („ein Olympiasieger ohne Vierfachen???“). Aber Plushenko kann sich über seine Wertung wahrlich nicht beschweren. Er erhielt hohe Programmkomponenten und auch für Sprünge mit erheblicher Schräglage noch GOE-Pluspunkte. Evan Lysacek zeigte zwar keinen Vierfachen, dafür aber die Kombination aus drei Sprüngen, die Plushenko fehlte, erhielt außerdem in Pirouetten und Schritten höhere Level. Daisuke Takahashi scheiterte am Vierfach-Toeloop, den er stürzte und zudem nur als 3T angerechnet bekam. Da halfen auch die höchsten Programmkomponenten des Abends nichts mehr… trotzdem war seine La Strada-Kür ein läuferisches Highlight und wird unter meinen Lieblingsküren gebookmarkt, ebenso wie die tolle Vorstellung des Spaniers Fernandez Javier, der als Karibikpirat eine super Show lieferte, mit einem trunkenen Kreisschritt als I-Tüpfelchen.

Insgesamt bleibe ich nach der Herren-Kür mit einem etwas durchwachsenen Eindruck zurück, besonders, was den Vierfachen betrifft. Viele haben ihn versucht, viele sind gescheitert; die Programme leiden darunter, die Läufer stehen unter zusätzlichem Druck, haben eine enorme Trainingsbelastung… Ich jedenfalls finde nicht, dass Vierfache zum Herren-Eiskunstlauf dazugehören müssen. Schönes, kantentiefes und ausdrucksstarkes Eiskunstlaufen, und zwar in sämtlichen Passagen des Vortrags, ist mir wesentlich lieber. Insofern finde ich, dass der Sieg von Lysacek ein beruhigendes Signal setzt, wie es auch der Weltmeistertitel von Jeffrey Buttle tat: es geht eben auch ohne.

Hier geht es zum Gesamtergebnis der Herrenkür.

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Vancouver, Kurzprogramm Herren: Um Haaresbreite

(c) David Carmichael

Er hat es wieder einmal geschafft: Im Matadorkostüm zauberte Evgeni Plushenko gestern im Pacific Coliseum zum „Concierto de Aranjuez“ eine astreine Kür aufs Eis. Er landete als einziger Starter im Feld einen sauberen 4fach-Toeloop, kombinierte ihn noch dazu mühelos mit einem 3fachToeloop, sprang einen bombastischen 3fach-Axel und gab sich auch bei den übrigen Elementen keine Blöße. Der Mann will eine zweite olypmische Goldmedaille gewinnen, daran lässt er keinen Zweifel: nach dem Ende seines Programms zog er ein imaginäres Schwert und küsste es.

Plushenkos Gestik ist Geschmackssache, auch seine Auffassung vom Herren-Eiskunstlaufen: „Without a quad it’s not men’s figure skating.“ Bei allem Wirbel, den es im Vorfeld um einseitige Konzentration auf Sprungelemente und Mängel des Neuen Wertungssystems gab, muss man trotzdem festhalten: Plushenko ist ein brillianter Sprungtechniker und hat eine enorme Präsenz auf dem Eis. Jeder hat eben seine Stärken.

Plushenko erhielt für sein Kurzprogramm 90,85 Punkte, nicht ganz die Rekordmarke der Europameisterschaften (91,30 Punkte). Trotz der gelungenen 4T-3T-Kombi ist sein Vorsprung aber nur hauchdünn. Evan Lysacek und Daisuke Takahashi folgen ihm dicht auf den Fersen, denn auch sie haben ihre Stärken: sie zeigten gestern blitzsaubere Elemente, fabelhafte Kanten und Schrittpassagen und unheimlich ausdrucksstarke Programme. Evan Lysacek kam mit einer ebenfalls astreinen Kür auf 90,30 Punkte, einen Hauch dahinter liegt Daisuke Takahashi mit seiner Tango-Interpretation (90,25 Punkte). Ich finde, die Preisrichter haben die Programmkomponenten fair genutzt und gut abgestuft. Plushenko erhielt in den Skating Skills beispielsweise 8,20 Punkte, in den Transitions aber nur 6,80 Punkte.

Die höchsten Programmkomponenten im Feld erhielt Stéphane Lambiel (8,50 für Skating Skills, 8,20 sogar für Transitions, für Interpretation gar 9,15), der aber beim 4Toeloop patzte und den Axel nur doppelt sprang und momentan mit 84,63 Punkten ganz knapp hinter Nobunari Oda (84,85 Punkte) auf Platz 5 liegt. Auf knapp über 80 Punkte kamen auch Johnny Weir (Platz 6) und die große kanadische Hoffnung Patrick Chan (Platz 7).

Stefan Lindemann liegt nach einem fehlerfreien Kurzprogramm auf Platz 17 – man sieht, die Leistungsdichte bei den Herren ist gewaltig. Einen Platz hinter ihm liegt allerdings ein Herr, der ganz und gar nicht fehlerfrei blieb. Brian Jouberts Nerven haben dem Franzosen einen kräftigen Strich durch seine Olympiaträume gemacht. Er patzte beim 4fach-Toeloop, konnte keine Kombi anhängen und stürzte dazu noch beim 3fach-Lutz. Mit 68 Punkten liegt er weit, weit abgeschlagen von den Medaillenrängen. Da wird ihn auch nicht trösten, dass es anderen ähnlich erging: Tomas Verner befindet sich nach verpatzten Sprungelementen noch einen Platz hinter Joubert.

Hier geht es zum Gesamtresultat des Kurzprogramms. Übermorgen fällt im Pacific Coliseum die Entscheidung – wie beim Paarlaufen wird es ein sehr, sehr spannender Kampf um den Titel werden. Kaffee sollte jedenfalls nicht vonnöten sein, um bei der nächtlichen live-Übertragung wachzubleiben.

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Vancouver: Notizen aus der Klatschecke

…am Rande bemerkt…

Johnny Weir, der Mode-Freak im US-Team und Hauptdarsteller der kürzlich gedrehten Doku „Pop Star on Ice“, wird sich wegen seines Kostüms nicht mit den Tierschützern anlegen. Für seinen Auftritt in Vancouver hat er den echten Fuchspelz an seinem Kürkostüm durch unechten ersetzen lassen, nachdem seine Designerin bereits zornige Drohbriefe erhalten hat. Dafür kauft er nun rosa Badematten für seine Unterkunft im Olympiadorf, die er mit Tanith Belbin teilt – getrennter Schlafraum und getrennte Badezimmer inklusive. Um sich heimeliger zu fühlen, hat Weir unter anderem seine eigene Decke mitgebracht, seinen Lieblingsweichspüler, Kerzen, einen Teddybären und ein Poster von Lady Gaga. „I definitely can make any village work now“, sagte Weir, dem die Unterkünfte bei den Spielen in Turin zu spartanisch gewesen waren, der Washington Post.“I’m in a place where every room can work – especially if you have a giant Lady Gaga picture, anywhere can work.“

Kostümprobleme plagten auch die russischen Eistänzer Domnina/Shabalin, die ihren Originaltanz so ungeschickt an die Kultur der Aborigines anlehnten, dass diese sich beleidigt fühlten und nach der Europameisterschaft gegen Kostüm und Interpretation der Eistänzer protestierten. Die Russen versprachen nun, auf die dunkelfarbigen Hautanzüge und die Eukalyptusblätter am Kostüm zu verzichten.

Evgeni Plushenko wollte am Donnerstag nicht mit der Presse sprechen; als Grund nannte er Aberglauben. Vielleicht gelingen sonst die beiden Vierfachen im Programm nicht, die er nach eigener Aussage guten Transitions im Programm vorzieht  – wozu braucht man schließlich Punkte in den Transitions, sagt der Taschenrechner, wenn man zwei Vierfache landet? Der US-Preisrichter Joe Inman hat Plushenkos Einstellung zu Transitions und Programmkomponenten per Email an sogenannte private Freunde, die zufällig ebenfalls Preisrichter sind, weitergegeben und dazu aufgerufen, die Kunstlaufdarbietungen bei den Olympischen Spielen sorgfältig zu bewerten. Prompt gibt es Unfrieden, wie die Welt und die Berliner Zeitung berichten… Vielleicht gibt es nach den Spielen mal wieder ein Neues Wertungssystem? NJS 2.0?

Zwischen den Fans von Mao Asada und Yu-Na Kim, den beiden stärksten Kandidatinnen im Feld der Damen (immer vorausgesetzt, Asada steht ihre 3fach-Axel), tobt seit Monaten eine hässliche Schlacht, die unter anderem dazu führt, dass man bei der Suche nach Eiskunstlaufvideos auf youtube, egal nach welchem Läufer man sucht, stets auf  „Jump Cheat“- und „Is hated by“-Videos stößt, da sowohl die Anti-Asada Fraktion als auch die Anti-Kim-Fraktion ihre Videos mit den Namen sämtlicher bekannter Eiskunstläufer taggt. Uff. Das ist echt nervig und einfach nur lächerlich.

Stephane Lambiel wird bei der Eröffnungsfeier die Schweizer Flagge ins Stadion tragen und ist damit der erste Romand, dem die Schweiz diese Ehre erweist. Weitere flaggentragende Eiskunstläufer bei der Eröffnungsfeier sind Kevin van der Perren für das belgische Team, Julia Sebestyen für das ungarische Team und Alexandra Zaretsky für Israel.

Mao Asada ist derweil eine etwas zweifelhaftere Ehre zugekommen: Noriki Tamura, Imbissbetreiber in Vancouver, benannte einen Hot Dog nach ihr. Der sogenannte Mao dog enthält Kobe-Rindfleisch, Tonkatsu Sauce und rote und goldene Ahornblätter aus Tofu. Erhältlich für 10 Dollar. Die Wurst des Mao dogs wird übrigens dreimal eingeschnitten, um den 3fachen Axel darzustellen. Was wir wohl aus dem Mao dog, sollte der Axel downgegradet werden? Wir dann eine 2< hineingeschnitten? Da ist der Griff zum Mao roll unkomplizierter. Diese Erfindung eines Sushi-Ladens kann man ebenfalls in Vancouver erstehen. Angeblich wirkte Asada bei der Gestaltung des Mao roll selbst mit: sie bestand darauf, dass keine Avocado verwendet werden sollte. Die mag sie nämlich nicht.

Ganz friedlich geht es bei anderen zu: Das chinesische Paarläufer-Ehepaar Xue Shen und Hongbo Zhao ist überzeugt, dass ihre Liebe ihnen helfen wird, die Goldmedaille zu holen. Shen/Zhao waren dreimal Weltmeister, holten bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City und Turin aber jeweils nur die Bronzemedaille. Vielleicht klappt es ja diesmal mit dem Ehering am Finger besser.

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EM: Kür der Herren

Ein lässiger Auftakt mit einer 4fach-3fach-Toeloop-Kombi, und dann jagt ein blitzsauberer Dreifachsprung den nächsten: Evgeni Plushenko scheint unschlagbar zu sein. Kühl und souverän gewann er gestern Abend zu Edvin Martons „Tango Amore“ die Kür der Herren mit 164,09 Punkten und einer Gesamtpunktzahl von 255,39 Punkten. Er gestattete sich nur einen kleinen Fehler, als er den Lutz nur doppelt sprang.

Brian Joubert, der bereits im Einlaufen reichlich angespannt wirkte und auch in seinem Kürvortrag ungewohnt Nerven zeigte, muss der Abend wie ein böses Déjà-vu vorgekommen sein: Bereits 2006 stand er bei der EM hinter Plushenko auf dem Treppchen, und wie 2006 zog auch noch der Schweizer Stéphane Lambiel mit einer starken Kürleistung an ihm vorbei. Lambiel zeigte zwei Vierfache, beim ersten Toeloop musste er die Landung mit der Hand abfangen, doch der zweite gelang sauber und in Kombination mit dem Doppel-Toeloop.

Leider, leider hat Lambiel Probleme mit dem 3fach-Axel, der in der Kür fehlte. Einige Landungen waren unsauber, und zu allem Überfluss ging der Schweizer in der Serpentinschrittfolge zu Boden. Trotzdem kam er auf 160,79 Punkte in der Kür und damit dicht an Plushenko heran. Mit einem fehlerfreien Vortrag hätte er den Russen überholen können, denn künstlerisch ist Lambiel Plushenko deutlich überlegen. Plushenko zeigt zwar mit einer beeindruckenden Sicherheit einen sauberen Sprung nach dem anderen, doch er läuft eher schnelle als kantentiefe Schrittpassagen und tut in puncto Choreographie und Transitions wenig mehr, als einmal die Hüften zu schwingen und ein anderes Mal eine Tango-Armhaltung nachzuahmen. Lambiel dagegen interpretiert die Musik, und die neue Kür zu „La Traviata“ scheint ihm wie auf den Leib geschneidert.

Brian Joubert erhielt nach einer von einigen Wacklern bei den Sprungelementen durchzogenen Kür 147,90 Punkte und kam mit insgesamt 236,45 Punkten auf den dritten Platz.

Den undankbaren vierten Rang belegte Michal Brezina, Samuel Contesti konnte sich auf Platz 5 vorarbeiten, Yannick Ponsero hielt wieder einmal dem Druck nicht stand und fiel nach einigen Patzern auf Platz 6 zurück.

Stefan Lindemann kann nach der langen Wettkampfpause mit seiner Leistung zufrieden sein. Nach einer guten Kür erreichte er Platz 9. Er versuchte den 4fach-Toeloop, riss ihn aber zu einem Doppelsprung auf. Immerhin hat die deutsche Eislaufunion nun im nächsten Jahr wieder zwei Startplätze bei der EM zu vergeben.

Positiv überrascht hat mich der Spanier Javier Fernandez, der mit dem Fluch der Karibik zwar zu einem alten Hut lief, aber ein sehr schwungvolles und fast fehlerfreies Programm zeigte und sich sichtlich über seine Leistung freute. Besonders schön: der „trunkene“ Kreisschritt. Fernandez erhielt die sechstbeste Kürwertung und kam insgesamt auf Platz 8.

Hier ist das Ergebnis der Kür und hier das Gesamtergebnis des Herren-Wettkampfs zu finden.

Und hier ist die „Hangcock“-Kür von Stefan Lindemann, die im deutschen Fernsehen leider nicht zu sehen war:

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EM: Kurzprogramm Herren

Ups? Ist da etwa jemand überrascht? Haben nicht alle damit gerechnet?

Der Stand nach dem Kurzprogramm der Herren: Plushenko führt mit einer neuen Rekord-Wertung von 91,30 Punkten. Um ehrlich zu sein, Wunder habe ich nicht auf dem Eis gesehen, aber zugegebenermaßen ein technisch blitzsauberes Programm. Plushenko war, soweit ich es sehe, der einzige Läufer im Feld, der sauber die 4Toeloop-3Toeloop-Kombi landete. Alle anderen Läufer können ihre Hoffnungen auf den EM-Titel wohl schon mal begraben, mit Ausnahme von Joubert, der mit 88,55 Punkten noch in Reichweite zu Plushenko liegt. Joubert landete nur eine 4T-2T-Kombi, erhielt aber höhere Programmkomponenten als sein russischer Konkurrent.

Die folgenden Läufer waren im Vorfeld schwerer einzuschätzen. Auf Rang 3 liegt Jouberts Landsmann Ponsero, der einen guten Tag erwischte und ebenfalls die Vierfach-Toeloop-Doppel-Toeloop-Kombi stand. Er erhielt 82,40 Punkte. Stéphane Lambiel, der nach seinem Comeback den ersten großen Wettkampf lief, zeigte Nerven und liegt mit 77,75 Punkten auf Platz 5. Tomas Verner zeigte noch mehr Nerven und liegt mit 72,75 Punkten auf dem achten Platz. Stefan Lindemann liegt nach dem Kurzprogramm auf Platz 9 – hätte er eine spätere Startnummer gehabt, wäre vielleicht noch ein wenig mehr drin gewesen, denn nach der guten alten Regel der B-Note steigen auch die Programmkomponenten des Neuen Wertungssystems relativ regelmäßig zur Höhe der Startnummer an. Aber sei’s drum, morgen kommt die Kür.

Hier das gesamte Ergebnis des Kurzprogramms.

Und hier das Siegerprogramm mit der Rekordwertung:

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Grand Prix II: Rostelecom Cup

Rostelecom Cup 2009

In Moskau findet heute und morgen mit dem Rostelecom Cup der zweite Wettkampf des Senioren-Grand Prix statt. Spannend wird besonders die Damen- und die Herrenkonkurrenz: Evgeni Plushenko ist nach seinem Comeback erstmals wieder bei einem internationalen Wettkampf am Start. Außerdem dabei: Johnny Weir und Takahiko Kozuka. Nach dem Kurzprogramm, das bereits beendet ist, liegt Plushenko mit 82,25 Punkten klar in Führung vor Kozuka (75,50) und Weir (72,57). Der Russe zeigte blitzsaubere Sprungelemente, schönen Vierfach-Toeloop, schönen Dreifachaxel, den Lutz dagegen nur doppelt; allerdings hat sein Programm – die „Plushy“-Fangemeinde möge mir verzeihen – mich nicht gerade vom Hocker gerissen. Ein paar finstere Blicke, ein paar dramatische Posen, schwarzes Kostüm, eher wilde als exakt kantenreine Schrittpassagen und nicht besonders umwerfende Pirouettenposen: good old Plushenko-style eben. Die Musik (Concierto Aranjuez) hätte auch eine andere sein können, die Choreographie hätte vermutlich genauso dazu gepasst. Aber naja. Hier das Ergebnis des Kurzprogramms.

Bei den Damen wird Mao Asada versuchen, bessere Programme zu laufen als vergangenes Wochenende, soll heißen: ihre dreifachen Axel zu stehen. Im Training hat sie sich mit diesem Sprungelement gestern allerdings wieder schwer getan. Konkurrenz wird ihr ihre Kollegin Miki Ando machen, außerdem Alena Leonova aus Russland; für die USA sind Ciszny und Wagner am Start.

Bei den Paaren werden die Chinesen Pang/Tong, die Russen Kavaguti/Smirnov und die US-Amerikaner McLaughlin/Brubaker die Entscheidung wohl unter sich ausmachen. Nach dem Kurzprogramm, das ebenfalls bereits beendet ist, liegen Pang/Tong mit 65,4 Punkten vor Kavaguti/Smirnov (61,62) und McLaughlin/Brubaker (61,34). Hier das gesamte Ergebnis des Kurzprogramms.

Im Eistanz sind Davis/White aus den USA die klaren Favoriten. Nach dem Pflichttanz liegen sie dementsprechend nicht überraschend in Führung.

Für heute steht noch das Kurzprogramm der Paare und der Originaltanz der Eistänzer auf dem Programm, morgen folgen die Küren.

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